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3 (1899) Die Choristopetalen. 2
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sich nicht zurück. Die Staubgefässe sind wenigstens um ein Drittel kleiner, die leeren Beutel sind breiterund geschrumpft. Der Stempel ist flaschenförmig, 2,5 mm lang; der Fruchtknoten ist zweifächrig, in jedemFache befinden sich 2 nebenständige, anatrope, hängende Samenanlagen, deren Raphe nach der Scheide-wand gekehrt ist. Der stielrunde Griffel ist kurz; die dicke, weisse, kopfige Narbe ist undeutlich zwei-lappig. Alle Blüthenorgane sind kahl.

Die Frucht ist eine bis 7 mm lange, schiefe, fast kugelförmige, zugespitzte, einsamige Steinfrucht mitbräunlich-grüner, lederartiger, durch einen Längsspalt aufspringender Schale; der Steinkern wird von 3 amGrunde zusammenhängenden Lappen eines falschen Arillus, der aus dem Mittelfleisch hervorgegangen ist,bis zur Spitze streifenweise bedeckt. Die Steinschale ist gelblich-weiss, glatt, am Grunde gerundet, obenspitz und zeigt an diesem Ende einen über die Spitze quer verlaufenden, linienförmigen Eindruck; sie istauf einer Seite an der Spitze deutlich gekielt; auf dem Querschnitt ist die Andeutung des zweiten Facheskenntlich. Der Same hat eine häutige Testa; das Würzelchen ist kurz, die dünnen, blattartigen Keimblättersind zusammengewickelt.

Der Myrrhenbaum findet sich auf beiden Seiten des rothen Meeres in seinem südlichsten Theile,besonders in Arabien ist er in der Berggegend Dathina und in derjenigen des Fadhli sehr verbreitet;auch im Jemen und zwar nicht bloss in dem Gebirgslande, sondern auch in dem heissen Gebiet der Vor-hügelregion, in der Tehäma, ist er verbreitet. In Abyssinien bewohnt er hauptsächlich das nördlicheGebiet (Tigre) in seinen Gebirgsländern, steigt aber in die unterste Vorgebirgsregion bis 200 m Meereshöheunweit Massaua herab; auch auf den Bergen von Keren ist er vorhanden.

Anmerkung. Nach den neuesten Untersuchungen von Schweinfurth giebt die früher zur Darstellung gebrachtePflanze Balsamea Myrrha keine Myrrhe.

Das freiwillig ausfliessende, erstarrte Secret der Pflanze kommt als Myrrhe [Myrrlia) in den Handel.

Erklärung der Abbildungen.

Fig. A. Ein vegetativer Langtrieb mit Blättern, welche den j Fig. E. Die männliche Bliithe, 4mal vergrüssert.

Übergang zwischen den einfachen und dreizähligen j Fig. F. Dieselbe im Längsschnitt.

aufweisen. Fig. G. Die Frucht, 2 l / 2 fach vergrössert: a. der Kelch;

Fig. B. Ein blühender und fruchtender Zweig der weiblichen b. das Exocarp; c. das Mesocarp von Arillus ähn-

Pflanze, natürliche Grösse, beide aus dem Herbar lieber Form; c'. dasselbe längs durchschnitten;

des Herrn Prof. Schweinfurth*). d. der Same.

Fig. C. Ein weiblicher Blüthenstand, 2 1 / 3 fach vergrössert. j Fig. H. Der Same, von oben gesehen, 2'/2fach vergrössert.Fig. D. Die weibliche Blüthe im Längsschnitte, 5mal ver-grössert.

*) Wir können nicht unterlassen, Herrn Prof. Schweinfurth für die liebenswürdige Art und Weise, in der er unsereStudien über die Myrrhenpflanzen unterstützt hat, den verbindlichsten Dank auszusprechen.

Berg n. Schmidt, Officinelle Gewächse. III.

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