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Vanilla.
Tinctnra Tanillini composita (Nat. form.). Spiritus 200,0 com
Compound Essence or Tincture of Glycerini 125,0 „
Vanillin. Sirupi (U-St.) 125,0 ,.
Ep Yanillini 6,5 g Tincturae Persionis compos. 16,0 „
Cumarin! o',4, Aquae q. s. ad 1000,0 „
Ambrosia-Syrup der englischen Sodawasserfabriken ist Sirupus Fragariae cum SirupoYanillae ää.
Vanillinum (Ergänzb.). Yaiiilline (GalL). Yanillina (Acidum yanillicum.Yanilles'äure. Yanillekampher). rrotocatcchualdehydmetliyläther. C 8 1I 8 0 8 . Mol.Gew. = 152.
Dieser ausgezeichnete Riechstoff wird gegenwärtig nach verschiedenen Methodenkünstlich dargestellt, besonders durch Oxydation des Eugenols. Eugenol (s. Bd. I, S. 666)wird durch Kochen mit Essigsäureanhydrid zunächst in Acet-Eugenol verwandelt. Dieseswird in sehr verdünnter Lösung mit einer schwach erwärmten dünnen Lösung von Kalium-permanganat oxydirt. Man filtrirt die Flüssigkeit, macht sie mit Kalilauge alkalisch unddampft auf ein kleines Volumen ein. Hierbei wird (durch die Einwirkung des Alkalis)das Acet-Vanillin zu Vanillin verseift. Man säuert die Lösung mit Schwefelsäure an undschüttelt sie mit Aether aus. Nach dem Verdunsten des letzteren hinterbleibt das Vanillin.
Eigenschaften . Farblose, prismatische Nadeln von intensivem Geruch und Ge-schmack der Vanille, bei 80—81° C. schmelzend. Sie lösen sich schwer in kaltem Wasser,leicht in siedendem Wasser, sehr leicht in Alkohol, Aether, Chloroform,— CHO (1) Schwefelkohlenstoff, in fetten und in ätherischen Oelen. Vanillin bildet
p tj och
^ OH (4) Natriumbisulfit eine gut krystallisirende Verbindung, aus welcher
Vanillin es durch Einwirkung von verdünnter Schwefelsäure wieder in Krystall-
form abgeschieden wird. — Aus der Luft nimmt das Vanillin all-mählich Sauerstoff auf unter Uebergang in die zugehörige Vanillinsäure C 8 H 8 0 4 . Daheireagirt einige Zeit aufbewahrtes Vanillin stets sauer. Die wässerige oder alkoholischeLösung des Vanillins wird durch Ferrichlorid blau gefärbt. Bringt man Vanillin, in wenigAlkohol gelöst, mit der doppelten Menge Pyrogallol und hierauf mit starker Salzsäurezusammen, so entsteht unter blauvioletter Färbung Pyrogallovanillei'n. Phlorogluciuerzeugt unter den gleichen Bedingungen eine feurigrothe Färbung von Phloroglucin-vanillel'n (vergl. G ünzburg's Reagens, s. S. 1097).
Prüfung. 1) Das Vanillin schmelze nach dem Trocknen über Schwefelsäure bei80—81° C. und verbrenne auf dem Platinbleche, ohne einen Rückstand zu hinterlassen. —2) Kocht man 0,2 g Vanillin eine Minute lang mit 2 ccm konc. Salzsäure und fügt4 ccm Karbolsäurelösung (1: 20) hinzu, so soll diese Flüssigkeit auf Zusatz von filtrirterChlorkalklösung nicht schmutzig violett werden, und diese etwa eintretende Färbung darfdurch Uebersättigen mit Ammoniak nicht in Blau übergehen (Acetanilid).— 3) Hatteman die Gegenwart von Acetanilid nachgewiesen, so würde man dessen Menge durch eineStickstoffbestimmung feststellen können. Vergl. Cumarinum, Bd. I, S. 979.
Aufbewahrung. In gut geschlossenen Gefässen, an einem kühlen Orte, vorLuft geschützt.
Anwendung. Vorzugsweise als Aromatum bez. als Ersatz der Vanille. Thera-peutisch gelegentlich in kleinen Gaben als Nervinum und Stimulans. In der physiologischenAnalyse als ( G ükzburq'b ) Reagens auf freie Salzsäure im Magensaft, s. S. 1097.
Yauillin-p-Plienetidin. Eupyrin. C„H 3 (OCH 3 ) (Oll) CH = NC 6 H 4 . OCoH-,. Mol.Gew. = 271. Aequimolekulare Mengen von Vanillin und p-Phenetidin werden zusammen-geschmolzen, die erstarrte Schmelze wird aus Benzol-Petroläther umkrystallisirt. Gelbliche,prismatische Krystalle, schwach nach Vanille riechend, bei 102° C. schmelzend. Leicht lös-lich in Alkohol, Aether, Chloroform, Benzol, löslich in verdünnten Alkalien mit gelberFarbe. — Diese Verbindung soll ausser einer antipyretischen und desinficirendcn auch nocheine styp tische Wirkung haben.