Druckschrift 
2 (1907)
Entstehung
Seite
742
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Rhus.

t Folia Toxicodendri (Germ. I). Uhus Toxicodendron (U-St.). Horba RhoisToxicodendri seu radicantis. Giftsumachbliitter. Giftbaumblätter. Feuillesde vinaigrier. Feuilles de sumac veneneux. Poison Ivy. Poison-oak Leaves.

Bestandtheile. Bis 25 Proc. Gerbstoff, der die Haut röthende Bestandtheilsollte eine flüchtige Säure, Toxicodendronsäure, sein, die aber wahrscheinlich Essig-säure ist, man hält diesen Bestandtheil jetzt für Cardol (Band I, S. 302).

Verfälschung. Es sollen zuweilen die özähligen Blätter von Ampelopsisquinquefolia Michx. und die dreizähligen von Ptelea trifoliata L. in den Handelgelangen.

Verwendung. Aus den frischen, im Juni Juli hei Sonnenschein gesammeltenBlättern (man vermeide, sie mit der Haut in Berührung zu bringen und schütze die Händedurch Handschuhe, da die Berührung der Blätter mit der Haut bei vielen Personen bös-artige Ausschläge erzeugt) bereitet man ein Extrakt und eine Tinktur. Die getrocknetenBlätter dürfen nicht über ein Jahr aufbewahrt werden. In ähnlicher Weise giftig wirkenauch eine Anzahl anderer Arten, so Rhus tetlatin, Rh. juglandifolium. Dosis maxima0,4 g, pro die 1,2 g (Germ. I.).

f Extractum Toxicodendri. Wie Extractum Belladonnae Germ. (Band I,S. 469). Ausbeute etwa 3 Proc. Vorsichtig aufzubewahren. Dosis maxima 0,05, pro die0,2 (Hagek).

(- Tinctnra Toxicodendri (Germ. I). Aus 5 Th. frischen, gequetschten Blätternund 6 Th. 87proc. Weingeist durch Maceration. Dosis maxim. 1,0, pro die 3,0.

In der Homöopathie gegen Gicht und Rheuma. Vor Licht geschützt aufzubewahren.

II. Rhus glabra L. Smooth Sumach. Heimisch in Nordamerika. Man ver-wendet die fast kugeligen, dicht mit purpurroten Haaren bedeckten, einsamigenFrüchte (U-St.).

-j- Extractum Rhois glabrae fluidum (U-St.) Fluid Extract of Rluis glabra.

Aus 1000 g gepulv. Frucht (No. 40) und einer Mischung von 100 ccm Glycerin und900 ccm verdünntem Weingeist (41 proc.) im Verdrängungswege. Man befeuchtet mit350 ccm, fängt die ersten 800 ccm Perkolat für sich auf und bereitet 1. a. 1000 ccm Fluid-extrakt.

III. RIlUS aromatica Alt. Sweet Sumach. FragTant Sumach. Heimischvon Kanada durch das atlantische Nordamerika bis Mexiko. Man verwendet die Wurzel-rinde. Sie ist bedeckt von einem dünnen Kork, der aus flachen, unverdickten Zellen be-steht. Die Markstrahlen sind einreihig. In den Baststrahlen Gruppen obliterirter Sieb-röhren. Ganz vereinzelt Gruppen von Steinzellen, die zuweilen Einzelkrystalle von Oxalatenthalten. Im Parenchym Oxalatdrusen. In Mittelrinde und Bast schizogene Sekret-behälter. Von Bestandtheilen sind zu nennen: Fettes Oel, Gerbstoff, Gallussäure. Man verwendet sie bei Diabetes, Syphilis, Blasenleiden, Nierenleiden etc.

Aus der mittelfein gepulverten Rinde bereitet man

f Extractum Rhois aromaticae fluidum. (.cwi'u-zsumach-Fluidextrakt, wie

Extractum Oondurango fluidum Germ. (Band I, S. 942). Gabe 0,52,0 ecm mehr-mals täglich.

Tinctura Rhois aromaticae (Dresd. Vorschr.). 1 Th. Gewürzsumach-Fluidextrakt,2 Th. Weingeist, 2 Th. Wasser.

IV. Rhus perniciosa H. B. Kth. In Mexiko. Liefert ein purgircnd und diu-retisch wirkendes Gummiharz (Goa Anchipin), das 34 Proe. Gummi und 44 Proc.bitterschmeckendes Harz enthält.

V. Rhus SUCCedanea L. und andere wachsliefernde Arten, vergl. Band I,

S. 692.

VI. Rhus semialata Murray liefert Gallen, vergl. Band I, S. 1199.

VII. Rhus vernicifera D. C. liefert Lack, vergl. Band II, S. 268.

VIII. Einige Arten enthalten in den Blättern reichliche Mengen von Gerbstoff undwerden daher technisch verwendet. So liefert Rhus Coriaria L. den sicilianischen,spanischen, portugiesischen, griechischen und einen Theil des französischen