Die Frucht stellt eine ähnliche kreisförmige, aber in der Mitte eingesenkte, vom Griffelreste gekrönte undüberragte, vom Kelch umgebene, behaarte Scheibe dar, welche in 15—18 geschlossene, zusammengedrückte,fast kreisförmige, am Rücken schwach geränderte, im Querschnitt schmal dreiseitige, braune Kokken zer-fällt; an der schmalen Kante haben sie einen flachen Ausschnitt.
Der noch mehr zusammengedrückte Same ist kahl, braun und enthält in spärlichem, fleischigem Nähr-gewebe, einen gekrümmten Keimling, dessen nach innen geschlagene Keimblätter an der Spitze nochmalseingeknickt sind.
Die Altheepflanze wächst auf nahrhaftem Boden in der Nähe von feuchten, besonders salzhaltigenStellen, an den Rändern von Gebüschen durch ganz Europa von Mittel-Russland an bis Spanien; auch inNord-Afrika kommt sie noch vor; viel weiter geht sie nach Osten, wo sie in Griechenland, Macedonien,Syrien bis nach Persien und Afghanistan heimisch ist; auch in Sibirien ist sie noch verbreitet.
Von der Altheepflanze wird zuerst die getrocknete Wurzel als Eibischwurzel, Radix Älthaeae, fernerwerden die getrockneten Blätter als Folia Älthaeae , Eibischblätter, medicinisch angewandt. Diese Ver-wendung ist bedingt durch den Gehalt der Gewebe dieser Organe an Schleimzellen.
Erklärung der Abbildungen.
Fig. A. Das obere Ende einer blühenden Pflanze nach einemim königl. Universitätsgarten zu Berlin cultivirtenExemplare.
Fig. B. Der Kelch b, vom Hüllkelch a umgeben, 2mal ver-grössert.
Fig. C. Die Blüthe im Längsschnitte, 4mal vergrössert: c. dasBlumenblatt; d. die Staubgefässsäule; e. die Samen-anlagen ; /. der Griffel.
Fig. D. Die Saubgefässsäule, 3mal vergrössert.
Fig. E u. F. Der Staubbeutel geschlossen und geöffnet,16mal vergrössert.
Fig. G. Das Pollenkorn, stärker vergrössert.
Fig. H. Der Stempel, 4mal vergrössert: g. die Narben.
Fig. I. Der Fruchtknoten im Querschnitte, 6mal vergrössert:
h. die Samenanlage.
Fig. K. Die Frucht, natürliche Grösse.
Fig. L. Ein Theilfrüchtchen, natürliche Grösse.
Fig. M. Dasselbe, 4mal vergrössert.
Fig. N u. O. Dasselbe im Längs- und Querschnitte: i. dieFruchtschale; k. das Stämmchen; l. die Blätter desKeimlings.
Fig. P. Der Keimling, 8mal vergrössert.