568 Zusäze.
'Winter Schaden leiden mögten. Im Herbst wirfftdieser Baum sein Laub ab, und treibet im folgendenApril neues ; wann aber die Pflanzen zu Ende desSommers wacker wachsen, und es fallt im Herbstetwann siarcke Kalte ein, so leiden die jungen Schos-sen vielmals, ob sie schon wohl bedecket stehen. Wannsie also unter grössern Bäumen nicht wohl verwah-ret sind, so mus man sie sonst verwahren, und wannman im Herbst ihre Wurzeln mir altem Loh oderMist beleget, so kan der Frost nicht in den Bodendringen , und dieses wird den Pflanzen vielnuzen.
Die zweyte Sorte ist viel zarter als die erste, da-her man sie dann, bald im Frühling, in ein Mistbeetsäen mus , und wann die Pflanzen aufgegangen, solljede in einen kleinen Topf versetzet werden , der mirfrischer, fetter Erde angefüllet ist, und hernachgräbtman selbige wieder in das Mistbeet ein , wo man sieim Scharten halt, bis selbige neue Wurzeln gerne-den , nachgehends werden sie eben so tractiret, wiedas indianische Farbholz, welches mit dieser Pflan-ze in einem Land wachst. Sie müssen im Glas-haus gehalten werden, und die zwey ersten rviinc».-hindurch, da die Pflanzen noch jung sind / im Lohbeetsiehen ; wann sie aber erstarcket, kan man selbige imN?imer auf die Bretter im trockenen Glashaus stel-len , und um die Mitte des Sommers hinaus aneinen warmen Ort setzen , wo sie sehr wohl treibenwerden. Wann man diese Pflanzen im lvinrerin gelinder Wärme erhalt, so behalten sie ihre Blat-ter bis in den Frühling , worauf sie kurz vorher,ehedie neuen Blätter kommen,abfallen , und also bleibensie nicht lange nackend stehen. Bisher haben sie indiesem Land noch nicht geblühet.
toliis obwriZis , cxiuz , crM?.I). 8kavv. , n?ttt tbi»
Bastartrinaelblume, mit dicken, lang-lichten, meergrünen Blattern.
Diese Pflanze hat Herr Doct. Shaw in Africaentdecket, und den Saamen davon nach Luropagebracht, aus dem verschiedene Pflanzen gezogenworden , die sehr wohl treiben, und in freyer Lufftdie Kälte unseres Clima vertragen / aber nicht offtblühen. Sie treibt viele kriechende Stengel, welcheWurzeln treiben, wann man sie mit Erde bedecket,und hernach abgenommen werden können. DieStengel haben länglichte glatte Blätter, so den
Zusäze.
Waidblättcrnin etwas gleichen; dech stnd ste diekeeund safftiger. Die Blumen wachsen am ^nveder Stengel, sind glänzendgelber Farbe, undstrai)-lcnförmig wie an der Ringelblume. Sie stehen «»einem einfachen , platten Kelch , der in fünf breiteTheile zerschnitten ist, und wann die Blumen abfal-len, umgabt er den Saamen, der eyförmig unsmir einer Wolle versehen ist.
Da diese Pflanzein Lngelandselten guten Saa-men bringet, so ist sie am besten durch Schnittliniezu vermehren, welche wann sie in einer schartigen Ra-batte stehen , und viel begossen werden , innerhalbzweyer Monate wurzeln, und hernach dahin versetzetwerden können, wo sie bleiben sollen; sie wollen abereine warme Lage und trockenen Boden haben:datMwann sie zu sehr in kallen Winden stehen, so sind ih-nen solche im U?mrer schädlich, und wann derBAden nas ist, faulen sie in feuchtem Wetter. Arm)darf die Erde nicht gar zu fett seyn, dann sonst wach-sen die Pflanzen zu früh, dieses aber hindert sie an»blühen, und alsdann können sie die Kälte nicht so wohlvertragen. Daher stehen diese Pflanzen am bestenin einer trockenen sandigen Rabatte, so gegen M'/'tag lieget, und von einer Wand oder Mauer fürden Nord - und Ostwinden verwahret ist. Da wer-den die Pflanzen etliche Jahre dauern, und auchmanchmalen blühen.
Die Stengel dieser Pflanzen so auf den Bodenkriechen und Wurzeln treiben, können auch abgenom-men und versetzet werden ; oder wann man sie gleichden Einlegern anpflöcket,so treiben sie innerhalb zwey-er Monate Wurzeln» und können hernach versetzetwerden. Die beste Zeit dieSchnittlinge einzusetzen,oder die Stengel einzulegen, ist im^ülio, damit sievor Michaelis wurzeln , und hierauf mus man sieversetzen , damit sie noch vor ankommendem Fresiwohl wurzeln. Es ist gut daß man zwey oder dreydieser Pflanzen in Töpffen halte, daß man selbigein Verwahrung bringen könne, weil etwann die, s»im freyen Feld stehen/in strengen Wintern verderbet!mögten.
Diese Pflanze wird nicht über sechzehen, oderachtzehen Zoll hoch , treibt aber gerne sehr viel Sei-tenstengel, die auf der Erde kriechen, und einen klei-nen Busch machen , der, weiter das Jahr hindurchgrün bleibet, im ZlVinrer eine anmurhige Varietätmachet; daher sie dann auch in guten Gärten einenPlatz verdienet.
Verzeichn