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3 (1899) Die Choristopetalen. 2
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Aconitum Napellus L.

Tafel 117.

Ausdauernde Staude mit rübenartig verdickten Wurzeln; Blüthen,stand traubig; Kelchblätter dunkel-blau; Blumenblätter wagerecht, nickend; Samen scharf dreikantig, höckerig.

Aconitum Napellus Linn. - Spec. pl. ed. I. 532; Jacq. Fl. Austr. 381; Ällione, Fl. Pedem. II. 62;Koelle, Specil. Acon. 14; Piene7c, Off. t. 435; Sturm, Fl. Beutschi. II. t. 6; Svensk Bot. 46 ; Schkuhr,FLandh. t. 145; lleichb. Aconit, illustr. t. 14; Hayne, Arzneigew. XII. t. 13; DC. Prodr. I. 62;Nees, Düsseid. Abb. t. 395; Koch in Roehl. Fl. Deutschi. IV. 72, Syn. 24; lleichb. Icon. Fig. 4700; Ledeb.Fl. Boss. I. 69; Godr. et Gren. Fl. Fr. I. 51; WillJc. et Lange, Prodr. Fl. Hisp. III. 974; Boiss. Fl.or. I. 95; Aschers. Fl. Mark Brand. 22 und 931; Garcke, Fl. Deutschi. XVII. ed. 21 [m. Abb.);Hook. Fl. Br. Ind. I. 28; Berg u. Schmidt, Darst. u. Beschr. t. XXVIlF ; Koehler, Mediz-Pfl. t. 72;Bentl. and Trim. Med. pl. t. 6; Baill. Bot. med. 481; Fliick. and Hanb. Pharmacogr. 7; Flück. Phar-macogn. 481, 691; Arth. Mey. Drogenk. I. 219.

Aconitum Tauricum Wulff, in Jacq. Coli. II. 112; Icon. rar. t. 492; DC. Syst. I. 374; lleichb. Acon.illustr. t. 63; Nees l. c. t. 396.

Aconitum vulgare DC. Syst. I. 371*).

Eisenhut oder Sturmhut; französisch: Aconit napel ; englisch: Aconite.

Der im Sommer blühende Stengel der Pflanze erzeugt in der Achsel der grundständigen Laubblätterkleine Knospen, welche eine kräftige, senkrecht in die Erde steigende Nebenwurzel hervorbringen. Dieseverdickt sich im oberen Theile bald ziemlich ansehnlich und ist der Grundstock für die Knolle; imFrühjahre treibt die Knospe eine Blattrosette, durch deren Arbeit der Knolle so viele Baustoffe zugeführtwerden, dass sie bis zum zweiten Herbste eine Länge von 8 cm und einen Durchmesser von 3 cm errei-chen kann, das unverdickte Ende setzt sich noch bis zu einer Länge von 30 cm fort; diese Wurzel hatbisweilen ebenfalls verdickte Seitenzweige, meist sind aber die Äste nicht angeschwollen. Bis zum zweitenHerbste steht sie meist mit der ihr ein Jahr voraufgehenden Knolle, die im Spätsommer in der Eegelgeblüht hat, durch eine Querbrücke in Verbindung; die letztere verrottet aber dann, so dass die Knolleim zweiten Frühjahr ihres Lebens in der Regel selbständig geworden ist. Sie treibt nun in diesem Sommereinen Stengel, der, wenn die Knolle kräftig genug ist, Blüthen bringt und fruchtet, sonst aber auch sterilbleibt und die weitere Verstärkung der Knolle übernimmt. Durch die Fruchterzeugung wird die Knollevollständig ausgesaugt, fällt zusammen, schrumpft und geht durch Fäulniss zu Grunde.

Der aufrechte, straffe, stielrunde, kahle Stengel erreicht eine Höhe von 0,302 m, er ist verästelt.

Die Blätter sind spiralig angereiht, am Grunde des langen Blattstieles mehr oder minder scheidigverbreitert, im Umfang kreis- bis breit eiförmig, handförmig gespalten, die Abschnitte sind wieder fieder-spaltig oder doppelt fiederspaltig, die letzten Lappen sind linealisch, spitz, nicht selten etwas sichelförmiggekrümmt; oberseits ist die Spreite glänzend dunkelgrün, unterseits matter und heller. Nach oben hinwerden die Blätter in der Gliederung einfacher, bis sie in die lanzettlichen bis linealischen Begleitblätterder Blüthen (Deckblätter und Vorblättchen) übergehen.

Der Bltithenstand ist traubenförmig, bisweilen durch Seitenzweige aus den Achseln der oberenBlätter rispig bereichert; die Spindel ist mehr oder minder weichhaarig. Die Blüthenstiele sind aufrechtoder spreizend, behaart oder kahl, werden bis 2 cm lang, sind oben verdickt und tragen über der Hälftedie kleinen ungleich hoch befestigten Vorblättchen. Die Kelchblätter sind dunkel veilchenblau, seltenweiss und abfällig; das vordere (untere) Paar ist schief elliptisch, spitz, das mittlere fast kreisförmig,

*) Hier sind nur die wichtigsten Synonyme aufgeführt, ausserdem wären noch an 20 Arten (petites espeees) zu er-wähnen, die von Reichesibach, Bernhardi, Koch u. A. aufgestellt, nur geringe Abweichungen vom Typus darstellen.