Kresolum.
Liquor Kresoli saponatus (Germ.). Kresolseifenlösung. Sapokresol. Crelium.Liquor desiufectans. Phenolin. Lysol. Plienolin -pkalle & K eese . Kresapol. Krc-so I-R aschig.
Die Einführung dieser Zubereitung beruhte auf der Erkenntniss, dass das in Wasseran sieh ziemlich schwerlösliche Kresol von Kaliseife gelöst wird, und dass eine solche Lösungmit Wasser in jedem Yerhältniss Mar gemischt werden kann, ohne dass die Phenole sichwieder abscheiden. — Wichtig ist, dass man zur Bereitung eine unverfälschte Leinöl-Kali-Eeife ( Sapo kalinus der Germ.) verwendet, nicht etwa eine mit Wasserglas gefüllte Seife.
Darstellung. Man erhitzt im Wasserbade 1 Th. Kaliseife und rührt mittels einesRührscheites oder einer Keule aus Holz in kleinen Antheilen allmählich 1 Th. Kresol dar-unter, bis man eine gleichmässige von ungelösten Seifenbrocken freie Mischung hat. Mansoll eine neue Menge Rohkresol erst dann dazu geben, wenn die vorher zugegosseneMenge gleichmässig unterrührt worden ist.
Eigenschaften. Eine gelbbräunliche bis braune, später nachdunkelnde, öligeFlüssigkeit, schlüpfrig anzufühlen, vom Geruch des Eohkresols. Das spec. Gewicht ist bei15° C. etwa — 1,050. Mit destillirtem Wasser giebt sie eine klare gelbliche Lösung; mitBrunnenwasser bereitet, wird diese Lösung etwas trüblich. Die wässerigen Lösungenschäumen stark und reagiren alkalisch.
Aqua KreSOÜCa (Germ.). Kresolwasser. Eine Mischung ans 1 Th. Kresolseifen-lösung und 9 Th. Wasser. Mit gewöhnlichem Wasser bereitet, ist die Lösung etwas trübe,mit destillirtem Wasser bereitet ist sie klar. Für Heilzwecke ist sie mit destillirtemWasser herzustellen, für Desinfektionszwecke kann gewöhnliches Wasser benutzt werdenSie enthält 5 Proe. Kohkresol. — Man benutzt das mit destillirtem Wasser bereitete Prä-parat zum Desinficiren der Hände nnd Instrumente, mit 2—5 Th. Wasser verdünnt zumAuswaschen der Wunden. Das mit gemeinem Wasser bereitete dient zur groben Desin-fektion von Wäsche, Wohnräumen, Stallungen, auch in der Veterinärpraxis. Vom Kaiser-lichen Gesundheitsamt ist es unter die zur Abwehr gegen die Cholera empfohlenen Des-infektionsmittel aufgenommen worden (s. Bd. I S. 1022).
Creolitl. Man versteht hierunter Präparate, in welchen Theeröle mit verhältniss-mässig geringem Gehalt an Kresolen (nicht Karbolsäure) durch geeignete Hilfsmittelderart in Lösung gebracht worden sind, dass die Lösung beim Verdünnen mit Wassereine Emulsion giebt. Diese Hilfsmittel sind entweder Harzseife oder die Behandlung derTheeröle bez. Kresole mit konc. Schwefelsäure.
Antiseptic powder von Skinneb . Bestellt aus 100 Th. Aetzkalk und 1 Th. Theeröl.
Bavarol. Ist ein der Kreolseifenlösung (also dem Lysol) ähnliches Desinfektions-mittel.
Calcium cresolicuni. Fälschlich von Fodou Calcium cresotiiricmn genannt.Vergl. Band I, S. 46. Zur Darstellung löscht man 1 Th. Aetzkalk mit 4 Th. Wasser undsetzt der so gewonnenen Kalkmilch allmählich 5 Th. Rohkresol zu. Man erhält einesirupdicke, 50 Proe. Rohkresol enthaltende Flüssigkeit, welche in jedem Verhältniss mitWasser mischbar ist. Präparat zur Desinfektion. 50 g, entsprechend 25,0 g Rohkresol,genügten, um 1 1 Kanaljauche nach 4 Stunden vollständig zu sterilisiren. Auch Typhus-und Cholera-Reinkulturen werden ebenso rasch und wirksam sterilisirt.
Crealbin. Creolalbin. Creolin-Eiweiss. Man löse 100 Th. trockenes Hühnereiweissin 900 Th. Wasser und schüttelt die Lösung mit einer Mischung von 100 Th. Creolin und1000 Th. Wasser kräftig durch. Dann säuert man mit einer 2,5 procentigen Salzsäurean, filtrirt den Niederschlag ab, wäscht ihn etwas aus und trocknet ihn zuerst auf demWasserbade, dann bei 115—120° C.
Zur inneren Anwendung des Creolins.
Creolin -PEAKSON. Desinfectol. Izal. Sind Gemenge von Harzseifen mit kresol-haltigen Theerölen oder mit Rohkresol. Ein von B. Fisches analysirtes Creolin von Was-muth hatte folgende Zusammensetzung: Das spec. Gewicht bei 15° C. = 1,050. DasCreolin bestand aus Theeröl 56 Proe., trockner Kolophonium-Natronseife 17 Proe., Wasser27 Proe. Das verwendete Theeröl war sog. 30proc. Karbolsäure. Ein anderes vonB. Fischer analysirtes Creolin von Phalle & Reese hatte das spec. Gewicht 1 >04 1 unbestand aus 57 Proe. Theeröl (sog. 30 proe. Karbolsäuro), 21 Proe. Kolophonium -Ii" isei ound 22 Proe. Wasser.
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