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Theil 2 (1751)
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458
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genug Mauern Zebauet werden,, an welchen sovielWeinstöcke stehen können , als für zwey oder dreyJahre nöthig sind, so, daß wann vorneu die Rah-msn beweglich gemachet werden, man sie von einemTheil der Mauer zum andern schieben, und einStock um den andern getrieben werden könne. Da-her wollt ich zu einer vierzig Schuh langen Mauerrathen, um alle Jahre mit selbiger zu treiben,indemein Feuer so viel wärmen kan ; und wann die Re-ben recht tragen, so werden sie für eine mittelmässi-ge Familie Trauben genug bringen.

An den meisten Orten wo dergleichen Treibmau-ern gebauet worden, besetzt man sie insgemein mitfrühen Trauben, um sie auch bald zu haben; allei-ne, meiner Meinung nach, verdienen sie kaum daßman sich diese Mühe gebe: dann es ist was geringesetliche w nige Trauben um ein Monat oder sechsWochen ehender zu haben, als diejenigen kommen,, so an gemeinen Mauern stehen. Daher wollte ichvielmehr rathen, daß wann jemand die Unkosten dar«an wenden will, dergleichen Mauern zu bauen, sol,che mit den besten Traubensorten besetzet werden,welche sonst in diesem Land selten zur Reiste kom-men, wann man sie nicht durch eine mit Kunst ge,machte Wärme treibet; und da sind folgende Sor-ten die besten:

Rothe Muscareller von Alexandria.

Ztveisse U uscareller von Alexandria.tzsluscacellerclbeben, oder Lrominiae.

Rocher Fronriniac.

Gprengllchrer Lrontiniac.

N?eisser Frvnriniac.

Schwarzer Fronriniac.

Burdtlassertrauben.

Malmseymuscareller,

Gc. perer.

Wann die Reben so an den Treibmauern stehen,so weit gekommen, daß sie tragen, so mus man sel,bige eben so beschneiden und warten, als wie die angemeinen Mauern; doch hat man hiebey diesen Un-terschied zu beobachten, daß man in denjenigen Jah-ren da sie nicht getrieben werden, die Stöcke,mSommer auf das sorgfältigste warre, damit sie ge-gen diejenige Zeit hin , da man sie treibet, gutesHolz haben , so, daß es besser ist, den Reben ihreFrüchte zu nehmen , damit sie mehr Holz bekommen:bann da wenige Sorten ohne Wärme reif werden,so verlohnt es sich nicht der Mühe sie an den Srö,cken zu lassen, so lange diese ruben, es .müste dannan den gemeinen Lronriniacstocken seyn , welchebey guter Witterung ohne künstliche Warme reif,fen; jedoch wollte ich auch rathen, dußmanwährenddieser nicht viel Trauben an ihnen laste: dann daman sie deswegen ruhen lässt, damit sie stärcker wer-den , so hat man fürnemlich dafür zu sorgen, daßdurch das zuviele Tragen das junge Holz nicht ge-schwächet werde: dann in denjenigen Jahren, daman die Reben treibt, werden die Knoten des jun-gen Holzes weiter auseinander gezogen, als sie or-dentlich in offener Lufft wachsen; wann sie diesem-Ziach zwey oder drey Jahre hintereinander getriebenwerden, so erschöpften sich die Reben so sehr, daßsie etliche Jahre lang sich nicht wieder erholen undrecht tragbar werden, sonderlich wann man sie frü-he treibt, oder im Sommer nicht Sorge trägt,daßsie genug freye Lufft haben, damit ihre Schossen umso viel besser reisten können. In denjenigen Jah-ren da sie getrieben werden, hat man einig und al-lein dahin zu sehen, daß die Frucht getrieben werde,ohne viel für das Holz zu sorgen. Daher soll manjeden Schossen zum Tragen beschneiden,keinen aber

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ÄM junges Hol; zu kreiden, weil man schouBeschneiden in andern Jahren, d" "evr ^neuem Holz zu füllen trachten kan. Die>«mgu ^den die man im Frühling treiben will, mulI" ^Herbst vorher bald beschnitten werden , da!M ^Augen so man an den Schossen lässt,aus dem

so viel möglich,Nahrung bekommen,;« gleiche^

aber, müssen die Schossen an das Geländer mjenigen Ordnung angchefftet werden, tn^r >> xhen sollen ; die Fenster aber darf man nichts .H,vorlegen,als bis zu Ende des Januar», um w ^Zeit man auch Feuer zu machen anfangen mu--'.treibt man sie zu frühe im Jahr, so treiben le .^der als das Wetter warm genug ist den Mzu geben , dadurch werden die jungen Scvschwach , und da kommen ihre Knoten zu ^lleinander, folglich müssen sie auch weniger ^bekommen ; diejenigen aber so an^ihnen Ge-werben kleiner, als wann man ihnen alle <63nugsame Lufft geben kan. . st

Macht man das Feuer zu vorgedachter Fu ^werden die Reben zu Ende des LebruariiMv ^sechs Wochen ehender zu treiben anfangen, a>o.gemein an den andern Mauern zu geschehenso, daß um diejenige Zeit, wann andere D"zu treiben anfangen, diese bereits blühen,frühe genug ist, um einige dieser Traubensorte' ,vollkommener Reiffe zu bringen. Das Feuer cin dergleichen Mauern nicht starck gemach",den: dann wann die Lufft bis über den ZwaiMGrad über remperirec ,nach Herrn Lowlero^ ^momctern, erwärmet ist, so ist sie vollkommen ,genug, um die Schossen nach und nach , ^treiben, und dieses ist viel besser, als wann nia"'xmit Gewalt treibet. Den Tag über darfdasnicht fortbrennen, als wann das Wetter stdvFist, und sich die Sonne nicht zeigt, noch d»e ^erwärmet: dann da ist es nöthig den ganzenein kleines Feuer zu erhalten. Wann ab"'Mauern recht gebauet sind, so macht ein milw^siges Feuer, so man alle Abend anleget, und b'k ^zehen oder zwölf Uhr in die Nacht brennendie Mauer nebst der eingeschlossenen Lufft n?ar"'^nug; dq man auch dieses Feuer nicht längereine Woche, oder zehen Tage in den LprUthig hat,es müste dann der Frühling sehrkalii^,so macht solches nicht viel Unkosten, weil ltiaüweder Kohlen, Holz, Torf,oder sonst eine brcw ^de Materie dazu gebrauchen kan , wicwehldie Kohlen wohlfeil zu haben sind, solche dasFeuer geben, so nicht viel Mühe machet. ^

iWann die Reben zu treiben anfangen, stman sie össters durchsehen, um die neuenan das Geländer anzuhefften,und alle unnütze" ^zunehmen. Hiebey aber hat man sehr soM" ,verfahren: dann sie sind sehr zart, und brechenlich wann man etwas zu unfanfft mit »huenfähret. Auch mus man die Schossen yevtlär ziehen, so, daß sie, so viel möglich , in A ^Weite zu stehen kommen, und also gleichen ^ ^von der Sonne und Lufft haben, welches, u»i ^Güte der Frucht zu befördern,unumgänglich m ^ist. Wann die Trauben formirer sind , st" chjdie Schossen am zweyten Knoten über der 0^ ^verkneipen, damit selbiger die Nahrung nicht 0unnütze Schossen entzogen werde, welches b"sen getriebenen Reben, so viel möglich,;» vermist, indem man ihnen kem unnützes, und denL.^xten schädliches Holz, welches durch seine ^ /Mdie Lufft abHalt, und die Frucht beschattet,soll. Ait