Zusäze. Zusaze. ;6?
versetzet; und wäre der Frühling trocken, müssen sie feuchte, welches das Aufgehen des Saamens beför,
öfftcrs begossen seyn, wodurch ihre Wurjelung sehr dert. Wann er frisch ist, und bald im Frühling
befördert wird. Der Boden mus zwischen diesen ausgesäet wird , so werden in dem nämlichen Jahr
Zweiglein beständig gejätet werden, und wann man viele Pflanzen aufgehen; säet man ihn aber spar aus,
um Michaelis, etwas faule Loh, drey Zoll dick, oben so gehet er erst im folgenden Frühling auf. Wann
auf den Boden streuet, so halt solches die Wurzeln man ihn also im Frühling säet, und sich die Pflan-
warm, unö hindert daß die Kälte nicht in den Bo- zen um die Mitte des May noch nicht zeigen , mus
den dringe, wovon die Wurzeln , wann sie noch so man die Töpffe aus dem Mistbeet herausnehmen,
jung sind , Schaden leiden könnten. Im folgenden und in einen verwahrten Ort setzen, der nur allein
Februarii ehe noch die Pflanzen treiben, kan man sie die Morgensonne hat, und da können sie den Som-
dahin setzen, wo sie bleiben sollen ; sie wollen aber mer über bleiben, wahrender welcher Zeit man selb«,
einen frischen lettigen Boden haben der nicht zu starck ge vom Unkraut reinigen , und bey trockenem Wet-
vder nas ist, und in einem verwahrten Ort stehen, ter^ die Woche zwey bis dreymahl, begiessen mus.
wo sie starck treiben , und unter andern Bäumen Mit Anfang des Oktobers sollen die Töpffe an
von gleichem Wachsthum , in Lustwäldern ein gutes einen wärmeren Ort gebracht, und entweder unter
Ansehen machen werden. einen Glastrog, oder in ein Lohbeet, an einer gegen
Es treibt diese Pflanze am Boden gerne viel Sei- Mittagstehenden Wand oder Mauer eingegraben
tenäste, und wann man selbige nichtwegschneidet,gs, werden ; fiele aber eine strenge Kälte ein , so mus
hm die Pflanzen nicht in die Höhe, fondern machen man sie bedecken, daß der Saame verwahret sey,
viel mehr einen dicken Busch; will man also Stäm, sonst mögte selbiger verderben. Um die Mitte des
Me aus ihnen ziehen , so müssen die Seitenschossen, folgenden Aprils , sollen die Töpfe in ein temperir-
sobald sie zum Vorschein kommen, weggenommen tes Lohbeet eingegraben werden , welches die Pflan-
werden, damit der HauptschcFe um so vielmehr Krafft zen in kurzer Zeit wird aufgehen machen; last man
bekomme; doch soll man dieses nur mit etlichen Bau- sie auch in dem nämlichen Beet bis um die Mitte
wen thun ; weil sie schöner aussehen, wann man sie des May , wird solches ihr Wachstum sehr beför-
Nach ihrer gewöhnlichen Art wachsen last : dann dern. Diese Zeit über aber, müssen die Fenster des
wann sie viel Aeste haben, füllen sie die leeren Plätze Mistbeets taglich in warmen Wetter geöffnet wer«
unter grösseren Bäumen an , und machen also die den, damit die Pflanzen frische Luffr bekommen; Her-
Orte , wo sie stehen , dick, geben auch mehr Nuzen nach gewöhnet man sie nach und nach an die freye
als wann sie nur einen Stamm treiben, weil sie nie- Lufft; dann um die Mitte oder zu Ende des May
walen grosse Baume werden. müssen die Töpffe aus dem Mistbeet berausgenom-
' . . men und in einen verwahrten Ort gesetzet werden,
1. spmolum, lentisci Ion- wo sie den Sommer über ble^ n ? önne» . zugleichZi «rjbu5 foliis, eu on ^mi fruNu cap5ul2n,ex mlula aber mus man selbige beständig 7'.n , und in n ocke-jamaicenli tab. Z2F. L. 6 .nein Wetteröfftersbegiessen. Im folgenden Herbst,oder - "ee. Der Bertrambaum, Zahnweh- sollen die Pflanzen unter einen Glabtrog gesetzet wer-bäum. den, da man ihnen täglich bey gelindem Wetter fri-
