Vanilla.
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Die Samen sind rundlich eiförmig, im reifen Zustande schwarz,sie messen etwa 0,2 mm (Fig. 207).
Die Epidermis der Frucht besteht aus rundlich polyedrischen,flachen Zellen mit getüpfelten Seitenwänden. Sie sind von einerdicken Cuticula bedeckt, feine Cuticularknötchen finden sich auch tie-fer liegend in der Aussenwand. Zwischen den Epidermiszellen fallenhier und da Spaltöffnungen auf, in den Zellen liegt häufig einOxalatkrystall. Unter der Epidermis liegt das dicke Parenchymder Fruchtwand, dessen erste Lagen relativ kleinzellig sind. Inmanchen Zellen desselben finden sich Bündel von Oxalatraphiden; Flg - 207, Same dor Vamlle -diese Zellen liegen reihenweise über einander. — Die Samenschale umfasst 4 Zellschich-ten, deren äusserste aus kurzen Steinzellen besteht. Der Embryo ist nicht diiferenzirt,übrigens in der Handelswaare gewöhnlich geschrumpft. Nährgewebe fehlt.
Im Pulver fallen die meist unverletzten Samen auf, ferner erkennt man Oxalat-raphiden, hier und da Gefässe und Epidermisfetzen. Im untersten Theile der Frucht findensich grosse, schwach verdickte Steinzellen, was für die Untersuchung des Pulvers zubeachten ist. Geruch und Geschmack angenehm aromatisch.
Die K6union-(Boiirbon-)VaniIle zeigt häufig eigenthiimliche, hellere Figuren, Buch-staben etc., die sich bei der Untersuchung als aus Korkgewebe bestehend erweisen. Sieentstehen dadurch, dass man die jungen Früchte in den Pflanzungen in der bezeichnetenWeise ansticht oder anritzt, um sie gegen Diebstahl zu schützen.
Bestandtheile nach König . Wasser 28,39 Proc., stickstoffhaltige Sub-stanzen 3,71 Proc., flüchtiges Oel 0,62 Proc., Fett 5,71 Proc., Zucker 8,09 Proc.,stickstofffreie Extraktstoffe 31,70 Proc., Rohfaser 17,43 Proc., Asche 4,63 Proc.Der Gehalt an Asche schwankt von 4—5 Proc. Der wichtigste Bestandtheil, der den Ge-ruch und Geschmack der Vanille im wesentlichen bedingt, ist das Vanillin (vergl.unten). Es enthielten nach Tiemahn und Haarmann : Mexikanische V. 1,32—1,69 Proc.,Bourbon V. 0,75—2,90 Proc. und Java V. 1,56—2,75 Proc.
Das Vanillin präexistirt anscheinend nicht als solches in der Vanille, sondern wirdaus einer, vielleicht glukosidischen, Bindung erst durch den unten zu erwähnenden Processin Freiheit gesetzt. Ausserdem enthält die Vanille zuweilen in geringer Menge Piperonal,ferner Vanillinsäure. Das Fett besteht aus den Glyceriden der Oelsäure, Pal-mitinsäure und Stearinsäure; der Gehalt an Fett kann bis 21,24 Proc. betragen.Endlich hat man Schleim, Gerbstoff, Oxalsäure, Weinsäure, Citronensäureund Aepfelsäure gefunden.
Eriitebereitiing. Man sehneidet die unreifen Früchte ab, wenn die grüneFarbe eben beginnt in die gelbe überzugehen, sie sind dann geruchlos. Für dieweitere Behandlung unterscheidet man 1) das mexikanische oder trockene Ver-fahren. Bei demselben werden die Früchte zunächst 24 Stunden ausgebreitet, umzu welken, dann legt man sie einen Tag auf dunklen Wolldecken in die Sonne, bringt siedann in denselben Decken in Kästen, um sie schwitzen zu lassen, wobei sich der Geruchentwickelt und die Früchte nach 16—22 Stunden die bekannte dunkelbraune Farbe an-nehmen. Bei ungünstiger Witterung wird künstliche Wärme angewendet. ^ Man setzt siedann weiter noch 20—30 Tage zeitweise der Sonne aus und lässt sie in dieser Zeit noch4—5 mal schwitzen, worauf sie reichliche Krystallbildung (vergl. unten) zeigen.
2) Bei dem Heiss-Wasser verfahren, das auf Keunion gebräuchlich ist, werdendie Früchte einmal 15—20 Sekunden oder zwei- bis dreimal hintereinander je 3—4 Sekun-den lang in fast siedendes Wasser getaucht, um sie zum Absterben zu bringen. Dannwerden sie auf Haufen geschichtet, um sie schwitzen zu lassen und weiter in Wolldeckengehüllt der Sonne ausgesetzt, wie bei 1).
3) Bei dem Chlorcalciumverfahren werden die Früchte ebenfalls zuerst mitheissem Wasser behandelt, ohne sie in dieses einzutauchen, dann über Chlorcalcium ge-trocknet und endlich mit warmem Wasser abgewaschen. Endlich hat man 4) noch empfohlen,die frischen, also geruchlosen, Früchte in Alkohol gelegt zu exportiren.
Die fertige Waare wird nach der Länge der Früchte sortirt, diese in kleinen Bündelnzusammengebunden, diese in grössere Bündel vereinigt und in Blechkisten verpackt. 3 Th.frische Vanille geben etwa 1 Tb. trockne.
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