57
Mark Brandenb. 27 und 931; Gar ehe, Fl. Deutsch, ed. X VII. 27; Hook, and Anders. Fl. Brit. Ind.I. 117; Flück. and Ilanb. Pharmacogr. 38; Flück. Pharmacogn. 176 , 67 5, 962; Arth. Mey. Drogenk. I.157 und II. 378; Battatid. et Trab. Fl. d'Alger. I. 20; Baill. Bot. med. 727.
Papaver opiiferum Forsk. Fl. Arab. 113.
Papaver officinale Gmel. Fl. Bad. II. 479; Nees, Diisseld. Abb. t. 404; lleichb. Icon. Fig. 4482.
Gartenmohn, (schwarzer und toeisser Mohn)] französisch: Pavot ; englisch: Poppy.
Die schwach holzige Pfahlwurzel der einjährigen Pflanze ist wenig verästelt und erreicht einenDurchmesser von 1 cm, eine Länge von 15—20 cm; sie enthält in besonderen, unter einander anastomo-sirenden Schläuchen ebenso wie der Stengel, die Blätter und die unreifen Friichte einen weissen, eigen-thümlich betäubend riechenden Milchsaft.
Der Stengel ist straff aufrecht, stielrund, aber durch die mehr oder weniger deutlich herablaufendenBlätter etwas geflügelt, bereift, verzweigt, bis 1,50 m hoch; er ist vollkommen kahl, nur an den Blüthen-stielen meist abstehend behaart.
Die Blätter sind spiralig angereiht; die grundständigen sind gestielt, oblong bis eioblong, buchtiggezähnt, mit unterseits stark vortretender Mittelrippe, die oberen sind sitzend und umfassen mit tief herz-förmigem Grunde den Stengel; diese sind mehr eiförmig, spitz, einfach oder doppelt gesägt; die Oberseiteder Blätter ist dunkel-, die Unterseite blaugrün und bereift.
Die Bitithen beschliessen den Stengel, sowie die seitlichen beblätterten Zweige; im Gegensatz zurganzen Pflanze sind die langen Stiele derselben oft abstehend behaart; die Knospe ist sehr kurz umge-bogen nickend.
Kelchblätter sind 2 vorhanden, sie messen etwa 2 cm in der Länge, sind tief kahnförmig, obenstumpf, meist kahl und bläulich bereift; bei der Vollblüthe reissen sie am Grunde ab und werden abge-worfen. Die 4 Blumenblätter sind fast kreisförmig, bei einem Durchmesser von etwa 4 cm, am oberenEnde sind sie gestutzt oder ausgerandet, leicht gewellt und sitzen mit äusserst kurzem Nagel; ihre Farbeist milchweiss, violett und roth in verschiedenen Nuancen, am Grunde ist ein kreisförmiger, dunkler Fleck;auch sie fallen leicht ab. Die Staubgefässe sind sehr zahlreich, alle frei, die Fäden sind nach oben zukeulenförmig angeschwollen und dann zu einer äusserst kurzen Spitze ausgezogen, auf welcher der dithe-cische, oblonge Beutel sitzt. Die Pollenkörner sind ellipsoidisch und werden von 3 Meridionalfalten durch-laufen, in deren Mitten die Poren liegen. Der Fruchtknoten ist äusserst kurz gestielt, kugelförmig, etwaso lang wie die Staubgefässe; er ist einfächrig mit zahlreichen einspringenden Samenleisten, welche mitsehr zahlreichen hängenden, anatropen Samenanlagen bedeckt sind. Die sitzende, strahlenförmige Narbezeigt 4—15 nach unten geschlagene Lappen, in deren Längslinie die spaltenförmigen Narbeneingängeliegen; sie fallen in der Richtung der Samenleisten Uber dieselben.
Die Frucht ist eine Kapsel von kugeliger oder ellipsoidischer Form; sie hat 5—6 cm im Durchmes-ser, ist kurz gestielt und wird von den nach oben gewendeten Narbenlappen gekrönt, unter denen undzwischen denen sie mit Poren aufspringt; bisweilen bleibt sie auch geschlossen; sie wird von den, etwabis zum dritten oder vierten Theil des Binnenraumes vorspringenden Samenleisten unvollkommen gefä-chert; die letzteren sind wie die Kapselwand pergamentartig, gelblich grau. Die sehr zahlreichen Samensind nierenförmig, kaum 1,5 mm lang, weiss, bläulich oder grau, grubig punktirt. Der gekrümmte Keim-ling liegt in einem reichlichen, ölhaltigen Nährgewebe; die flach aneinander gelegten, blattartigen Keim-blätter sind halb so lang wie das stielrunde Würzelchen.
Der Mohn stammt, wie jetzt allgemein angenommen wird, von Papaver setigerum DC., welches imMittelmeergebiet, besonders in Spanien, Algier, auf Corsika und Sardinien, in Sicilien, Griechenland undauf Cypern weit verbreitet ist; die Cultur scheint von hier ausgegangen zu sein; in den Pfahlbauten kommtnoch eine Mohnform vor, welche dem letzteren näher steht als dem Gartenmohn. Gegenwärtig baut manMohn fast auf der ganzen Erde, in Norwegen bis zum Polarkreise.
Die unreifen Früchte der Pflanze, welche noch reich an Milchsaft sind, werden als Fructus Papaverisimmaturi (unreife Mohnköpfe) in den Apotheken geführt. Die reifen Samen der weisssamigen Spielarten
9*