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Johann Faber war ein überaus fruchtbarer theologi-scher Schriftsteller. Er verfasste eine erstaunliche MengeWerke: Predigten, Reden und Abhandlungen zur Erbauungund Belehrung in den katholischen Glaubenssätzen, theilsin deutscher, theils in lateinischer Sprache, dann aber auchviele Streitschriften gegen Reformatoren, Häretiker undGlaubensneuerer. Im Jahre 1535 arbeitete er an einer Ueber-setzung des Pentateuch in die deutsche Sprache. 1 ) Trotzder grossen Zahl dieser Schriften, welche theilweise wieder-holt gedruckt wurden (in Mainz, Cöln, Leipzig und Wien,den damaligen gewöhnlichen Druckorten für katholischeBücher), klagte Faber über Mangel an geeigneten Drucke-reien, der ihn hinderte, noch mehr zu veröffentlichen. Dadie Reformatoren und Glaubensneuerer ihre Schriften meistin deutscher Sprache herausgaben, um dadurch eine grös-sere Verbreitung im Volke zu finden, so waren ihre Gegner,die nur zögernd und ungerne sich zur deutschen Sprachebequemten, im Nachtheil, da die lateinischen Schriften weni-ger Absatz und Verbreitung versprachen und oft nicht ein-mal die Druckkosten einbrachten. 2 )
Predigten und andere theologische Schriften, welchefrüher in Sonderausgaben erschienen waren, veröffentlichteFaber selbst in einer Gesammtedition in drei Foliobändenzu Cöln, 1537—1541 j 3 ) dazu kam noch ein Supplementband,den Johann Cochlaeus 1537 zu Leipzig herausgab. Währenddie früheren Bände meist Predigten und Reden, 4 ) Ab-
') Menser I. c, S. 715.
2 ) Daher mag es kommen, dass manche dieser Streitschriften garnicht gedruckt wurden; auf der Wiener Hofbibliothok wird eine grosseAnzahl der Controversschriften handschriftlich aufbewahrt. (S. Tabulaecodd. mss. Vol. VII.)
3 ) Der Inhalt der einzelnen Bände ist specificirt in den Scriptor.univ. Vienn. 1. c, p. 57 fll.
4 ) Eine Anzahl Sermones findet sich handschriftlich auf der WienerHofbibliothek (Codd. 11858 und 11859.)