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3 (1899) Die Choristopetalen. 2
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spitzer Stachel von derber, kugelförmiger Gestalt; hier wie bei den anderen Verwandten der Familiesind die Stacheln den transversal stehenden Primärblättern der Achselknospen homolog zu setzen*).

Die Blüthen stehen entweder einzeln in den Blattachseln oder treten hier, stets aber an den Endender Zweige zu kleinen Träubchen zusammen, dann werden sie von schuppenförmigen, eiförmigen, feingewimperten Deckblättern gestützt; Vorblättchen fehlen**). Der Bliithenstiel ist selten t cm lang. Dernapfförmige, fiinflappige Kelch hat einen Durchmesser von 89 mm; er ist grün, deutlich drüsig, dieLappen sind kurz zugespitzt. Die 5 innen weissen, aussen rothen, etwas fleischigen Blumenblätter sindlanzettlich, spitz und fallen leicht ab. Die zahlreichen Staubgefässe haben eine Länge von 5 mm; siesind zu bandartigen, weissen, verschiedenzähligen Bündeln zusammengefasst, die freien Enden sind pfriem-lich; die Beutel sind gelb. Die kugelrunden Pollenkörner werden von meist 5 Meridionalfalten durch-laufen, in deren Mitten die Poren liegen. Das bonigabsondernde Polster ist kreisrund und radialgestreift. Der Fruchtknoten ist grün, ellipsoidisch, unfern der Spitze etwas eingezogen; er ist zehn-bis zwölffächerig und umschliesst in jedem Fache zahlreiche in 2 Reihen am Innenwinkel befestigte,hängende, anatrope Samenanlagen. Der kräftige Griffel überragt die Staubgefässe nicht; er endet in einekopfige, radial gefurchte Narbe.

Die Frucht ist bis 8 cm lang und hat 67 cm im Durchmesser, sie ist ellipsoidisch mit einer endständi-gen, bisweilen auch einer grundständigen Warze; sie ist gelb (citröngelb) grubig punktirt und mit deutlichemoberflächlich liegenden Öldrüsen versehen. Die äussere Schale ist dünn, die innere schwammig und weiss.Das Fruchtfleisch wird durch keulenförmige, haarartige, auf der peripherischen Seite des Fruchtknoten-faches angeheftete Gebilde zusammengesetzt, welche mit einem sehr sauren Safte prall ausgefüllt sind.

Der Same ist ellipsoidisch, etwas schief mit vorspringender Baphe; die äussere Schale ist gelblichweiss, pergamentartig und zähe, die innere dünn, hellbraun, mit kirschrother Chalaza. Der Keimlingbesteht aus bohnenförmigen Keimblättern, zwischen denen nicht selten 13 kleinere Keimlinge einge-schlossen liegen, und einem kurzen Würzelchen.

Der Citronenbaum wächst in den Thälern und unteren Bergwäldern des südlichen und östlichenHimalaya in den Distrikten von Sikkim und Kamaon wild, wird aber ganz allgemein in Süd-Europa, inWest-Indien und Florida im Grossen zur Gewinnung der Citronen cultivirt.

Anmerkung. Viele Botaniker betrachten diese Art nur als Varietät der Citrus Medica Eisso (der echten Citrone),welche das Citronat liefert. Jene wurde unter dem Einfluss der Araber von Sicilien her nach Italien eingeführt; in Spanienwurde sie schon um 850 cultivirt; der Name Limone stammt von dem arabischen limün, das aus dem Hindostani über-nommen wurde.

Die abgeschälte, äussere Parthie des Perikarps der Frucht kommt im getrockneten Zustande als Cor-tex Citri Fructus (Citronenschale) in den Handel."* Aus den frischen Früchten stellt man das Oleum Citri(Citronenöl) dar, indem man die intercellularen Secretbehälter des Pericarps öffnet und das ausfliessendeSekret sammelt. Aus dem in den Papillen der inneren Epidermis des Perikarps enthaltenen sauren Zell-safte gewinnt man die Citronensäure Acidum citricum).

Erklärung der Abbildungen.

dernde Polster; /. der Fruchtknoten; g. der Griffel;h. die Narbe.

Fig. F. Der Fruchtknoten im Längenschnitte, 20mal ver-grössert: i. die Samenanlagen.

Fig. G. Derselbe im Querschnitte.

Fig. H. Die Frucht, natürliche Grösse.

Fig. I. Dieselbe im Querschnitt.

Fig. K. Der Same, etwas vergrössert: h. der Nabel; l. dieChalaza.

Fig. LN. Dieselbe im Längs- und doppelten Querschnitte:

m. das WUrzelchen; n. das Keimblatt.

*) Vgl. Urban in Berichten der deutschen botanischen Gesellschaft. I. 337.

**) Nur bei den obersten dichasial verbundenen Blüthen muss man die Deckblätter des Paares als Vorblättchen ander Mittelblüthe ansehen.

Fig. A. Ein blühender Zweig nach einem lebenden, imkönigl. Universitäts-Garten zu Berlin cultivirtenExemplare.

Fig. B. Die Blüthe, ohne Blumenblätter, 8mal vergrössert:a. der Kelch; b. die Staubgefässe.

Fig. C. Die Staubbeutel, von innen und aussen betrachtet,24mal vergrössert.

Fig. D. Pollenkörner, im Wasser betrachtet, 150mal ver-grössert.

Fig. E. Der Stempel, 8mal vergrössert: b. das honigabson-