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3 (1899) Die Choristopetalen. 2
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Althaea officinalis Linn.

Tafel 103.

Filzig behaarte Staude mit aufrechten Stengeln und gestielten, herzförmigen, häufig drei- bis flinf-lappigen Blättern; die wickeligen, blattachselständigen Verbände sind kürzer als das Blatt.

Althaea officinalis Linn. Spec. plant, ed. I. 686 ; Fl. Dan. III. t. 530; Allione, Fl. Pedem. II. 43;Cavanill. Dissert. II. 93. t. 30. fig. 2; Gärtn. Carp. II. 258; Plenck, Icon. t. 538; Engl. Bot. III. t. 147;Schkuhr, Handb. II. 192 a ; Ilayne, Arzneigew. II. t. 25; P. DO. Prodr. 1. 426; Nees, Düsseid. Abbild,t. 417: Guimp. u. Schlecht. I. 158. t. 82; Dietr. Fl. Boruss. IV. t. 280; Koch, Syn. 131 u. viele andereFlor.] Reichenb. Fl. Germ. V. t. 173; Godr. et Gren. Fl. Fr. I. 294; Ledeb. Fl. Boss. I. 431; Willh. etLange, Prodr. Fl. Ilisp. III. 584; Aschers. Fl. Mark Brandenb. 109; Garcke, Deutschi. Flora ed. XVII.108 mit Abbild.; Mast, in Hook. Fl. Br. Ind. I. 319; Boiss. Fl. or. I. 825; Parlat. Fl. Ital. V. 90; Bentl.and Trim. Med. pl. t. 35; Berg u. Schmidt, Abbild, u. Beschr. t. X XP; Köhler, Medizinpfi. t. 42;Baill. Fl. med. 798. fig. 24602462; Flück. and Hanb. Pharmacogr. 84; Flück. Pharmacogn. 372, 633;K. Seh. in Engl.-Prtl. Natürl. Pfianzenfam. III. [6.) 40; Arth. Meyer, Drogenk. I. 228. II. 208; Battand,et Trab. Fl. d'Alg. I. 116.

Althee oder Eibisch; französisch: Guimauve; englisch: Marshmallow.

Aus einer vielköpfigen Grundaxe, bestehend aus den unteren Resten der im Herbste abgestorbenenStengel, welche durch eine kräftige, einfache oder reich verzweigte Wurzel im Boden festgehalten wird,erheben sich 60120 cm hohe, stielrunde, astige, oben krautige Stengel, welche nach unten hin zurVerholzung geneigt sind und in der Rinde sehr zähe Baststränge besitzen; sie sind wie die Blätter von einemdichten, grau-grünen Filze, der aus Stern- oder besser aus Büschelhaaren zusammengesetzt ist, bekleidet.

Die Blätter stehen spiralig angereiht; sie werden von einem bis 4 cm langen, meist kürzeren,runden Stiele getragen. Die Nebenblätter sind linealisch, lang zugespitzt, behaart, bis 8 mm lang, sievertrocknen bald und bröckeln dann ab. Die Spreite ist gewöhnlich 57 cm lang und 45 cm imunteren Drittel oder in der Mitte breit, sie kann aber bis 10 cm Länge und bis 7,5 cm in der Breite messen;bald ist sie vollkommen eiförmig, an der Spitze stumpflich, am Grunde gerundet bis herzförmig, bald istsie mehr oder weniger deutlich drei- bis fünflappig, wobei der Mittellappen häufig weit vorgezogen ist;die Lappen sind dann spitz, am Rande sind sie doppelt gesägt und gekerbt; am Grunde ist die Spreitefünfnervig, ausserdem gehen jederseits vom Medianus 34 unten mehr als oben hervortretende Seiten-nerven ab; Spreite wie Stiel sind mit einem weich und sammtartig anzufühlenden Filze bedeckt.

Der achselständige Blüthenstand ist eine Wickel, welche durch Zusammendrängung der Blüthenbüschelig erscheint, die Büschel bilden besonders im oberen Theile des Stengel bei Verkürzung der Blätterwiederum traubige Verbindungen. Die Vorblätter haben die Natur der Nebenblätter.

Der Aussenkelch ist bis fast auf den Grund in meist 9 bis 10, bisweilen auch in 11 pfriemliche,zugespitzte, behaarte Zipfel getheilt, die etwas kürzer als der 89 mm lange Kelch sind. Auch dieserist tief gespalten, die eiförmigen, zugespitzten, beiderseits filzigen Zipfel sind in der Knospenlage klappigzusammengeneigt. Die Blumenblätter sind fast 2 cm lang, schief umgekehrt eiförmig, oben etwas aus-gerandet, am Grunde genagelt und hier beiderseits mit einem Haarbüschel versehen; sie sind hell rosen-roth, dunkler geädert und mittelst der Staubgefässröhre unter sich verbunden. Die sehr zahlreichenStaubgefässe sind zu einer unten plötzlich verbreiterten, dunkelrothen Röhre verwachsen; der ganzeApparat ist halb so lang wie die Blumenblätter; die Fäden sind schwach und kurz behaart, die blauenBeutel sind in der Mitte angeheftet und quer aufgestellt; sie sind monothecisch und öffnen sich durcheinen Uber den Scheitel verlaufenden Spalt, worauf sich die beiden Klappen flach auseinander legen; diehellgelben, kugelrunden, bestachelten Pollenkömer sind verhältnissmässig sehr gross. Etwa 1518 Frucht-blätter bilden eine niedrige, am Rande gekerbte, oben eingesenkte, feinbehaarte Scheibe, aus deren Mittesich der kräftige Griffel erhebt, dessen zugespitzte, innen papillöse Narbenschenkel schliesslich nach aussengekrümmt sind und sich mit den Staubfäden verflechten. In jedem Fruchtblatte befindet sich eine binnen-winkelständige, aufsteigende, anatrope Samenanlage, deren Micropyle nach unten gewendet ist.