ist, als es die Natur durch die oben angegebenen Ope»»alionen vermocht hatte.
Z. Noch nöthiger ist die Hülfe der Kunst, da wodie Reaktion zu schwach ist. Hier würde zuweilen ohn«eine künstliche Erweckung und Unterstützung der Kräfte,die Heilung entweder ganz unmöglich, oder nur langsamund mühevoll seon.
4. Es giebt Gifte, sowohl physische als animali«sche, die der Natuikraft unbezwingbar zu seyn scheinen.Z. B. das Arsenikum und das venerische Gift. Es giebtörtliche Destruktionen, die die Natur nickt heilen kann,die aber die Kunst entweder zu heilen, oder weniastensdurch Entfernung unschädlich zu machen vermag. Z. B.der Sfu-rhus, der Krebs, die Karies in den Gelenken.
H. Und selbst in den Fällen, wo die Naiur alleinauch wohl fertig geworden wäre, kann doch ein zweck»mäßiges Einwirken der Kunst durch Unterstützung der Na»turabslchlen, Entfernung der Hindernisse, und passendeEinrichtung alle» äußern Umstände dazu dienen, daß dieHeilung schneller und sicherer erhalten werde. Nur mußsie sich wohl hüten, durch zu große Geschäftigkeit nichtzu schaden, und vorzüglich die Krankheiten wohl unler.scheiden, die nicht blos als Störung der Gesundheit zubetrachten find, sondern selbst den Zweck einer heilsamenVeränderung haben. Nur im erster» Falle ist es Pflichtund Verdienst, so schnell wie möglich zu heilen, aber imletzter« ist es eben so große Pflicht, die Krankheit so langezuzulassen, bis jener Zweck erreicht ist, und nur die da»brn möglichen Lebensgefahren zu verhüten. So ist es beyder Blatterkrankheit ein schlechtes Verdienst , sie sogleichzu unterdrücken, da eine gewisse Dauer und Grad derKrankheit zur völligen Aufhebung der Vergiftung und Ver»hüluna ihrer Wiederkehr nöthig ist. Und das nämlichegilt von allen Krankheilen, wo eine Verbesserung der Or-ganisation und ihres materiellen Zustandes Zweck derKrankheit ist. Zwey-