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Die Wiener Universität und ihre Gelehrten 1520 bis 1565
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Faber'sclie Bibliothek wurde zuerst zum Gebrauche derStudiren den in die Bursa Brück gebracht.

Von dieser Büchersammlung aber ist noch Einigesnäher anzugeben.

Johann Faber hatte schon in früheren Jahren als Pfarr-vicar von Lindau angefangen, theologische, juridische undphilosophische Bücher zu sammeln, und dieselben gern seinenFreunden Glareanus, Vadianus, Zwingli und Anderen leih-weise mitgetheilt. In Wien vermehrte er die Sammlung insehr ansehnlicher Weise: so erhielt er (wohl noch 1526 durchKönig Ferdinand) einige Codices aus der Corvinischen Bi-bliothek. 1 ) Ausser den vielen neuen Anschaffungen vermehrteer sie auch durch Ankäufe von ganzen Bibliotheken: zu-nächst bald nach 1529 der Cuspinianischen Büchersammlungmit 636 Nummern, dann 1539 der Brassicanischen mit 1324Schriften, so dass er einen ihm gehörigen Bücherschatz von3800 Werken hinterlassen konnte. Eine bischöfliche Biblio-thek gab es damals nicht: Faber sagt selbst, er habebeim Antritt seiner Stelle nur ein paar Bücher im Bischof-hofe vorgefunden und überdies seine Sammlung nicht ausdem Einkommen des Bisthums, sondern aus Eigenem an-geschaffte)

Da später bei der Vereinigung der Jesuiten mit derWiener Universität das Gebäude der Bursa Brück nieder-gerissen und der Platz zum Kirchenbau verwendet wurde,kam die Bibliothek in die Coderia Mons Aureus, welcheunmittelbar von den Jfesuiten geleitet und als ihr Eigenthumbetrachtet ward. Die Hochschule sah sich jedoch als Erbinder bestandenen Bursc an und reclamirte die Faber'sclieBüchersammlung für die damals noch bestehende alte, ab-gesonderte Universitätsbibliothek. Daraus entstand ein lang-

') Fischer (Ludw.), König Mathias Corvinus und seine Bibliothek.Wien 1878, S. 19 und 27.

2 ) Kink I.i S. 245, Note.T - Aschbach, Geschichte der Wiener Univcrs. III.