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2 (1907)
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Tamaiindus.

Rohes Tamarindenmus erweicht man mit ää lieissem Wasser, reibt durch ein Haarsieb(IV. Germ.), dampft in einem (tarirten) Porcellangefässe im Wasserbade zum dicken Ex-trakt ein und mischt diesem noch warm l / B , nach Austr. 1 / 3 seines Gewichts gepulvertenZucker hinzu. Da hierdurch eine Verdünnung eintritt, welche die Haltbarkeit des Musesbeeinträchtigt, so thut man gut, noch eine Weile weiter einzudampfen. Gall.: Ebenso,,doch ohne jeden Zuckerzusatz. E. Dieterich lässt 1 Th. Tamarinden zuerst mit 2,dann nochmals mit 1 Th. heissem Wasser erweichen, durch ein feines Haarsieb reiben,den Brei in einem Pressbcutel abtropfen, dann bis auf 0,7 Th. auspressen, hiermit die zumdicken Extrakt eingedampfte Pressflüssigkeit mischen und dann die entsprechende MengeZucker zuset .en. Bei diesem Verfahren wird ein zu langes Erhitzen des Muses, wobeidieses leicht einen bittern Geschmack annimmt, vermieden. Ausbeute etwa 150 Proc.Germ, und Helv. schreiben einen bestimmten Säuregehalt vor: 2 g mit 50 com heissemWasser geschü'telt, sollen nach dem Erkalten ein Filtrat geben, wovon 25 ccm mit 1,2 ccmNormal-KOH oder -NaOH noch sauer reagiren. Der Wassergehalt wird von Germ, undHelv. auf 40 Proc. b.\:;i enzt. Prüfung auf Metalle wie oben. (Bei der Darstellung sämmt-licher Zubereitungen aus Tamarinden ist die Verwendung von Metallgeräthen selbstver-ständlich ausgeschlossen.)

Aufbewahrung. Man bewahrt das zum Schimmeln neigende Mus an einemkühlen, trocknen Orte in Porcellangefässen auf. Die Oberfläche wird nach jedesmaligerEntnahme mit einem Pistill glatt gestrichen und mit einer Scheibe aus Fliesspapier, diesich rings der Wandung des Gefässes dicht anschliesst, bedeckt. Hat man das Papier zu-vor mit einer weingeistigen Salicylsäurelösung getränkt, so ist das Auftreten von Schimmel-pilzen nicht zu befürchten.

Anwendung. Das gereinigte Mus dient als gelindes Abführmittel, in Mixturenzu 515 g mehrmals täglich, gewöhnlich aber in Form von Latwergen und Konserven.Brit. und U-St. führen nur das rohe Mus, das erst bei Verwendung zu Confectio Sennaeder Reinigung unterworfen wird.

Conserva Tamarindorum. Tamarindenkonserven. Conserve de tamarin.Ergänzb.: Gereinigtes Tamarindenmus stösst man mit q. s. feinem Sennesblätterpulverzur Masse an, formt 2 g schwere Brödchen, trocknet bei 40° C. und überzieht mit Blatt-silber oder Chokoladenmasse. Gall.: Wie Conserva Cassiae (Bd. I, S. 674). Diete-rich : 500,0 Tamarindenmus, 300,0 Zucker, 200,0 Jalapenknollen, 200,0 Weizenstärke, 5 TropfenNeroliöl stösst man zur Masse, rollt aus, sticht 2,5 g schwere Brödchen aus, bepinselt miteinem Brei aus 2 Ohokoladenpulver, 7 Zucker, 3 Gummischleim, q. s. Rosenwasser, be-streut mit Krystallzucker und trocknet bei 40° 0.

Extractum seil Mellago Tainarindorum. Tauiariudenextrakt. Man zieht Ta-marinden mit dem 5 fachen Wasser aus, wie unter Sirup. Tamarindi angegeben, dampft aberdie filtrirte Pressflüssigkeit zum Sirup ein. Ausbeute etwa 50 Proc. Giebt mit Zucker-wasser eine fast klare, angenehm schmeckendeTamarinden-Limonade".

Ptisana cum pulpa Tamarindi. Tisane de tamarin (Gall.). 20,0 Tamarinden-mus .übergiesst man in einem Porcellangefäss mit 1000,0 siedendem Wasser und seiht nach1 Stunde durch.

Sirupus Tamarindi. Tamarindensirup. Helv.: 250 Th. Tamarinde digerirt manim Wasserbade mit q. s. Wasser, seiht durch, presst aus, dampft auf 400 Th. ein undbringt mit 450 Th. Zucker und 150 Th. Glycerin zum Sirup. Man mischt gleiche TheileTamarindenextrakt und Himbeersaft und setzt eine Spur Fruchtäther zu. Die Säure kannman durch vorsichtigen Zusatz von Natriumkarbonat theilweise abstumpfen.

Electuarium Tamarindorum F üller . genau mit 4, mischt 57, dann den Rest von

Rp. Foliorum Sennae pulv. 5,0 175,0 hinzu und filtrirt nach einigen Tagen.

Tartari depurati 1,0 II. Münchener Apotk.-Verein.

Pulpae Tamarindorum depur. 15,0

Sirupi Mannae q.

Rp. 1. Pulpae Tamarindorum crudae 500,02. Aquae ebullifentis 2500,0

Essontia Tamarindorum. 3 * Magnesii carbonici q.

Tamarindenessenz.

4. Foliorum Sennae concis. 50,0

5. Magnesiae ustae 2,0I. Berliner Apoth.-Verein. 6. Aquae destillatae 500,0

Rp. 1. Foliorum Sennae Spiritu extract. 50,0 7. Sirupi simplicis 50,0

2. Pulpae Tamarindorum depur. 830,0 8. Sirupi Aurantii corticis 50,0

B. Aquae ebullientis 2000,0 9. Sirupi Cinnamomi 50,0

4. Liquoris Natri caustici 10. Spiritus diluti 50,0.

(Pond. spec. 1,170) 90,0 vel q. 8. Man erweicht 1 mit 2, dampft die ohne Pressung

5. Spiritus (87 proc.) 100,0 gewonnene Seihflüssigkeit auf 1000,0 ein, neu-

6. Sirupi simplicis 100,0 tralisirt 750,0 davon mit 3, mischt die übrigen

7. Tinct. Yanillae 5^0. 250,0 und den durch 24stündige Maceration ausMan stellt 13 zwölf Stunden bei Seite, presst 46 erhaltenen Auszug hinzu, kocht auf, seiht

und dampft die zum Kochen erhitzte Flüssig- durch Flanell, dampft auf 800,0 ein, fügt 7 bis

keit auf 700,0 ein. 525,0 davon neutralisirt man 10 hinzu, lässt absetzen und filtrirt.