Druckschrift 
Theil 2 (1751)
Entstehung
Seite
462
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

462 ' u

lich wächst, wird sie nicht gebraucht: dann sie hatwenig Geschmack, und ist so klein, daß es kaum derMühe werth ist, sie »u sammeln. Ich glaube manhabe diese Staude St. Petcrskröur genannt,ehe siein I -iLngeland weder Blun?en noch Früchte ge-tragen , weil ihre Blatter mit den Blättern desHartheues oder des Gt .Pererskraurs viel überein-kommen : dann im übrigen ist sie vom Character die-ses Pflanzengeschlechts gar sehr unterschieden.

VIII8 Nl.VLZ'rkIZ. Siehe ci-m-ms.

^legcjovv - ivvoet , oder ()ueen oft'ne kiczäon. Der Geiöbart.

. Der Characrer ist:

Hac eine Vlume so aus verschiedenen Dlatleinbestehet, die im Areis wachsen , und sich rosen-förmig ausbreiten. Aus dein Aelch derselbenentspringt ein Scempsel, der hernach zu einerFrucht wird, die aus vielen kleinen häutigen,krummen Hülsen bestehet, die zusammen einHäuprlsm ausmachen, uud deren jede insgemeinein Saamenkorn enthalt.

Die Sorten sind:

1. LW5 5M. Eeiebsrt.

2. ilorc xleno. Iuüieu. Geisbarkmitzefüllter Blume.

z. foliis ex luteo vzricZztis. Geiöbart

mit gelb gescheckten Blattern.

Die erste Sorte wächst auf feuchten Wiesen inden meisten Theilen von Engeland wild, und blü-het mit Anfang des Iunii, da sie dann unter demGras ein feines Ansehen machet. Sie wachstauchhäuffig an den Seiten der Teiche und Flüsse, wo-selbst sie, weil man selten daselbst mähet, längerschän bleibet, und ihre Stengel höher werden. DieBlumen so oben am Ende der Stengel doldenweiswachsen, sind weis und gar wohlriechend. Diesesowohl als auch die Blatter werden in der Arzeneygebrauchet. Man hält die Pflanze für kühlend,trocknend und zusamm ziehend , auch treibt sie denSchweis und widerstehet dem Gisst. Die aus die-ser Pflanze bereitete Arzeneyen , sind ein aus denBlättern und Blumen abgezogenes Wasser, undein Extract welches einige sehr loben. Die Blu-men geben dem Wein einen angenehmen Geschmack,und werden manchmalen gebraucht, die starckenspanischen Weine schmackhaft zu machen, derglei,chen der Malvasierwein ist, so in der Insel Can-dia gemachet wird. Es können diese Blumen auchin Geschirre gesetzet werden,um Säle und Zimmerdamit auszuzieren , weil sie einen anmuthigen Ge,ruch habender den Kopf nicht einnimmt.

In die GälHn wird diese Pflanze selten gesetzek,weil man sie auf den Feld so hauffig wild findet;wyllte man aber einige derselben in niederige,feuchteOerter grosser Gärten setzen, so würden sie eine an-muthige Varietät machen; auch werden an derglei-chen Orten wenig andere Pflanzen, so mehr Werthhätten, wachsen.

Die zweyte Sorte verdienet in jedem guten Gar-ten einen Platz, weil sie so feine gefüllte Blumenhat, welche lange schön bleiben. Sie unterscheidetsich von der gemeinen Sorte durch nichts, als durchihre gefüllte und grosse Blumen, so, daß wann mansie in einen nassen Boden pflanzet,oder in trockenemWelter gehörig begiesset, sie wenigstens ein Monat

Uk.

Mb in kühlem Wetter bey sechs Wochen lM' ^recht schönes Ansehen machet; da auch dieeinen angenehmen Geruch haben, so schicken ^sehr wohl in Blumengeschirre, um Zimmer o«auszuzieren. .

Es werden diese Pflanzen durch T.hem'.Wurzel vermehret, welches im Herbstmus, damit sie noch ehe das trockene ^

Frühling kommet, Wurzeln schlagen,sie im folgenden Sommer nicht starck. Esnöthig diese Wurzeln öffter als um daöandcr^^zu theilen, und da soll man sie auch mchrzu ^theilen: dann da die Schonkeil dieserinnen bestehet, daß sie viel Stengel mithabe, so wird sie wenig Stengel treiben, ' .pWurzeln zu starckgelheilet werden,uudfolgl'evden auch die Pflanzen nur ein schlechtes AM"machen. ,

Wann man diese Pflanzen in nasse,schattige ^batten unter andere blühende Pflanzen setzet,man ihnen Platz einräumen: dann da sich ihre^-^,.zelu im Boden weit ausbreiten,so stehen sie immer ab, wann sie zu wenig Platz haben, sie m ldenn starck begossen werden, und in einem rccv .'^r -n Boden stehen: dann wann sich ihre ssmit den Wurzeln anderer Pflanzen vermischestwird eine der andern hinderlich fallen, und ^Sorten geschwachet werden. Daher soll nuzwey Schuh voneinander, und eben so weit aucv ^andern Pflanzen setzen , so wird man Platz 6'i<haben, zwischen den Pflanzen zu graben, welcy^.^lezeit in demjenigen Jahren, da man dieselbe»versetzet, fleissig geschehen mus; es stärcket >?'die Wurzeln, und macht sie starck blühen. . ^Die Sorte mit gestreiften Blattern wird .einigen Garten um der Varietät willenSie kan eben wie die vorige Sorte durchder Wurzel vermehret werden, hat aber kein«ten Bodens nöthig, dann solcher würde sie ^meinen Sorte machen.

VI^V§. Ikeklmlree. Der Ulttietiba^

Rüster.

Der Characrer ist:

Die Blume bestehet aus einem DlärleilN ^glockenförmig aussieher, und in der ^Laden hat. Aus dem untern Theil wact)>t ^Srempfei, der hernach zu einer häutigenblätterigen Frucht wird, die herzförmigher. In der Mitte derselben siyer ein bnmiges Saamengehauje,so ein Saamenkorsthalt, das meistens die nämliche Form har.

Die Gorren sind:

1. VlllZÄtilliniZj, folio lato iczbro.

Lmac. Der gemeine raublätterige Ulmenbaut«'

2. folio lalMmo iczbi-a. Lrer. ^

Breitblätteriger Ulmenbaum, den einige unveudige den brirtischen Ulmenbaum nennen.

z. minor, fc>jio AnZultc» lcabro. ^

Lmsc. Der schmalblätterige, oder engl'lcvmenbaum.

4. 5olic» glabro. Ler, Lmac. Deröblätterige Ulmenbaum.

5. major ttoll^nclica , ANZullis 6c ^acuminztis lAM»ris, fnlio IztlÜimc» lcsbro.

Der holländische Ulmenbaum. zu-

6. mmor, foUo anZuüo scsbro»