Druckschrift 
3 (1899) Die Choristopetalen. 2
Entstehung
Seite
18
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

18

Linum usitatissimum Linn. Spec. plant, ed. I. 277; Plenck, Icon. t. 244; Woodv. Med. pl. III. t. 202;Sturm, Deutschi. Fl. VII. t. 26; Hayne, Arzneigew. VIII. t. 17; Nees, Düsseid. Abbild, t. 389; Guimp.u. Schlechtend. Pßanz. Pharmac. I. 152. t. 78; Iteisseck, Fasergewebe t. 19; Reichb. Fl. Germ. VI. t. 329;P. DG. Prodr. I. 426; Koch, Syn. 128 und viele andere deutsche Floren; Bentl. and Trim. Med. pl. t. 39;Berg u. Schmidt, Abbild, u. Beschreib, t. XVIII 0 ; Köhler, Medizinalpfl. t. 16; Godr. et Gren. Fl. Fr. I.283; Ledeb. Fl. Boss. I. 425; Wittk. et Lange, Prodr. Fl. Hisp. III. 550; Aschers. Fl. Mark Brandenb.104; Gar che, Fl. Deutschi. ed. XVII. 116 mit Abbild.; Parlat. Fl. Ital. V. 303; Hook. Fl. Brit. Ind.1. 410; Boiss. Fl. orient. I. 860; Batand. et Trab. Fl. d ) Alg. I. 176; Flück. and Hanb. Pharmacogr. 89;Flück. Pharmacogn. 974; Baill. Fl. med. 899. fig. 26052611; A. Meyer, Drogenk. I. 142. II. 267.

Flachs oder Lein; englisch: Lin or Flax; französisch: Lin.

Die spärlich verzweigte, dünne Pfahlwurzel ist weiss. Der meist einzeln aus ihr sich erhebendeStengel ist straff aufrecht, kahl, innen hohl, stielrund, grün; in der Rinde liegen die sehr langen, starkverdickten Bastfasern in Gruppen zu concentrischen Kreisen geordnet beisammen.

Die Blätter sind spiralig angeordnet, sitzend, schmal lanzettlich, beiderseits verschmälert, ganzrandig,unter der Lupe sehr fein gewimpert, unterseits bläulich, oberseits dunkler grün; sie werden bis 2,5 cmlang und 4 mm breit und ausser dem Medianus von einem deutlicheren Nerv jederseits durchzogen.

In der Gegend des Bliithenstandes schickt der Stengel aus den Achseln der Blätter einige spreizendeZweige aus und endet dann mit einer Blüthe; auch jene Zweige werden von einer solchen geschlossen.Jede dieser Blüthen besitzt zwei laubige Vorblätter, aber nur das eine ist fruchtbar, d. h. entwickelt aber-mals eine Blüthe; auch sie wird von 2 Vorblättern begleitet, von denen wieder nur eins fruchtbar ist;war es vorhin das rechte, so ist es jetzt das linke. In der gleichen Weise setzt sich die Bildung desBlüthenstandes fort, der somit eine Wickel darstellt. Alle Wickelglieder stellen sich in eine Gerade, sodass der Blüthenstand einer lockeren, einseitswendigen Traube gleicht, welche mit ziemlich grossen,laubigen Blättern versehen ist; eine einfache Traube liegt aber nicht vor, da die Blüthen immer denBlättern gegenüberstehen und da zwischen zwei Blüthen noch ein leeres Blatt gefunden wird.

Die Blüthen sind verhältnissmässig lang gestielt, sie blühen nur sehr kurze Zeit am Vormittag beiSonnenschein. Der Kelch ist 56 mm lang, fünfblättrig; die Blätter sind oblong-eiförmig, zugespitzt, grün,kahl, nur an den blassen, dünnen Rändern sind sie zart gewimpert; sie decken quincuncial, wobei das zweiteKelchblatt nach hinten fällt. Die 5 Blumenblätter sind umgekehrt eiförmig, kurz genagelt, oben etwasgekerbt, bis 13 mm lang, schön blau und etwas dunkler geädert; in der Knospenlage sind sie gedrehtnach der Richtung der Kelchdeckung; sie fallen sehr leicht ab. Die 5 Staubgefässe stehen zwischen denBlumenblättern, sie sind am Grund kurz ringförmig verbunden; zwischen ihnen stehen kurze, dreiseitigeSpitzen, die als unfruchtbare Staubgefässe gedeutet werden. Die Staubfäden sind pfriemförmig, so langwie der Kelch, unten weiss, oben bläulich. Die blauen Beutel sind in der Mitte des Rückens aufgehängt,herzförmig, oben ausgerandet, dithecisch; jedes Fach springt mit einem etwas nach innen gewendetenLängsspalt auf; die Pollenkörner sind ellipsoidisch und werden von 3 meridionalen Längsfalten durch-laufen, in deren Mitte die Poren liegen. Der Stempel ist so lang wie die Staubgefässe. Der Frucht-knoten ist eiförmig, kahl und fttnffächerig, die Fächer stehen zwischen den Staubgefässen und ihreAussenwände tragen eine Längswucherung (falsche Scheidewand). In jedem Fache befinden sich2 hängende, anatrope Samenanlagen, deren Micropyle nach aussen und oben gewendet ist und von einempapillösen Pollenzuführungsapparat berührt wird. Die schlank keulenförmigen Griffel sind nach oben hinpapillös und etwas zusammengedreht, ihre Farbe ist blau.

Die Kapsel ist 78 mm lang, fast kugelförmig und gespitzt, gelblich; sie springt entweder wand-oder fachspaltig auf (Klang- oder Springlein), oder bleibt geschlossen (Schliesslein).

Der Same ist etwa 5 mm lang, stark zusammengedrückt, oblong, hell oder dunkler braun und glänzend;oben ist er an der Seite am Nabel etwas eingedrückt, unten abgerundet; die äussere Samenschale enthältSchleimzellen. Die Keimblätter sind flach planeonvex, das nach oben gewendete Würzelchen ist kurz;die Samen sind sehr reich an fettem Ol.