Chitin.
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(van Wisselingh). Auch Jahn 1 ) fand bei Comatricha und Stemonitiskein Chitin. Bei den Saprolegnieen und Peronosporeen (s. auch S. 556)fehlt Chitin; es wird durch Zellulose vertreten. Schon Pringsheim fand,daß sich die Membranen von Apodya und Achlya in Kupferoxydammoniaklösen und von Chlorzinkjod blau gefärbt werden (Lit. S. 517, 3). Dieabweichenden Angaben, die über den Chitingehalt der Flechtenpilzevorliegen (Escombe, Müller, Kohl, van Wisselingh), sind viel-leicht in einem schwankenden Chitingehalt begründet. Für die Muco-rineen gibt van Wisselingh Chitin an, Mangin (Journ. Bot., 1899,XIII, 209) hingegen Zellulose, Callose und Pektin, doch soll die Muco-rineenzellulose widerstandsfähiger als die Zellulose der Phanerogamensein. Die vegetativen Hyphen führen (Mangin) innen Zellulose, außenPektinsubstanzen in der Membran, die Sporangien haben außerdemCallose und die Zellulose führt fast immer Kalkablagerungen. Werdenendogene Sporen mit Kalilauge und Salzsäure behandelt, dann zeigensie Callosereaktion. An den Zygosporen sind nach Vuillemin 2 ) durchJodschwefelsäure und durch Hämatoxylin deutlich fünf Schichten zuunterscheiden.
Emmerling, Ruppel und Iwanoff traten auf Grund makro-chemischer Befunde für einen Chitingehalt der Bakterienmembran ein.Hingegen fanden kein Chitin van Wisselingh in Bacillus megaterium,anthracoides, mesentericus, fluorescens, violaceus, pulcher, Grabowski 3 )in B. luteus, tumescens, asterosporus, Wester in Staphylococcus aureusund Colibakterien, Tun mann (Lit. S. 94, 2 ) in B. caucasicus (Kefir). Je-doch hat Viehoever 4 ) bei B. probatus einwandfrei Chitin nachweisenkönnen. Der negative Befund anderer Autoren scheint an der Benutzungeiner zu schwachen Vergrößerung zu liegen. Es muß „mindestens eine2000fache Vergrößerung" zur Erkennung der Violettfärbung benutztwerden. Zur Untersuchung sind ausgereifte Sporen zu nehmen, dieam widerstandsfähigsten und wohl auch am reichsten an Chitin sind.
Die Membranen von Beggiatoa mirabilis Cohn (auch die Quer-wände) reagieren nicht auf Zellulose oder Chitin. In konz. Kalilaugeauf 160° erwärmt, reagieren sie nicht mit Jod. Hingegen werden sievon Rutheniumrot, Safranin und Methylenblau gefärbt (Pektmsub-
x ) E. Jahn, Zur Kenntnis des Schleimpilzes Comatricha obtusata, Seh wen-dener Festschr., 1899, S. 288.
8 ) P. Vuillemin, Recherch. morph. etc. sur 1. membr. d. Zygosp., Ann.mye, 1904, II, S. 483.
s ) L. Grabowski, Dissertation, Marburg 1907, nach A.Meyer, Die Aeiieder Bakterien, Jena 1912, S. 177.
4 ) A. Viehoever, Über den Nachweis von Chitin bei Bakterien, Ber.deutsch, bot. Ges., 1912, XXX, S. 443.
Tun mann, Pflanzenmikroohemie. 39