Druckschrift 
2 (1907)
Entstehung
Seite
1154
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

1154

Zincum aeeticum.

von wenig Essigsäure nur auf ein halbes Volumen ein und setzt sie zur weiteren Krystalli-sation bei Seite. Die Krystalle werden ohne Anwendung von Wärme getrocknet. Ausbeute fast 300 Th. Dass beim Abdampfen der Zinkacetatlösung stets sehr kleine MengenEssigsäure verdampfen, und die Krystalle in der Wärme verwittern, ist bei der Dar-stellung wohl zu beachten. Auch geben zu weit eingedampfte Lösungen Krystalle mitgeringerem Wassergehalt.

Eigenschaften. Zinkacetat scheidet sich aus massig warmen Lösungen in Formfarbloser, sechsseitiger, monokliner Tafeln aus, welche fettig anzufühlen sind, schwach nachEssigsäure riechen und einen ekelhaft metallischen Geschmack besitzen. An der Luft ver-wittern die Krystalle etwas, auch geben sie unter theilweisem Uebergange in basischesZinkacetat etwas Essigsäure ab. Das Salz löst sich in etwa 3 Th. kaltem Wasser, 1,5 Th.siedendem Wasser, ferner in etwa 36 Th. kaltem oder 2 Th. siedendem Weingeist von90 Proc. Bei 100° C., auch beim Trocknen über Schwefelsäure bei gewöhnlicher Tempe-ratur, wird das Salz wasserfrei. Beim raschen Erhitzen auf höhere Temperaturen wird esunter Bildung von Aceton und Hinterlassung von kohlehaltigem Zinkoxyd zersetzt.

Die wässerige Lösung des Zinkacetats reagirt sauer und besitzt einen ekelhaftmetallischen Geschmack.

Prüfung. 1) Die wässerige Lösung (1:10) werde durch Schwefelwasserstoff reinweiss gefällt. Färbung des Niederschlages würde auf Verunreinigung durch fremde Metallehinweisen und zwar: Cadmium = gelb, Blei oder Kupfer = dunkel. 2) Wird durchEinleiten von Schwefelwasserstoff alles Zink gefällt, so soll das Filtrat beim Eindampfenund Erhitzen keinen Rückstand hinterlassen. Dieser könnte aus Kalk oder Magnesia be-stehen. Auf Magnesia speciell prüft man, indem man die Lösung (1 : 10) mit Ammoniak-flüssigkeit übersättigt und mit 12 Tropfen Natriumphosphatlösung versetzt. Es darfalsdann eine Trübung oder ein Niederschlag nicht entstehen. 3) Erwärmt man 0,5 gZinkacetat mit 5 ccm Schwefelsäure gelinde, so darf eine Bräunung nicht auftreten,andernfalls war empyreumahaltige Essigsäure verwendet worden.

Aufbewahrung. Vorsichtig, in gut verschlossenen Gefässen.

Anwendung. Zinkacetat ist Emeticum, Antispasmodicum und Adstringens, nurvon milderer Wirkung als Zinksulfat. Es findet seltene Anwendung; äusserlich inAugenwässern, Einspritzungen, gegen Hautkrankheiten, innerlich als Brechmittel undAntihystericum, sowie als specifisches (?) Mittel gegen Veitstanz, und von den Anhängerndes IiADEMACHEn 'schen Heilverfahrens gegen Delirium tremens, bei Gehirnleiden, Neural-gien, Kopfrose, Zahnschmerz. Man giebt es zu 0,050,10,150,2 g drei- bis viermaltäglich, als Brechmittel zu 0,51,01,5 g. B ademacher nannte das Zinkacetat einNarcoticum minerale, welches mit Opium Achnlichkeit habe und beruhigend und schmerz-lindernd wirke.

Aqua cosmetica zincica. Mixtura antidiarrlioica Rademacher.

Ep. Zinei acetici 5,0 zind acetici 8,0

Aquae Rosae 100,0 . A quae destillatae 180,0

Spiritus Colomensis 20 0. Mudlaginis Gummi arabici 30,0.

Gegen Sommersprossen. Diese mehrmals täglichzu befeuchten. Stündlich einen Esslöffel voll.

Aqua virginalis Chable.

Eau virginale. Pilulae antiepilepticae Richter.

Rp. Zinci acetici 5,0 R p . zinci acetici 2,0

Aquae destillatae 140,0 Asae f oe tidae 3,5

Spiritus Coloniensis 10,0. Extracti Valerianae q. s.

Ein Esslöffel vollauf l L Liter Wasser zu Waschungen n

und Einspritzungen 111 die Vagina. Fiant P llu,ae No " 50 ' CaSSia Clnnan ">"»

gendae.

Liquor injectorius antotopyorrhoicus Lincke. 23 mal täglich 23 Pillen gegen Epilepsie.

Injectio auricularis Lincke.

Rp. Zinci acetici 5,0 Pilulae Zinci acetici Rademacher.

Aquae Chamomillae 250,0

Tincturae Opii crocatae 5,0 ^P* Zinci acetici 6,0

Aceti pyrolignosi 2,0. Succi Liquiritiae q. s.

Zu Einspritzungen bei katarrhalischem und skro- Fiant pilulae No. 30. Stundlich 12 Pillen bei

phulösem Ohrenfluss. * Gehirnleiden, Neuralgien.