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3 (1899) Die Choristopetalen. 2
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14. Familie: Rutaceae Jnss.

Die Blüthen sind meist aktinomorph und zwittrig, gewöhnlich vier- oder fünfgliedrig. Die Kelchblättersind bisweilen frei mit meist dachziegeliger Deckung, bisweilen sind sie auch verbunden. Ebenso sinddie Blumenblätter, wenn auch selten, mit einander verbunden, gewöhnlich decken sie breit dachziegelig,seltener klappig. Die Staubgefässe, entweder von der einfachen oder der doppelten Zahl der Blumen-blätter, selten in grösserer oder geringerer, entspringen gewöhnlich unter dem honigabsondernden Polster,meist sind sie frei, selten unter einander verwachsen; die Fäden besitzen gewöhnlich keine Schuppen.Selten fehlt ein honigabsonderndes Polster, dabei ist bisweilen ein Gynophor entwickelt. Die Fruchtblätterbleiben häufig unter einander frei, werden aber dann oft durch einen gemeinschaftlichen Griffel zusammen-gehalten ; in jedem derselben befinden sich gewöhnlich 2 Uber einander gestellte Samenanlagen mit binnen-sichtiger Raphe und nach oben und aussen gewendeter Mikropyle. Die Früchte sind sehr verschieden,trocken oder fleischig. Die oblongen Samen enthalten einen geraden oder gekrümmten Keimling, der imVerhältniss gross ist mit flachen, blattartigen oder dicken Keimblättern; Nährgewebe ist vorhanden oderfehlt. Bäume oder Sträucher, selten Stauden, deren Blätter von Sekretbehältern durchsetzt und aus dieserUrsache durchscheinend punktirt sind; die Öle verleihen ihnen oft einen starken Geruch. Die Blätterstehen gewöhnlich spiralig angereiht, sind meist zusammengesetzt, die Blättchen ganzrandig oder gezähnt.Der Blüthenstand ist verschieden.

Sie enthalten 108 Gattungen in etwa 700 Arten, welche hauptsächlich in den wärmeren Gegenden beiderHemisphären, in grosser Zahl aber auch am Cap gedeihen.

PILOCARPUS Vahl.

Blüthen vollständig, aktinomorph, vier bis fünfgliedrig. Kelch kurz, gestutzt oder gezähnt. Blumen-blätter bis zum Grunde frei, lederartig mit klappiger Knospenanlage oder an der Spitze leieht dachziegeligdeckend. Das honigabsondernde Gewebe bekleidet den Fruchtknoten. Staubgefässe unter dem Frucht-knoten befestigt mit pfriemlichen Fäden und breiten, stumpfen, schwebend angehefteten, nach innen auf-springenden Beuteln. Die Fruchtblätter sind frei, werden aber an der Spitze durch den kräftigen, zwischensie eingesenkten Griffel zusammengehalten; in jedem derselben befinden sich 2 nebenständige oder über-einander gestellte Samenanlagen. Die Frucht zerfällt in einsamige Kokken, welche fachtheilig auf derInnenseite aufspringen, dabei löst sich das knorplige oder hornige Endocarp und wird elastisch heraus-geschleudert. Die Samen sind eiförmig und der Keimling hat dicke Keimblätter. Sträucher mit spiraliggestellten oder kreuzgegenständigen, gestielten oder dreiwirteligen ein- bis dreiblättrigen oder unpaariggefiederten Blättern; Blättchen lederartig, ganzrandig, durchsichtig punktirt. Blüthen in reichblüthigen,verlängerten, end- oder seitenständigen Trauben oder Ähren mit Deckblättern und Vorblättchen.

13 Arten in West Indien und Süd Amerika.

Pilocarpus pinnatifolius Lern.

Tafel 99.

Strauchartig und mit dickem Stamm; jüngere Zweige und häufig die Rückseite der vier- bis sechs-jochigen Blätter kurzfilzig; Blüthentrauben endständig, sehr verlängert; Blüthen schmutzig violett.

Pilocarpus pinnatifolius Lern, in Jard. fleur. III. t. 263*); Engl, in Flora Bras. XII. (2). 137 ; Bentl.

*) Lemaire schrieb, und als ehemaliger Philologe jedenfalls absichtlich, P. pennatifoliw, wir haben aber den botanischganz ungebräuchlichen Ausdruck in den obigen abgeändert; eine Schreibweise, die übrigens auch sonst, vielleicht freilichoft unbewusst, bevorzugt wird.

Berg u. Schmidt, Officinelle Gewächse. III. 3