Jaborandi,
Die in Betracht kommenden Arten sind nach Geiger (Ber. d. d. pharm. Ges. 1897,S. 356) die folgenden:
I. Pilocarpus Jaborandi Holmes liefert Pernambuco- Jaborandi. 1 ) Blätterunpaarig'-ein- bis vierjochig gefiedert, nicht selten auf das Endblättchen reducirt. Blätt-chen schmäler oder breiter lanzettlich, bis 16 cm lang, an der Spitze ausgerandet. Basisder Seitenblättchen abgerundet, die des Endblättchen in den Blattstiel verschmälert. DerHauptnerv ragt nur unterseits vor, die Seitennerven auch oberseits. Geruch eigenthümlichbrenzlich. Der Hauptnerv der Blätter hat einen stark entwickelten, fast kontinuirlichenFaserring. Die Grösse der Epidermiszellen der Oberseite beträgt 30:45 fi, die der Unter-seite 31 :43 p. Die Höhe der einfachen Palissadenschicht beträgt 23—52 fi, die Dicke desganzen Blattes 169—360 fi. Die DrüsenhaaTe sind kaum in die Epidermis eingesenkt.
II. PilOCarpilS pennatifolius Lemaire liefert Paragnay-Jaborandi. Blätterunpaarig-ein- bis drei jochig gefiedert, nicht selten auf das Endblättchen reducirt. Blätt-chen elliptisch, eiförmig bis verkehrt-eiförmig, bis 14 cm lang, bis 4,5 cm breit, an derSpitze abgerundet oder schwach ausgerandet. Die Basis aller Blättchen ist in den Blatt-stiel verjüngt. Band der Blätter selten schwach umgebogen, gegen die Spitze hin schwachgekerbt. Farbe auffallend graugrün mit gelbem Hauptnerven. Derselbe tritt nur unter-seits hervor, die Seitennerven schwach an der Oberseite. Bastfasern um den Hauptnervnur in einzelnen Gruppen. Grösse der Epidermiszellen der Oberseite 33:25 n, der Unter-seite 35 : 25 n . Höhe der einfachen Palissadenschicht 36—72 fi, Dicke des ganzen Blattes205—424 n. Drüsenhaare tief eingesenkt. Epidermiszellen der Unterseite papillös vor-ragend.
III. Pilocarpus traehylophus Holmes liefert Cearä- Jaborandi. Die Pflanzegehört nach Geiger wahrscheinlich überhaupt nicht zur Gattung PilocaTpus. Blätter un-paarig-ein- bis dreijochig gefiedert, zuweilen auf das Endblättchen reducirt. Blättchenlänglich-lanzettlich, auch elliptisch, Spitze schwach ausgerandet, Basis der Seitenblättchenabgerundet, beim Endblättchen in den Blattstiel verjüngt. Rand stark umgebogen, aucheingerollt, selten gegen die Spitze etwas gekerbt. Länge des Blättchens bis 9 cm, Breitebis 3,5 cm. Farbe oberseits dunkel olivgrün bis braunroth, unterseits hell gelblich-grün.Hauptnerv zuweilen röthlich überlaufen, er ragt unterseits stark hervor, die Seitennervenbeiderseits. Unterseite dicht, fast sammetartig behaart. Blättchen fast sitzend. Grösseder Epidermiszellen der Oberseite 41:31 fi, der Unterseite 48:30 fi. Höhe der einfachenPalissadenschicht 75—104 /«, Dicke der ganzen Blätter 315—441 fi. Drüsenhaare nichteingesenkt, ausserdem mehrzellige KeulenhaaTe. Epidermiszellen der Unterseite papillösvorragend, in denselben häufig Sphaerokrystalle.
IV. Pilocarpus microphyllus Stapf liefert Marauham-Jaborandi. Blätterunpaarig-ein- bis fünfjoebig gefiedert, selten auf das Endblättchen reducirt. Blättchenvon sehr wechselnder Gestalt: schmal-lanzettlich, eilanzettlich, eiförmig bis rundlich.Spitze tief ausgerandet. Basis stumpf abgerundet oder flügelartig in den Blattstiel aus-laufend. Bachis schmal geflügelt. Blättchen bis 5,5 cm lang, bis 2,8 cm breit, meist aberviel kleiner, von allen 5 Arten die kleinsten. Nerven beiderseits vorragend. Grösse derEpidermiszellen der Oberseite 39 : 30 n, der Unterseite bis 40 : 27 n. Höhe der einfachenPalissadenschicht 30 n, Dicke des ganzen Blattes 185 fi.
V. Pilocarpus spicatus St. Hilaire liefert Aracati-Jaborandi. Blätter stetseinfach, nie gefiedert, lanzettlich bis oval. Spitze schwach ausgerandet. Das Blatt bis11 cm lang, bis 4 cm breit, stets in den Blattstiel verschmälert. Rand flach, zuweilengegen die Spitze schwach gekerbt. Nerven oberseits deutlich hervorragend. Grösseder Epidermiszellen der Oberseite bis 31:42^, der Unterseite bis 29:44 fi. Oft zwei
') Ich führe diese HoLMEs 'schen Bezeichnungen nach dem Ausfuhrhafen und nachdem Vaterland auf, da sie sich eingebürgert haben, bemerke aber ausdrücklieh, dass nachGeiger aus den betr. Häfen nicht etwa gerade die danach benannten Sorten kommen,sondern dass die Handelswaare vielmehr meist gemengt ist.