and Trim. Med. pl. t. 48; Baill. Bot. med. II. 859. fig. 2550; Köhler, Medizinalpfl. t. 75; Flück. Phar-macogn. 693; Engl, in Nat. Pfianzenfam. III. (4). 158. fig. E—J.
Der Strauch wird bis 3 m hoch und zeigt nur eine sehr spärliche Verzweigung; der Stamm istverhältnissmässig dick und mit rissiger Rinde bekleidet, die Seitenzweige sind an den Spitzen entwederfast ganz kahl oder spärlich rothbraun filzig.
Die Blätter werden bis zu 50 cm lang, sind unpaarig gefiedert, wobei 2 bis 5 Fiederpaare vor-kommen; sie stehen gedrängt an den Enden der Zweige auf einem bis 10 cm langen, oberseits nur wenigabgeflachten Stiele, in den oberen Gliedern wird aber die Spindel von einer an Tiefe zunehmenden Regen-rinne durchzogen; die seitlichen Fiedern sind kurz (bis 5 mm lang), die oberste Fieder aber ist lang(bis 3 cm) gestielt, diese selbst sind 9—18 cm lang und in der Mitte 2—4,5 cm breit, oblong lanzettlich,stumpflich, am Grunde spitz, ganzrandig, lederartig, beiderseits kahl oder unterseits besonders auf denNerven behaart; sie sind dünn lederartig, sehr deutlich punktirt und die Sekretbehälter treten an dengetrockneten Blättern oben deutlich aus der Blattfläche hervor; sie werden zu jeder Seite des Medianusvon 9—11 stärkeren Seitennerven durchzogen, welche unterseits etwas stärker als oberseits vorspringen.
Der Blüthenstand ist eine sehr reichblüthige, endständige, verlängerte, bis 40 cm lange, aufrechteTraube, welche kurz oder länger (bis zu 16 cm) gestielt ist; die Blüthen stehen in nicht regelmässigspiraliger Folge; sie werden von einem 8—9 mm langen, verhältnissmässig kräftigen, stielrunden Stielegetragen, sind am Grunde von einem kurzen, kaum 1 mm langen, eiförmigen, spitzen, schuppenartigenDeckblatte gestützt, und von dieser Beschaffenheit ist auch das Vorblättchenpaar, das unterhalb der Mittedem Stiele ansitzt. Die 5 Kelchblätter messen kaum 1,5 mm; sie sind etwas fleischig, eiförmig, spitzund grün. Die trüb violetten, klappig deckenden Blumenblätter sind oblong eiförmig, spitz, etwa 4 mmlang, schräg aufrecht oder später horizontal strahlend. Die Staubgefässe sind kaum so lang wie dieBlumenblätter; sie tragen die eiförmigen, gelben Beutel auf etwas fleischigen, pfriemlichen, kahlen Fäden.Das honigabsondernde Polster bekleidet den kurzen, kegelförmigen Fruchtknoten, welcher in 5 gesondertenFruchtblättern je 2 hängende, übereinander stehende, anatrope Samenanlagen umschliesst; der derbe, kurzeGriffel hat die Form eines Doppelkegels, er ist tief zwischen die 5 auch oben freien Fruchtblätter ein-gesenkt, die er verbindet.
Die Frucht ist eine fünflappige, sternförmige Kapsel, welche oben fachtheilig geöffnet bis 2 cm imDurchmesser hält; die äussere Fruchtschale ist lederartig, von ihr löst sich das knorplige Endocarp, wel-ches beim Aufspringen weit weggeschleudert wird.
Der sehr glatte, schwarze Same ist 6—7 mm lang; der Keimling hat dicke, bohnenartige Keimblätter,zwischen denen das kurze Stämmchen liegt; Nährgewebe fehlt.
Die Jaborandip flanze findet sich in den centralen und den östlichen Staaten des mittleren undsüdlichen Brasiliens von S. Paulo bis nach Mato Grosso; auch im nördlichen Theile von Argentinien kommtsie noch vor.
Anmerkung. In den meisten Handbüchern der Pharmacognosie wird P. Selloanus Engl., der in seinen Blätternoffenbar die gleichen Eigenschaften besitzt, als wenig verschieden bezeichnet. Uns scheint diese Art durch die viel längerenBlüthenstiele und die Form der Blätter genügend gekennzeichnet.
Die getrockneten Laubblätter der Pflanze kommen als Folia Jaborandi in den Handel.
Erklärung der
Fig. A. Ein blühender Zweig, nach einem im königl. bo-tanischen Garten zu Berlin cultivirten Exemplare;in natürlicher Grösse.
Fig. B. Derselbe auf die Hälfte verkleinert.
Fig. C. Blüthenknospe, 4mal vergrössert.
Fig. D. Die Blüthe, 4mal vergrössert.
Fig. E- Dieselbe, von oben gesehen, 6mal vergrössert.
Abbildungen.
Fig. F. Das Staubgefäss von innen und von der Seite ge-sehen, 12mal vergrössert.
Fig. G. Der Stempel, 12mal vergrössert.
Fig. H u. I. Derselbe im Längsschnitte und Querschnitte.Fig. K. Die Frucht, anfgesprungen, natürliche Grösse.Fig. L. Ein Theil des Endocarps.