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2 (1907)
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730
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Rheum.

Rheum.

Gattung der Polygonaceae Rumieoideae Rumiceae.

I. Rheum officinale Baill. Heimisch im westlichen China. Bis 2 3 / t m hoch,Die grundständigen Blätter bis 1,25 m gross. Das Blatt zeigt fünf hervortretendeLappen, von denen der mittlere Lappen nicht stark hervorspringt, bo dass das Blattdanach oft breiter wie lang erscheint. Am Grunde ist die Spreite herzförmig oderfast geöhrt. Blüthenstände dicht ährenförmig, nickend, Blüthen weiss. Aendert abmit wenig eingeschnittenen Blättern, straffen Blüthenständen und rothen Blüthen. Seit1867 bekannt.

II. Rheum palmatum L. Die Spreite der Blätter im Umriss rundlich herz-förmig, handförmig gelappt, die Lappen zugespitzt und buchtig-kleinlappig bis ganzrandig.Blüthenstand straff aufrecht, Blüthen weiss. Seit 1758 bekannt. Die durch den Rei-senden Pkzewalski 1873 vom See Kuku-Nor mitgebrachte Pflanze, die durch Maximowiczals var.'. tanguticum beschrieben wurde, ist mit Rheum palmatum völlig identisch.

Von diesen beiden Arten wissen wir, dass ihre Rhizome den nachher zu beschrei-benden, charakteristischen Bau der Droge besitzen, ob aber beide dieselbe liefern odernur eine, ist unsicher. Mit ziemlicher Bestimmtheit darf angenommen werden, dassII. an der Lieferung der Droge betheiligt ist. Beide Arten bilden ein mehr dickes, wielanges Rhizom, welches, nachdem die Pflanze geblüht hat, kräftige Seitenzweige ent-wickelt, die nach mehreren Jahren ebenfalls blüthentragende Achsen bilden. DiesesRhizom und seine Zweige liefern die Droge. Man gräbt die Rhizome im Herbst aus,reinigt sie zuerst oberflächlich, zertheilt sie, schält und schneidet sie zurecht, woraufman sie trocknet, indem man sie auf Fäden zieht. Man sammelt meist die Droge vonwildwachsenden Pflanzen, die von kultivirten gewonnene soll minderwerthig sein.Ausfuhrplatz in China ist gegenwärtig ausschliesslich Shanghai. In Europa unterliegtdie Droge noch einer Bearbeitung, indem schlechte, dunkle oder faulige Stellen entferntwerden.

Rhizoma Rhei. Radix Rhei 1 ) (Germ. Helv. Austr.). Rhei Radix (Brit.). Rheum(U-St.). Radix Rhabarbari. Rhabarbarum verum. Rhabarber. Rhabarber-wurzel. Chinesischer, echter, edler Rhabarber. Rhubarbe de Chine, de Mos-covie ou de Perse (Gall.). Rhubarbe. Racine de rhnbarbe. Rhubarb. Rhu-barb root.

Beschreibung. Die Droge besteht aus Stücken des Rhizoms, die kurz-rübenförmig,fast kugelig, cylindrisch oder flach sind. Das letztere ist der Fall, wenn das Rhizomstück gespal-ten wurde. Sie sind auf der Aussenseite geschält, an den Kanten oft durch Feilen oder Ras-peln mehr oder weniger abgerundet, oft mit einem unregelmässigen Loch versehen, indem sich zuweilen noch Reste des Strickes befinden, au dem die Stücke zum Trocknenaufgereiht waren. Die Stücke sind bis 10 cm lang, selten länger, 58 cm breit resp. dick.Von aussen sind die Stücke mit Pulver bestäubt und von lebhaft gelbrother Farbe. Siemüssen ziemlich schwer sein und dürfen, besonders im Innern, keine sehlechten, dunklenoder schwarzen Stellen erkennen lassen. Auf der der Rinde entsprechenden Aussenseitebetrachtet, lassen manche Stücke zierliche, rhombische Felder erkennen, und in denselbenan günstigen Stellen zarte dunkle Striche, die Markstrahlen. Wo die Schälung nichtparallel zur Längsaxe vorgenommen ist, verschieben sich die Felder, und es kommen inder rothgelben Grundmasse mehr oder weniger unregelmässig verlaufende Linien zum Vor-schein. Auf einem glatten Querschnitt (Fig. 101) oder frischen Querbruch durch die Droge er-kennt man an Stücken, die nicht zu weit geschält sind, in der Nähe der Peripherie die dunkle

') Die Bezeichnung der Droge alsWurzel" ist falsch und stammt aus einer Zeit,wo jeder unterirdische Pflanzentheil als Wurzel bezeichnet wurde. Sollten sich Wurzel-stücke unter der Droge befinden, so müssen sie entfernt werden, da sie den Beschreibungender Arzneibücher nicht entsprechen.