Liehen islandicus, Isländisches Moos» 783
heilte Flecken der Hornhaut mit demselben, undLentin brauchte es mit Quecksilbersalpeter ge-gen anfangenden schwarzen Staar.
Liehen islandicus L. Isländisches Moos» Renn-thiernioos»
Diese Flechte, welche nur gelten aus Island zuuns gebracht, sondern häufig in Deutschland ge-gammelt wird, und da in grolser Menge auf Stei-nen, Erdbriichen, in Wäldern zu finden ist,bildet sehr verschieden geformte, platte, breite,ausgezackte Blatter, welche oben mehr gerade,glatt und grau, unten mehr weifs, trocken, zähesind. Von dem Lappländischen soll unser fylooasich dadurch unterscheiden, dafs die Blätterrän-der mit kleinen Spitzen, wie mit Augenwimpern,besetzt sind. Geruch besitzt es gar nicht. VonGeschmack ist es schleimicht, ganz gelinde zu-sammenziehend und angenehm bitter. Es ent--liält über die Hälfte seines Gewichtes einen schlei-migten Stoff, der sehr nahrhaft ist. In den ver-lassenen Gegenden des Nordens hat man es auchwohl zu Brod verbraucht. Bei uns benutzt manes blols als Arznei, wo zu nähren und zu stärkenist, Kräfte zu heben und zu ersetzen sind, wennsie durch schwere Krankheit«» geschwächt, oderverloren waren ; auch allenfalls nur wo manSchleim zu ersetzen und Schärfe zu umhüllen hat.Gegenanzeigen sind Kraftiiberflufs, Vollsaftigkeit,