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1 (1802) Allgemeine Therapeutik
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73
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heilsheilung ist der nächste Zweck nicht Erhaltung desLebens , sondern Umänderung des kranken Zustandes inden gefunden. Die Erhaltung und Verlängerung desLebens ist blos mittelbarer Zweck, in so fern die Krank-heil das Leben Halle aufreiben können, und folglichihre Entfernung eine mögliche Todesursache entfernt.Aber nicht immer ist dies der Fall, und es kann zu-weilen die Krankheitsheilung mit der Lebenserhaltung imWidersprüche stehen:

i. Wenn die Krankheit selbst einen heilsamen undVerlängernden Einfluß auf das Leben hat. Es giebtKrankheiten, z. B. die Enlwicklungskrankheiten, diekritischen Krankheiten , die zwar an und für sich betrach-tet anomalische Zustande, aber in Beziehung auf ihreUrsachen und ihre Tendenz heilsame Bestrebungen d«Natur sind, entweder eine natürliche zur Ausbildungdes Organismus gehörige Revolution zu bewirken, alsz. B. die Krankheiten bey der Zahnentwickiung, bey derPubertät, oder einen schon vorhandenen fehlerhaften Zu-stand zu heben. So sind manche Wechselsieber die wirk-samsten Mittel, ein eingewurzeltes venerisches Gift,eine Verhärtung, eine Ansammlung fremder Materienlc. mobil zu machen und zu entfernen. So ist man-ches Gichlsieber, wanckrrpodagrischer Anfall, das besteMittel, die Oichlkrankhnt zu heben, oder wenigstensdie Anfälle derftlben seltener zu machen. Wer solcheKrankheilen ohne Rücksicht auf ihre tiefliegender!, Ur»fachen und die Tendenz der Natur heilt, der hebt blosdie Reaktion der Natur, und bewirkt eben dadurch,daß jene organische Entwicklung, jene pathologische Ver,besserung gar nicht oder wenigstens nicht gehörig er-folgt; er schadet also, indem er die Krankheit pro rem.por« aufhebt, der Dauer und Vollkommenheit des Le-bens im Ganzen.

Ja