Druckschrift 
3 (1899) Die Choristopetalen. 2
Entstehung
Seite
4
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

4

12. Familie: Simarnbaceae Rieh.

Die Blüthen sind aktinomorph, allermeist getrennt geschlechtig, vier- oder fünfzählig. Der Kelch istgelappt oder tief getheilt. Die Blumenblätter sind der Knospenanlage nach klappig oder öfter dachziegelig;selten fehlen sie. Eine Honig absondernde Scheibe von verschiedener Gestalt ist stets vorhanden. DieStaubgefässe sind am Grunde derselben eingefügt; ihre Zahl ist entweder derjenigen der Blumenblättergleich oder doppelt so gross oder höher; die dithecischen Beutel springen nach innen zu auf. Der Frucht-knoten ist häufig sehr tief gelappt oder die 35 Fruchtblätter sind sogar vollkommen frei; jedes der-selben umschliesst am häufigsten eine einzelne, hängende, anatrope Samenanlage; doch kommen auch zweibis viele vor. Die Griffel sind wenigstens am Grunde, bisweilen auch weiter hinauf, selten ganz frei.Die Früchte sind verschieden; die hängenden Samen haben häufig ein reichliches Nährgewebe; welchesden geraden oder gekrümmten Keimling umgiebt.

Stets Holzgewächse mit bitterer Binde oder mit bitterem Holze und spiralig gestellten, meist gefiedertenBlättern ohne Nebenblättei - . Blüthen entweder in endständigen Trauben oder Rispen oder seitenständig.

Etwa 120 Arten, welche ausschliesslich die heisseren Gegenden der Erde bewohnen.

QUASSIA Linn.

Blüthen zwittrig, verhältnissmässig sehr gross. Kelch klein, fünfblättrig mit dachziegeliger Knospenlageder Blätter. Blumenblätter häutig, aufrecht, in der Knospenlage gedreht. Honigabsondernde Scheibe hochcylindrisch. Staubgefässe 10, deren Fäden am Grunde stark behaart sind und von einer kleinen, mitihnen grösstenteils verwachsenen Schuppe gestützt werden. Die 5 Fruchtblätter sind vollkommen freiund umschliessen je eine hängende Samenanlage; die besonders am Grunde gewundenen Griffel fliessenbald zu einem zusammen, der in eine kurz gelappte Narbe ausgeht. Fünf oder durch Abort wenigerSteinfrüchte enthalten einen gekielten Stein in spärlichem Fleische. Der hängende Same umschliesst einengeraden Keimling mit bohnenartigen Keimblättern, ohne Nährgewebe. Ein beinahe kahler, in fast allenTheilen sehr bitterer Baum mit unpaarig gefiederten Blättern. Die Blüthen bilden endständige Traubenoder spärlich verzweigte Rispen.

Nur eine Art im tropischen Amerika.

Quassia amara Linn.

Tafel 96.

Ein mässig hoher Baum oder Strauch mit zweijochig unpaarig gefiederten Blättern; Stiel und Spindelgeflügelt. Blüthen dunkelroth, gross.

Quassia amara Linn. Spec. pl. ed. II. 553 [1762) u. 1679, Amoenit. acad. VI. 416. c. tab.; Plenck,Icon. t. 333; Bot. Mag. t. 497; Lam. Encycl. t. 125; Loddig. Cab. t. 172; Descourtilz, Fl. Ant. I. t. 5;Hayne, Arzneigew. IX. t. 14; P. DC. Prodr. I. 733; Nees, Düsseid. Abbild, t. 383; Woodv. Med.pl. III.t. 204; Guimp. u. Schlechtend. Pßanz. Pharmac. III. 45. t. 238; Planch. in Hook. London journ. V. 562;Berg u. Schmidt, Dar st. u. Beschreib, t. XI' 1 ; Köhler, Medizinalpfl. t. 151; Griseb. Fl. Br. W.-Ind. 139;Engl, in Fl. Brasil. XII. [2). 208, Natiirl. Pßanzenfam. III (4). 215. fig. 123; Baill. Fl. med. II. 870,fig. 2556 2559; Flück. and Hanb. Pharmacogr. 118; Flttck. Pharmacogn. 493; A. Meyer, Drogenk. II. 165.

Surinamischer Quassiastrauch ; englisch: Bitter wood; französisch: Quassier de Surinam.

Der schön geformte Strauch oder kleine Baum erreicht eine Höhe bis zu 8 m und hat eine sehrlockere, eiförmige Krone. Die dünne, glatte und glänzende Rinde ist etwas bereift, selbst an dem oberstenEnde ist sie sonst völlig kahl und braun; hier geht sie ins Purpurrothe.