Rheum. ygg
Man unterscheidet folgende Sorten:
A) An der Luft getrockneter Rhabarber.
a) Shensi, gilt als beste Sorte, aber gegenwärtig selten im Handel. Bildet rundlieheresp. walzenförmige und flache Stücke, letztere aus gespaltenen Rhizomzweigen, vonziemlich heller, etwas röthlicher Farbe. Die Stücke sind schwer und lassen auf der Aussen-seite die oben erwähnte, aus Rhomben bestehende Zeichnung gut erkennen. Im Bruchmeist roth marmorirt, körnig, Maserkreise deutlich.
Beim Kauen zwischen den Zähnen knirschend, Geschmack schwach aromatisch-bitter. Geruch süsslich-aromatisch. Asche 19,4 Proc., Alkoholisches Extrakt 30,74 Proc.,Wässeriges Extrakt '25,66 Proc., Doppelglukosid 15,66 Proc., Frangulasäure 1,1924 Proc.
b) Kanton, 1 ) ebenfalls in rundlichen resp. flachen Stücken von etwas weniger heller,mehr gelber Farbe wie a). Die Stücke sind auffallend leicht und lassen auf der meistnicht recht glatten Aussenseite die bei a) erwähnte Zeichnung kaum erkennen. Bruchmehr braun. Beim Kauen weniger zwischen den Zähnen knirschend, Geschmack schwacharomatisch, kaum bitter. Geruch wie a). Asche 7,92 Proc., Alkoholisches Extrakt 36,506Proc., Wässeriges Extrakt 28,78 Proc., Doppelglukosid 19,104 Proc., Frangulasäure 0,856 Proc.
B) Im Ofen getrockneter Rhabarber.
c) Szechuen, 1 ) ausschliesslich flache Stücke, Farbe wie b). Bruch etwa wie a),Geschmack schwach aromatisch-bitter, beim Kauen zwischen den Zähnen knirschend. Ge-ruch schwach rauchig. Die am reichlichsten im Handel vorkommende Sorte. Asche 4,17Proc., Alkoholisches Extrakt 43,97 Proc., Wässeriges Extrakt 39,41 Proc., Doppelglukosid21,64 Proc., Frangulasäure 3,398 Proc.
d) Common round, Stücke rundlich, resp. walzenförmig, stark längsrunzelig,wenig geschält, sonst wie c), der Geschmack deutlich rauchig. Die am wenigsten ge-schätzte Sorte. Asche 4,92 Proc., Alkoholisches Extrakt 39,72 Proc., Wässeriges Extrakt31,14 Proc., Doppelglukosid 19,092 Proc., Frangulasäure 2,748 Proc.
Eigentlich entsprechen alle vier Sorten, also jeder chinesische Rhabarber, wenn ernicht gerade verdorben ist (vergl. Prüfung) den Anforderungen und Beschreibnngen derArzneibücher, es versteht sich aber von selbst, dass der Apotheker nur die besten d. h. ge-haltreichsten Sorten, anwenden wird. Die Preise in den einzelnen Sorten können nochbedeutend differiren, so verzeichnet eine uns vorliegende Preisliste Shensi zu 2,30 Markbis 11,50 Mark und Kanton zu 12,0 Mark. Sehr beachtenswerth ist dabei, dass, wie diesoeben mitgetheilten Zahlen (die mit von Gebr. Blembel freundlich zur Verfügung ge-stellten Mustern erhalten wurden) ergeben, Shensi den Vorrang nicht verdient, sondernSzechuen die gehaltreichste Sorte ist.
Die Bezeichnungen der Preislisten 1 j l mundirt etc. beziehen sich auf den Grad derSchälung, eine solche Waare ( l /, mundirt) ist von den dunkel gefärbten Aussenparthienvöllig befreit, was bei ä / 4 und weniger der Fall sein wird. Es ist schon erwähnt, dassdie Stücke in Europa nachmundirt werden.
Beurtheilung, Pulver, Verfälschungen. Auf die Form der Stücke ist wenigGewicht zu legen, wenn schon eine gewisse Gewohnheit rundliche, kompaktere Stücke be-vorzugen mag. Die flachen Stücke sind aus dicken Riiizomen durch Spalten hergestellt undermöglichen ohne weiteres, das Innere des Rhizoms zu beurtheilen. Dicke, rundliche Stückeschlägt man auf, um sich zu überzeugen, dass das Innere nicht missfarbig ist oder faule,schwarze Stellen zeigt. — Die Stücke sollen derb, schwer, nicht leicht und schwammigsein, bei welchen der Verdacht vorliegt, dass sie nicht zur richtigen Zeit, in der Ruhe-periode der Pflanze, gesammelt sind, wobei freilich nicht ausser Acht bleiben sollte, dasssolche derben Stücke ihre Beschaffenheit einem besonders reichlichen Gehalt an Stärkeund Oxalat, also unwirksamen Stoffen, verdanken.
Die Stücke sind gewöhnlich mit Rhabarberpulver abgerieben, um ihnen ein rechtgleichmässiges Aussehen zu geben. Die wahre, etwas dunklere Farbe erkennt man daher,wenn man die Stücke mit einer scharfen Bürste abreibt, wobei auch mehr oder weniger deut-lich die eben beschriebene Struktur, besonders die Maserkreise, zu Tage treten muss. Hier
') Der Name hat also mit der Herkunft der Droge nichts zu thun.