Print 
1 (1818)
Place and Date of Creation
Page
458
URN (Page)
  
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
 

458

Calamus aromaticus

Der Geschmack ist bestimmt, gewürzhaft, scharf,etwas kratzend, obschon nicht unan°enehtn.

Lie Kräfte des Kalmus bestehen in dem wär-menden , reizenden, stärkenden Gewürzstoff, dener enthält. Man braucht ihn deshalb überall beiKrankheiten von Schwäche, allein oder um an-dere, zumal solche Mittel zu verbessern, die denIVlagen schwächen und angreifen; überhaupt woder ganze Organismus und ganz besonders derIVlagen und Unterleib eines gewissen Reizes, einergewissen Stärkung und Erwärmung bedarf. Indieser Hinsicht verdient er vor allen einheimi-schen Gewürzen den Vorzug, und ist den meistenausländischen gleich zu schätzen. Man giebt ihnentweder in Pulver, als Zusatz zu anderen Mit-teln zu fünf Gran bis zu einem Skrupel, für sichaber zu einer halben bis ganze Drachme; häufi-ger im Aufgufs oder im Dekokte: denn das Aro-matische ist an die fixeren Bestandtheile des Kal-mus so fest gebunden, dafs durch Jas Höchennur wenig verrohren geVA. Ms eigentliches Heil-mittel braucht man ihn:

i) Gegen We chselfi e b er. Er giebt nichtnur jederzeit einen sehr zweckmäfsigen Zusatzzur Chinarinde, wenn diese wegen Schwäche derVerdauungswerkzeuge nicht gut vertragen wird;sondern oft ersetzt er sie ganz, und bei anfan-gendem oder schon gebildetem kachektischen, leu-kophlegmatischen und reizlosen Zustande über-trifft er sie noch an Wirksamkeit. Wo man ihnfür sich allein brauchen will, da mufs man ihnnur sogleich in hinlänglicher Menge geben. Eingrofser Vorzug ist, dafs er nie den Magen belä-stigt. Horn will mit reichlichen Gaben Kalmus

in