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2 (1907)
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1091
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Urina.

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Indican. Indigobildende Substanz. Dunkle Harne müssen vorher durch vor-sichtiges Ausfällen mit Bleiessig entfärbt, Eiweiss enthaltende durch Aufkochen (event.unter Zusatz von wenig Essigsäure vom Eiweiss befreit werden). Man mischt 10 ccmHarn mit 10 ccm Salzsäure (von 25 Proc.), giebt 8 ccm Chloroform zu und schüttelt unterallmählichem Zusatz weniger (!) Tropfen Chlorkalklösung (5: 100) durch. Bei Anwesen-heit von Indican wird das Chloroform und die darüber stehende Flüssigkeit blau gefärbt.Cave: Erwärmen und Ueberschuss von Chlorkalklösung. Identificirung des Indigo durchspektralanalytische Untersuchung der Chloroformlösung (s. S. 617).

(Jallenfarfostoffe. Harne, welche Gallenfarbstoff enthalten, geben deutlich gelbenSchaum! a) G melin's Probe. Man bringt in ein Spitzglas 10 ccm reine Salpetersäure, deretwa 10 Tropfen rauchende Salpetersäure zugemischt sind, und schichtet mit einer Pipettevorsichtig 10 ccm des Harns auf. Bei Anwesenheit von Gallenfarbstoff entsteht an derBerührungsstelle ein smaragdgrüner Ring, der allmählich höher steigt, an der unterenGrenze aber nach und nach ein blauer, violettrother oder gelber Ring. Beweisend ist nurder grüne Ring. b) Nach H uppebt- J olles . Man giebt in einem Glasstöpsel-Cylinder50 ccm Harn, etwa 10 Tropfen Salzsäure von 10 Proc., dann Baryumchloridlösung imUeberschuss, 5 ccm Chloroform und schüttelt kräftig durch. Nachdem Niederschlag undChloroform sich abgesetzt haben, pipettirt man beide ab, bringt sie in ein Reagensglasund lässt das Chloroform im "Wasserbade verdunsten. Lässt man dann an der Wandungdes Reagensglases vorsichtig 23 Tropfen Salpetersäure (welche etwas rauchende Salpeter-säure enthält) hinabfliessen, so tritt smaragdgrüne Färbung auf.

Oxalsäure ist im Harn Gesunder stets in geringen Mengen vorhanden; eine Steige-rung erfolgt bei gewissen pathologischen Zuständen (Oxalurie).

Bestimmung. 500 ccm Harn werden mit einem Ueberschuss von Calciumchlorid-lösung (1:10) versetzt und mit Ammoniak alkalisch gemacht. Man filtrirt nach dem Ab-setzen ab, vertheilt den ausgewaschenen Niederschlag mit Wasser und säuert deutlichaber nicht zu stark mit Essigsäure an. Nach 24stündigem Stehen filtrirt man ab, wäschtaus, löst den Niederschlag auf dem Filter in warmer verdünnter Salzsäure, wobei Harn-säure zurückbleibt, dann macht man das Filtrat mit Ammoniak ammoniakalisch und be-stimmt den ausgeschiedenen Kalk als Calciumoxyd.

CaO x 1,6071 = wasserfreie Oxalsäure C 2 0 4 H 2 .

Blut und Blutfarbstoff. Man unterscheidet Hämoglobinurie, wenn nur Blut-farbstoff und Hämaturie, wenn auch noch Blutkörperchen im Harn zugegen sind. Jederbluthaltige Harn enthält auch zugleich Eiweiss, jeder Blutkörperchen enthaltende enthältnatürlich auch Blutfarbstoff.

a) HELLEü 'sche Probe. Zu 10 ccm Harn giebt man 3 ccm Natronlauge. BeiGegenwart von Blut(farbstoff) sind die ausfallenden Erdphosphate röthlich gefärbt. Nichtbeweisend, lediglich Yorprobe.

b) A lm^n's Probe. Man schüttelt 5 ccm altes, verharztes Terpentinöl mit 5 ccmfrisch bereiteter Guajakharz-Tinktur (1 : 100) bis zur Emulsionsbildung und fügt den sauren,bez. mit Essigsäure angesäuerten Harn hinzu. Nicht rasch verschwindende blaue Färbungdeutet auf Blut. Nicht beweisend, da auch Eiter und Oxydationsmittel Blaufärbunghervorrufen.

c) Man dunstet etwas Harn ein und versucht mit dem Rückstände die TßicHMANN 'schenKrystalle herzustellen; s. S. 811. Ist wenig Blut vorhanden, so fällt man 50 ccm desHarns mit Gerbsäure, wäscht den Niederschlag aus und benutzt ihn zur Darstellungder TEicHMANN 'schen Krystalle. Das Auftreten der letzteren ist beweisend für Blut.

d) Spektroskopisch. Man untersucht den Harn in passender Verdünnung vordem Spektroskop ohne und mit Zusatz von Reduktionsmitteln und kann dabei nicht blosdie Anwesenheit von normalem Blut, sondern auch von Umwandlungsprodukten desselbenabsolut sicher nachweisen (s. S. 812).

e) Mikroskopisch. Der Nachweis von Blutkörperchen ist nur mit Hilfe desMikroskopes möglich. Man untersucht bei 300500facher linearer Vergrösserung denHarn, den Bodensatz und namentlich auch dunkle Gerinnsel. Sind Blutkörperchen vor-handen, so muss auch Blutfarbstoff zugegen sein.

Harn-Sedimente. Die Untersuchung derselben erfolgt vorzugsweise durch dasMikroskop und ist wegen der erforderlichen histologischen Vorkenntnisse im allgemeinenAufgabe des Arztes. Indessen wird sich der Apotheker über die wichtigeren und"häufiger

vorkommenden Bestandtheile der Harnsedimente zu unterrichten haben. Wichtig ist

zunächst, ob der Harn klar entleert wird und erst beim Stehen einen Bodensatz bildet,oder ob er schon trübe die Blase verlässt. _ (Feststellung der Reaktion!) Zur Unter-suchung des Sedimentes lässt man den Harn in einem Spitzglase absetzen, giesst die klareFlüssigkeit zum grössten Theile ab, bringt mittels einer Pipette Theile des Bodensatzes aufeinen Objektträger, legt ein Deckglas auf und untersucht bei etwa 300facher linearerVergrösserung. Wo eine Centrifuge zur Verfügung steht, unterwirft man dem Harn auch

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