Druckschrift 
Theil 2 (1751)
Entstehung
Seite
208
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

2O8 KO

Me von verschiedenen andern blühenden Staudengemeldet worden, oder man pflanzt sie dahin, wo siebleiben sollen: dann last man sie langer als ein Jahrauf den Wurzeln der alten Pflanzen stehen, so wer,den sie holzig und treiben keine so gute Wurzeln alswann man sie im ersten Jahr verpflanzet, auch ste-het mehr zu befürchten, daß sie nicht anschlagenmögten.

Die beste Manier aber wohlgewurzelte Pflanzenzu erhalten, bestehet darinnen, daß man im Herbstdie jungen Zweige einlege, welche im folgendenHerbst gut wurzeln werden, sonderlich wann mansie bey trockenem Wetter begiesset; da man sie dannauck von den alten Pflanzen abnehmen, und dahinversetzen kan, wo sie bleiben sollen. Man kan sienach Belieben vom Ocrober bis in den April ver-setzen; sollen sie aber im ersten Jahr nach dein Ver-setzen, starck blühen, so mus man sie bald einpflan-zen ; wiewohl sie auch, wann sie etwas spat in»Frühling versetzet werden, erst im Herbst blühen,wie ich vor gesaget habe, wann sie änderst nichtvonder Trockene etwas leiden.

Die meiste» dieser Sorten lieben einen guten,nassen Boden, und eine offene Lage, da sie mehrund viel schönere Blumen bringen werden, alöwannsie in einem trockenen Boden und im Schatten ste-hen. Das Beschneiden so sie nöthig haben, beste-het blos allein darinnen, daß man das abgestorbeneHolz an ihnen wegschneide, und die Nebenschossenwegnehme; dieses aber soll allezeit im Herbst gesche-hen. Sollten aber einige sehr freche Zweige daseyn, so den andern Theilen der Pflanzen ihre Nah,rung wegnehmen, so mus man sie wegschaffen oderkürzer machen, damit sie mehr Zweige treiben,wann etwann welche nöthig seyn sollten, einen lee,ren Platz anzufüllen. Man hat aber auch daraufAcht zu geben, daß sich die Zweige nicht kreuhen,indem solches diesen Stauden so schädlich, als denFruchtbäumen ist: dann wann die Zweige nicht glei-chen Genus von der Sonne und derLufft haben, soblühen sie nicht so starck und so viel, als wann siemehr offen und in der Sonne stehen, so daß die Lufftfreyer zwischen ihnen durchstreichen kan.

Die drey leiten Rosensorten wachsen in den Wäl-dern von Nordamerika wild , von wannen derSaame nach Engeland gesendet worden, aus demman hernach viele Pflanzen gezogen. Sie sind sehrdauerhafft,und können also überall hin gesetzet wer-den , doch lieben sie vornehmlich einen leichten Bo-den. Man kan sie durchs Einlegen oder aus derNe-benbrut vermehren, wie die gemeinen Rosen, undso sie unter denselben vermischt stehen, tragen sie et-was zur Mannigfaltigkeit bey. In der Farbe derBlumen dieser Sorten giebt es einige Varietät,die aus dem hergebrachten Saamen entstanden,gleichwie auch mir andern Roftnsorren zu gesche-hen pfleget: dann seit einigen Jahren, da verschie-dene Liebhaber den Rosensaamen ausgesäet haben,hat man mancherley neue Varietäten erhalten, da-von einige recht gefüllt, und sehr schön gefärbt sind.Hiedurch sollten nun auch andere angefrischet wer-den , ein gleiches zu thun, sintemalen wir kein schö-neres Pflanzengeschlecht in der Natur haben, alsdie Rosen; je mehr man aber Varietäten von ih-nen erhalten kan, je besser ist es, sonderlich wann siezu verschiedenen Zeiten auf einander folgen, da danndie eine oder die andere Sorte über fünf Monatlang blühend erhalten werden kan.

Siehe, kermia Sinenü,.

kv

(wird also gniaimt v?»der Thau, und kizrinuü !^ar. zur See geh^^„«ob man sagte Seerhau, wie ihn auch eiNMnen: dann da er vor diesem gar häuffia an oer ^teländischen See wuchs, so fielen die davon aimgende Dünste, als ein Thau herunter.) k<"-Der Rosmarin.

Sein Characrer ist: ^

Es ist eine Wirrelpflanze, mir einerblume, so aus einem Llarlein bestehet, ^Ramm oder obere Lippe in zweyschnüren, und sich rückwärts bieget, mirförmigen Faden; die untere Lippe aber ist l"Tbeile gerheller, davon der mittlere gleich t ^L.ösfel ausgeholer. Aus d«m zwey oder 0» ^(tilgen Blumenkelch entspringt einSremPs^^Swelchen gleichsam vier Embryonen ^aus denen hernach eben so viel rundlichremen wcrden, die im Blumenkelch eingescvsind.

Die Sorten sind: ^

1. Kosi^kunus kortcnlls, lariore folio. ^

ttitt. Breitblatteriger Gartenrosmarin. . 5

2. K.os>lzkinu8 kortenlis, znZulkore tol^'L. ?. Schmalblätteriger Gartenrosmarin. x.

z. kozwäkMUsAriarus. live aureus.Der goldstreifige Rosmarin. . zl-

4. kosnäkidM!» liortenliz, zn^uliinreAenreus. tt. k. ?zr. Der schmalblätterige,streifige Aosmarin.

s. Koswäkinus ^Imerienlls, tlore msjc>reto, xurpuraicente. lourn. Der almertsc ^e ^

marin, mit grosser, purpurfarber, ährenfor»"'Blume.

6. lvosnäkmuz Hontzneuz, folio cleZZnrel ^ric^to. Loerb. Inä. Der breitblatterige 9^rin, mit schön gestreiftem Blat. ^

Diese Pflanzen wachsen häuffia in dem ATheil von Frankreich, in Spanien undwoselbst sie, auf einem trockenen, steinigen ^ . ^kan der ^>ee ausserordentlich treiben.sie aber in warmen Ländern wachsen, so sinddauerhafft genug, die Kälte unserer ordinärenter in freyer Luffr sehr wohl zu vertragen,. ^ , ste-in einem schlechten, trockenen, sandigen ^hen, in welchem sie die Kälte viel besser, ^nem fetteren Boden, leiden, als in welch^,.»,Pflanzen im Sommer zwar viel stärckeraber auch von der Kalte mehr ausstehen, und^'^so starcken aromatischen Geruch als die/eM^,«den, so in einem trockenen unfruchtbare» ^wachsen. ^

Die Sorten mit gestreifften Blatternzart, und.müssen entweder an eine warmeoder in Töpffe gepflanzet werden, die mit^'.^frischer Erde angefüllet sind, auch sollen sie'w^ ^rer in einem Glastrog stehen, sonst sterben 1^rem Wetter gerne ab.

Alle diese Sorten können durch abgesa^FZweiglein, die man im Frühjahr in einleichter, frischer Erde setzet, fortgepflanzet ^ ,,FWann sie hernach Wurzeln bekommen,sie dahin versetzen, wo sie wachsen sollen;ist am besten zu Anfang des Augusts vorzun ^damit sie, ehe es noch kalt wird, Wurzelnmen: dann verpflanzt man sie zu spat imdauern sie selten den lVtnrer hindurch, ^