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2 (1907)
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1107
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gebraucht, gewöhnlich in Form der Tinktur oder des Vanillezuckers. Hauptsächlich dientsie jedoch als angenehmes Gewürz für Thee, Chocolade, Gefrorenes und hat sich alssolches trotz des in grossen Mengen hergestellten künstlichen Vanillins behauptet; ja, nachdem Anbau zu schliessen, bewegt sich der Verbrauch eher in steigender Richtung. NachGehe's Handelsbericht wies das Jahr 1897/98 mit 180 000 kg die grösste bisherige Ernteauf, und diese war binnen Jahresfrist in den Verkehr übergegangen, trotz der fabelhaftenPreisherabsetzung des Vanillins (1876: 7000 Mk., 1890: 700 Mk., 1897: 126 Mk.). Da vonletzterem 2025 g 1 kg bester Vanille ersetzen, so giebt man offenbar der letzteren trotzdes erheblich höheren Preises vielfach den Vorzug. In der Parfümerie und Likörfabri-kation macht man von beiden umfangreichen Gebrauch.

Vergiftungen mit Vanille. Solche kommen vor: 1) bei den Arbeitern, die mitdem Sortiren und Verpacken der Vanille beschäftigt sind, und äussern sich in Haut-ausschlägen (Vanille-Krätze"), Kopfschmerzen, Steifheit etc. Ihre Ursache ist nicht sicherbekannt, man hat sie auf ein in der Vanille enthaltenes ätherisches Oel oder auf einzuweilen angeblich in Reunion gebräuchliches Bestreichen minderwerthig'er Früchte mitdem giftigen Saft der Früchte von Anacardium occidentale (Band I, S. 302) zurück-führen wollen. 2) Nach dem Genuss von Vanille-Eis. Es scheint, dass diese Vergiftungendurchweg ihre Ursache in einer Zersetzung der übrigen zur Herstellung des Vanille-Eisverwendeten Bestandtheile, wie Bahm oder Eier, ev. unter Beihilfe von Bakterien haben.Gelegentlich mögen auch ungereinigte Metallgefässe die Schuld tragen.

Yanilla saccharata. Saccliarum seu Elaeosaccharum Yanillae. Pulvis Ya-nillae cum Saccharo. Yanilla pulverata. Vanillezucker. Poudre de vanille sucree.Sucre ä la vanille. Ergänzb.: 1 Th. fein zerschnittene Vanille verreibt man mit 2 Th.Milchzucker in Trauben und 7 Th. Zucker in Stücken. Gall.: Aus 1 Th. Vanille und

9 Th. Zucker. E. Dieteeich lässt die Vanille zuvor mit ää Weingeist 1 j t Stunde stehen,wodurch sie spröder wird. Man verfährt so, dass man die Vanille in dünne Scheiben zer-schneidet, zunächst mit einem Theile des Zuckers verreibt, durch ein Sieb (No. 80. Gall.)schlägt, den Rückstand ebenso behandelt, und so fort, bis alles durchs Sieb gegangen ist.Man mischt das weisslich-graue Pulver gut durch und bewahrt es in dichtverschlossenenGläsern auf. Nach Gall. darf es durch Elaeosaccharum Vanillini (s. unten) ersetzt werden.

Tinctura Vanillae. Yanilletiiiktur. Teinture ou AI coole de vanille. Tinc-ture of Yanilla. Ergänzb.: 1 Th. fein zerschnittene Vanille, 5 Th. verdünnter Wein-geist (60 proc.). Helv.: 1 Th. Vanille, 10 Th. verdünnter Weingeist (62 proc.).Austr.: 1 Th. Vanille, 10 Th. Weingeist (87 proc.); durch Digestion. U.-St.: Aua100 g fein zerschnittener Vanille und q. s. einer Mischung aus 650 ccm Weingeist (91 proc.)und 350 ccm Wasser: man macerirt 12 Stunden mit 500 ccm, seiht durch, verreibt dieVanille mit 200 g Zucker, bringt in einen Perkolator und giesst zuerst die Seihflüssigkeit,dann soviel der Mischung auf, dass man 1000 ccm Tinktur erhält. Gall.: 1 Th. Vanille,

10 Th. Weingeist (80 proc.). Aus dem Pressrückstand lässt sich noch ein für Parfümerie-oder Haushaltungszwecke verwendbarer Auszug gewinnen. Innerlich zu 2030 Tropfen.

Aqua stoniatica fumatorum. Iiotulae Vanillae.

Mundwasser für Kau eher (Ap.-Ztg.). Vanille-Küchelchen Dieterich.

Rp. Olei Macidis R p> Vanillini 0,05

Olei Origani ää 2,5 Aetheris 20,0

Olei Menthae piperitae Rotularum Sacchari 100,0.

Olei Citri Wie Rotul. Menthae pip. zu bereiten. Gegen übel-

Olei Melissae ää 5,0 riechenden Athem.

Olei Rosmarin! 10,0 Sirupns Yanillae.

Tincturae Vanillae 40,0 Vanille-Sirup.

Spiritus Rosae Rp. Tincturae Vanillae 5,0

'I 1 . h. ninMn/\ A 11t ii fl n n OA A

Tincturae Aurantii Corticis ää 80,0Tincturae Benzoes 100,0

Spiritus diluti 670,0. Tinctura Aurantii composita.

Sirupi simplicis 95,0.

Zur Entfernung des Tabakgeruchs aus Mund und Bischoffessenz (Dresd. Vorschr.).

Athem. Rp. Corticis fruet. Aurantii immaturorum

Elaeosaccharum Vanillini. recentium viridium 60,0

Vanillinum saccharatum. Vanillin- Corticis Aurantii Cura?ao 180,0

zucker. Sucre älavanilline (Gall.). Corticis Aurantii Malaga 90,0

Rp. 1. Vanillini cristall. 2,0 Corticis Cinnamomi zeylanici 2,0

2. Sacchari albi pulv. 98,0. Caryophyllorum 7,5

Man löst 1 in q. s. Alkohol und mischt mit 2. Fructus Vanillae 11,0

Diese Mischung hat den gleichen Wirkungswerth Olei Neroli gtts. IV.

wie Vanille, den zehnfachen des Vanillezuckers, Spiritus (87 proc.) 1500,0

den sie nach Gall. ersetzen darf. Vini Hungarici 720,0

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