2. scule-aum. fraxini linuo- sche Lusst geben kan; wann es aber kalt ist, mus manKs Kpunäiaciskoüis, ^mei'icanum. eiuk. zu ihrer Verwahrung die Fenster darüber legen:
Stachlichtes Gelbholz. dann sie sind während Mer Jugend zart ,undda kan
Der erste dieser Bäume wächst in Sudcarolina ihnen die Kälte leichtlich schaden. Im folgenden
Und Georgm, und von da ist der Saame nachiLn, Frühling soll jede Pflanze, ehe sie noch zu treiben an-
gcland gebracht worden , wo man viele Pflanzen fangen, sorgfältig in einen kleinen Topfversekerwer,
gezogen , die in einigen Kunstgarten gehalten wer, den der mir frischer Erden angefülletist. Setzt man
den. Dieser Baum wird in seinem Vatterland sie in ein temperirtes Mistbeet, so w:rd solches ihre
insgemein sechzehen Schuh hoch , und hat einen neue Wurzelung befördern ; und läst man sie in sel«
Stamm der einen Schuh dick ist; eine raue aschfar- bigen bis um die Mitte des May , so werden die
be Rinde, und viel pyramidenförmige Hervsrra- Pflanzen um so viel schneller wachsen. Alsdann
Zungen hat , deren jede sich mit einem scharffen Dorn aber mus man ihnen auch in warmen Werter viel
«ndlget. Di« Blätter stehen zu vier bis fünff Paaren frische Lusst geben , sonst werden sie zu schwach ,und
beysammen , am Ende aber ist nur eines. Sie sind in May mus man selbige, in einen verwahrten Ort
fast so gros wie das Eschenlaub , aber rauer, haben in die freye Lufft hinaus setzen, wo sie bis in den fol-
stärckere Adern und sind am Rande ausgezackt. Am genden Herbst bleiben können. Diese Zeit über sol-
Ende der Zweige wachsen lockere Aehren von kleinen, len sie in trockenem Wetter beständig begossen, und
weissen Blumen die fünf Blätlein haben, und in ih, von Unkraut gereiniget wenden. Um Michaelis
rer Mitte stehen verschiedene rothe Fäden. Aufjede mus man die Pflanzen wieder unter einen Glastrog
dieser Blumen folgen vier glantzende schwarze Saa- setzen , um sie gegen die Kalte zu verwahren , auch
wen , dl« in einer rundlichten grünen Capsel stecken, ihnen bey gelindem Wetter frische Lufft geben ,
Die Blätter dieses Baumes riechen wie Pomeran- und sie nur allein in schlimmen bedecken. Im fol-
lenblätter und sind hizigund gewürzhaft, ingleichen genden Frühling können die meisten Pflamen aus
auch der Saame nebst der Rinde, welche die Leute, den Töpffen herausgenommen und in das freye Feld,
sv an der Seeküste von Carolina und Virginien unter andere ausländische dauerhaffte Baume , in
wohnen, eben so gegen das Zahnweh brauchen, wie die Quartier des Lustwaldes, gesel-et werden. Ste-
wan sich der spanischen Bertramwurzel in Europa hen sie nun daselbst unter der Bedeckung grösserer
bedienet, woher denn auch der Baum seinen Na- Bäume, und ist der Boden fett und nas, so werden
Wen hat. sie sehr wohl wachsen und eine anmuthige Varietät
Man kan ihn aus den Saamen ziehen, den man machen. Einige Pflanzen können noch ein oder zwey
^ Topsse säen mus so mit frischer Erde angefüllet Jahre in Töpffen gehalten werden um sie im tVin,
und , und in ein temperirtes Mistbeet eingegraben rer zu verwahren / weil etwann diejenigen so im freyen
^rden, wobey ju beobachten,daß man sie öffters an- Feld stehen , in ihrer Jugend, von einem strengen
Ddddddd» Win?