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Die Blüthenstände der männlichen Blüthen treten aus den Achseln der Niederblätter von heurigenKurztrieben oder aus besonderen Knospen, die keine Laubblätter erzeugen, sie werden bis 5 cm lang undsind etwas dichter mit Bliithen besetzt als bei der vorigen Art. Die Blüthen siud etwas kleiner; dieHülle ist fünftheilig, grün; die zugespitzten, oft etwas gezähnten Lappen sind gewimpert. Staubgefässesind 6—7 vorhanden, die sich wie diejenigen der Stieleiche verhalten.
Die weiblichen Blüthen sitzen zu 2—4 köpfchenartig verbunden in der Achsel der oberen Blätteroder Schuppen eines Kurztriebes; sie sind sitzend und am Becher sowie am Fruchtknoten sehr fein behaart;es sind 4—5 dicke, fleischige, aufrechte Griffel mit nach aussen gekrümmten, fast nierenförmigen Narbenvorhanden.
Die Frucht ist nicht selten an Kurztrieben scheinbar endständig; sie reift erst im zweiten Jahre;der Stiel ist kräftig und wird bis 5 mm lang. Der glockenförmige, oben etwas verjüngte Becher wirdbis 14 mm lang; er ist mit breit dreiseitigen, zugespitzten, oben schwach gekielten, am Kiel endlich kahlen,sonst fein grau behaarten Schuppen bedeckt. Die Nuss ist walzenförmig, verlängert, bis 3,5 cm lang beieinem Durchmesser bis zu 1,2 cm; sie hat eine längere Spitze; die Fruchtschale ist gelbbraun und glänzend.
Der Same ist entsprechend verlängert, zeigt aber sonst keinen Unterschied gegen den der Stieleiche.
Die Galleiche wächst in der unteren und der Bergregion von Thrakien bis Konstantinopel, inBithynien, Lydien und der subalpinen und alpinen Region von türkisch Armenien, in Cilicien, am Libanonund auf den Bergen Avroman und Schahu im persischen Kurdistan bei 2100 m.
Anmerkung. Wenn wirklich, wie Boissier behauptet, gewisse Formen aus der Pyrenäenhalbinsel mit dieser Artgut zusammenstimmen, dann dehnt sich die Verbreitung bis über die westliche Seite des Mittelmeers aus, bis nach Portugal,Spanien und Algier. In diesem Falle würde auch der Name Q. Lusitanica Lam. allein Anspruch auf Bestand haben können.
Die Galleiche liefert die Gallae Halepenses vel Turcicae. Sie entstehen dadurch, dass eine Gall-mücke ( Diplolepis gallae tinctoriae Latr.) die jungen Triebe ansticht und in den Stich ein Ei ablegt.
Erklärung der Abbildungen.
Fig. A. Ein im Austrieb begriffener blühender Zweig.
Fig. 11. Ein fruchtender Zweig, beide nach Material aus demköniglichen botanischen Museum zu Berlin: e. derFruchtstiel;/, der Becher; g. die Frucht.
Fig. C. Theil des männlichen Blüthenstandes, 5 mal ver-grössert: b. die Blüthen.
Fig. D. Die Blüthenhiille, 15 mal vergrössert: c. die Lappenderselben; d. die Ansätze der Staubgefässe.
Fig. E. Das Staubgefäss von innen und aussen betrachtet,
15 mal vergrössert.
Fig. F. Pollenkörner in Wasser, 200 mal vergrössert.Fig. G. Die Frucht im Querschnitt, natürliche Grösse: h. die
Fruchtschale; l. die Keimblätter.
Fig. H. Der Same.
Fig. I. Ein Keimblatt mit dem Stämmchen (k).