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Theil 2 (1751)
Entstehung
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460
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Seit einigen Jahren haben ihrer etliche Trau-ben an Spaliere gepfianzet, welche auch an einigenOrten , bey guter Witterung sehr woh! angeschla-gen; werden sie aber in keinen guten Boden gesetzet,haben sie die rechte Lage nicht, und wählet man dieSorten nicht recht aus , so bringen sie selten solcheFrüchte die zum Essen taugen. Der Boden der zuSpalieren gehöret,an welche man Reben setzen will,mus eben derjenige seyn, der zu Weinbergen ange,priesen worden. Er soll nämlich kreidig oder san-dig seyn, und einen halben Schuh hoch obenher leich-te gute Erde haben , und nach Süden, oder Süd-dsten zu etwas abhangig seyn, damit das Wasserleicht ablauffe, und nicht auf dem Grund stehenbleibe. In einem solchen an der Sonne gelegenenund für Winden verwahrten Ort, werden verschie,dene Traubensorren , bey warmer Witterung , inLngeland sehr wohl reif.

Einige Liebhaber füttern die Hintere Seite ihrerSpaliere mit niederigen Rohrzaunen, und anderemit dünnen Brettern ; beedes aber dienet den Re,den zur Beschützung gegen den Brand im Früh-ling, und befördert die Zeitigung der Trauben, so,daß sie bey leidlicher Witterung ziemlich reif wer-den. Beedes ist nicht gar kostbar: dann diese Zäu-ne dürften nur vier Schuh hoch seyn; weil die Re-ben, die nicht änderst als wie in Weinbergen tra,ctiret werden, niemalen über Mannshöhe wachsen,und die Tragzweige werden allezeit zwey Schuhhoch über den Boden ge-ogen; so , daß sie unterden Zäunen zu stehen kommen ; was aber die gera-den Dchossen anbelanget, die im nächsten Jahrtra,gen sollen, so liegt nichts daran, wie hoch sie überden Zaun heraus gehen, und brauchen nur einschlechtes Geländer, woran man sie anhefftet,daß sie»icht über die Frucht herhangen.

Wann man dergleichen verwahrte Spaliere fürTrauben machet, ist es gut oben auf den Boden ei-ne starcke, eichene Plancke zu legen, dergleichen manvon alten Schiffen und Booten haben kan, welcheetliche Jahre gut bleiben, und zur UnterstützngderZäune sehr tauglich sind. Wann diese Planetenfünfzehn? Zoll breit sind, wie man sie allezeit leichthaben kan , und der obere Theil des Zaunes vonRohren gemachet wird, und die Rohre lang genugsind, schneidet man sie in zwey Länqcn aus , ohneden obern Theil dazu zu rechnen. Vorncn machtman an diese Zäne ein schlechtes Geländer aus esche-nen Stangen , um die Reben daran anzuhefften.Die aufrechten Stangen dieser Geländer könnennur achtzehen Zoll im Umfang haben, und wann anselbigen drey Querstangen, einen Schuh weit von,einander sind, so sind ihrer schon genug um die Trag,zweige in gehöriger Weite, und so wie man eö vor,bat, daran vest zu machen, sie müssen aber eine sol-che Lage haben, daß die Zweige die Frucht nichtbe,schatten. Wann auch die aufrecht stehenden Stan-gen so lang sind , daß sie anderthalb Schuh überdas Rohr heraus langen, so sind sie hoch genug,umdie geraden Schossen, so im folgenden Jahr tragensollen, daran anzuhefften , und wann man sie in ge-höriger Weite, einzeln, anleget, so gemessen siederSonne und Lufft genugsam zur Reifung ihres Hol,zes,und besser,als wann man vier bis fünf Schossenan eine Stange anbefftet.

An dieses Geländer kan das Rohr hinten mitReiffen veste gemachet werden , wie man bey Ver,fertigung gemeiner Rohrbecken allezeit zu thun pfle,get. Und wann man oben am Rohr ein dünnesBret anmachet, damit es nicht brechen könne, sokan es lange Zeit erhalten werden. Wann man

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diese Zäune machet, mus das Rohr nicht zu ^angeleget werden; indem solches nicht nur n'.e^ ^sten wurde, sondern auch selbige mühsamer zu ^stigen wären , ja sie würden nicht einmaldauern, als wann sie von mittelmässigerren. Da man also die Rohre nach zweyschneidet, so wird jeder Bündel sechs SHU-?sich ausbreiten; da man dann zu erst den umTheil der Bündel anlegen mus , an welchem ^dickere Ende der Rohre ist, hernach wendet uden obern Theil der Rohre um, und breitet lh" ^i!nen über den andern hin, dadurch wird sodann ^obere Theil des Zaunes so dick als der untere- >leine man darf weder diese Zäune, noch jene,>0"! j,aus Bretern bereitet, ehender machen als bi« ^Reben vollkommen tragen, welches erst im vittoder fünften Jahr nach dem Pflanzen gelev'/^xnachdem sk'nämlich zunehmen; diese Zeit über"legt man die Schossen nur an gemeine „

dann machte man die Zäune ehe man diepflanzet, wie vielmals geschiehet, so sind sie ha^wann die Reben tragbar werden ; und vory^ben sie keinen Nutzen.

Die Traubensorten welche man an diese p"pflanzen soll, sind:

Die Müllerrebe.

Scdwarze Morillon»

N?eisse Lhasselas.

N>risse Muscareller.

MeUereben.

Süsscwasserreben.

Auvcrnar, oder wahre Burgunder» M

Man i man diese recht wartet, werden sie > ywo. l reif, wann anders das Wetter gut ist, sokommen bald nach denen so an Mauern steb^daß, wann sie recht besorget werden,und tiiaN/^cim Herbst die kalten Nächte kommen, Mall"'sie hänget, und die Früchte bis in den Ocrodel ' xan lasst, selbige recht gut werden. Würde" ^ ^die Süjsenwasserrcben an solche Zäune gePl^Fso wollen ste im Frühling, wann sie blühcn,ten Nächten bedecket seyn , sonst werden die ^ben brandig , wovon der grösste Theil verdirb'/ ^daß offt an jeder Traube nicht über sechs odel'gute Beeren sind, die übrigen Früchte aber^' Fklein und mager, ja kaum so gros als die kl»'Erbse seyn.

Wann man diese Reben, entweder anoder verschlossene Zäune setzet, so verfährt man ^mit eben so wie in Weinbergen, indem man !>'Schnittlinge sechs Schuh von einander setzet/ ^allezeit zwey in ein Loch einleget. Da man l>enur blos zum Essen ziehet, so ist eine einzelnehe, von mittelmassiger Länge, für eine Kamine >länglich genug, so man dabey andere an jl,hat die vor ihnen kommen. Hätte aber jemalu.^emehr als eine Reihe zu haben , so soll man ^zwölf Schuh weit voneinander setzen, damit l>der Sonne und Lufft gleichen Genus haben. ^

Was das Beschneiden und die übrigeder Reben anbelanget, so will ich hier nichl 'v'holen, was ich bereits umständlich gesaget ^dem es sich damit eben wie bey den Weinberg ^halt; auch Habs ich sonst nichts hinzu zudaß ich finde, wie die Traube welcher die enste Winzer in Frankreich den Verzug gcbtN/^etdie sie die Auvernar nennen, wie bereits auworden, eben diejenige sey, die man in pe)die blaue Düschelrraube(tbe Llue Lluirernennet, und welche lange bey uns als.eme ^Traub« an Mauern gepfianzet worden, so,