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Thea.
Verfälschungen des Thees. Wir führen im folgenden im wesentlichen nursolche auf, die seit 1890 beobachtet sind, da manche der älteren Angaben künstlich kon-struirt erscheinen. Das gilt besonders für eine Anzahl von Blättern, die als Verfälschungenund Surrogate des Thees genannt werden. Bei nicht wenigen derselben liegt die Sacheeigentlich umgekehrt, insofern sie in manchen Gegenden vor Bekanntwerden des Thees zuHerstellung eines Getränkes in Gebrauch waren und nun vor dem Thee allmählich ver-schwinden, sodass man sie nicht als Verfälschungen oder Surrogate des Thee bezeichnen kann.
a) Theile der Theepflanze.
1. Gebrauchte Theeblätter, die wieder so hergerichtet werden, dass sie frischemThee gleich sehen. Man soll solchen Thee mit Campecheholz-Auszug, Catechu und Zucker-couleur auffärben. Dahin gehört der Maloo- und Eogoschkische Thee. Solcher Theegiebt weniger Extrakt, Asche, Coffein etc. wie guter (vgl. unten).
2. Vermengung guter Sorten mit minder guten, z. B. Pecco mit Souchong etc.Zum Nachweis weicht man eine Probe auf, legt die Blätter auseinander und vergleicht siebezüglich der Grösse etc. mit denen unverdächtiger Sorten.
3. Abfälle von der Herstellung des Thees, Theestaub aus den Kistenwerden mit Klebemitteln geformt, sie liefern den „lie-tea" = „Lügenthee". BeimAufweichen liefert solcher Thee keine Blätter, sondern zerfällt in Stückchen.
4. Färbemittel, ausser den bereits angegebenen werden genannt: Indigo, Berliner-blau, Chromgelb, Curcuma (für grünen Thee), Graphit.
5. Mineralische Zusätze zur Beschwerung: Thon, Gips, Schwerspath, Speck-stein, Sand. In Sorten von 3 hat mau Kohle, Zimmt, andere Binde, Stroh, Fisch-ßchuppen etc. gefunden.
6. Andere Blätter, die man angeblich dem Thee substituirt; es sind auchhier, wie beim Kaffee, von den Verfälschungen solche Blätter auseinander zu halten, dieman an Stelle von Thee benutzt, ohne sie als Thee zu bezeichnen, dahin gehört der Mate(Bd. n, S. 120), die Blätter von Coffea (Bd. I, S. 903).
Epilobium angustifolium L. (Fig. 175) und E. hirsutum L. (in Bussland alsKappovic tea, Kopnischer Thee, Koponke, Iwan-Thee für sich genossen oderunter echten Thee gemischt; in Warschau sollen 10 Proc. der untersuchten Theesortensolche Blätter enthalten haben), schmal lanzettlich, sparsam gezähnt, sie haben keineSteinzellen im Blattgewebe, dagegen Kaphiden, die spärlich vorhandenen Haare sinddünnwandig, ein-, selten zweizeilig, Gefässbündel des Mittelnerven bikollateral, Cuticulader Blattunterseite längsgefaltet. Lithospermum officinale L. (als „böhmischerThee, kroatischer Thee" im Handel und dem schwarzen Thee täuschend ähnlichzubereitet. Die Pflanze soll zur Theebereitung in Böhmen gebaut werden) (Fig. 176).Blatt schlank lanzettlich, ganzrandig, Haare warzig-rauh, sie enthalten einen Cysto-lithen, ebenso die die Haare umgebenden Epidesmiszellen, Spaltöffnungen nur auf derUnterseite, auffallend klein. Vaccinium Arctostaphylos L. (im Kaukasus alsKutaisthee, kaukasischer Thee, ebenfalls wie schwarzer Thee zubereitet). 5—6cmlang, 2—3cm breit, eirund, zugespitzt, am Bande dicht drüsig-gezähnt. An den Nervenbeiderseits mit langen, einzelligen, am Grunde etwas aufgetriebenen Haaren mit fein ge-strichelter Cuticula und mit keulenförmigen Drüsenzellen, selten im Mesophyll Oxalatdrusen.Vaccinium Myrtillus L. (ebenfalls als kaukasischer Thee vorgekommen). Eiförmig,am Grunde gestutzt, oder schwach herzförmig, fast sitzend, bis 3 cm lang, bis 2 cm breit,drüsig-sägezähnig, Cuticula der Epidermis der Oberseite welligfaltig, an den Nerven ein-zellige, dickwandige, warzige Haare und Drüsenzotten, im Schwammparenchym Einzel-krystalle von Kalkoxalat.
Salix alba L., S. pentandra L., S. amygdalina L. (Fig. 177) (Weidenblätter sollenschon in China zuweilen dem Thee beigemengt werden). Lanzettlich, fast sitzend, am Randeklein-sägezähnig mit braunen Zahnspitzchen, oberseits zerstreut, unterseits dicht behaart.Spaltöffnungen beiderseits, wenn auch auf der Oberseite meist sehr spärlich. Palissadenzweireihig. Haare einzellig.