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Pflanzenmikrochemie : ein Hilfsbuch beim mikrochemischen Studium pflanzlicher Objekte ; mit 137 Abb.
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Der Protoplast.

Reduzierende Enzyme.

In Kürze sei auf den Nachweis der Reduktasen von Palladin 1 ) hingewiesen.Weizenkeimlinge werden in kleinen Gläsern mit einigen Tropfen Chloroform ver-setzt, dann mit einer leicht reduzierteren Farblösung Übergossen (Methylenblau,Indigo, Hämatoxylin) und die Gläser luftdicht verschlossen. Die Lösungen sindnach 2 Tagen völlig entfärbt, nehmen aber beim Stehen an der Luft ihre Farbewieder an. Ob diese Methoden sich auf Schnitte übertragen lassen, muß erst er-probt werden. Vor allem wäre auf einen vollständigen Abschluß der Luft zuachten, der sich schon bei makrochemischen Arbeiten schwierig gestaltet. Beiletzteren genügt (bei Milchuntersuchungen) flüssiges Paraffin nicht, am besteneignet sich ein dicht schließender Kautschukstopfen in Verbindung mit einemWattepfropfen, der mit Pyrogallolkaliuni getränkt ist. Dieser Verschluß wirdauch bei Keimpflanzen am besten sein.

Urtica-Enzym.Das giftige Sekret der ßrennhaare von Urtica dioica hält Haberlandt 2 )für eine Substanz,welche sich in bezug auf manche Eigenschaften den unge-formten Fermenten oder Enzymen anschließt' 1 . Ein Alkaloid soll nicht vorliegen,da der Körpergleich einem Enzym durch Alkohol fällbar und in Wasser neuer-dings löslich ist". Werden die Trichome 1020 Sekunden in kochendes Wasser ge-taucht, dann ist der Zellsaft feinkörnig koaguliert, opak, weißlich und gibt Eiweiß-reaktion (Millon, Raspail). An Herbstmaterial ruft Schwefelsäure eine roteFärbung hervor. Der Saft gibt mit Kupfersulfat und Bleiazetat einen gelbbraunenNiederschlag, Salpetersäure färbt gelb, Jodtinktur gelbbraun.

III. Der Protoplast.

Protoplasma.

Das Protoplasma der Zelle besitzt die Fähigkeit der Reiz-barkeit, der Kontraktilität, der Nahrungsaufnahme, des Wachstumsusw., kurz, Protoplasma ist ein biologischer Begriff. Es besteht auseiner sehr zähen Emulsion (Cytoplasma, Plasma) und halbflüssigen (bisfesten?) Anteilen. In der jugendlichen Zelle erfüllt das Cytoplasmavöllig das Zelllumen, bald treten größere mit wässerigem Safte(Zellsaft) erfüllte Räume (Vakuolen) auf (Fig. 103). Die Vakuolen ver-

') W. Palladin, Die Atmuugspigmentc der Pflanzen, Ztschr. f. phvs. Chem.,1908, LV, S. 207.

) G. Haberlandt, Beiträge zur Anatomie und Physiologie der pflanzlichenBrennhaare, Sirzber. Wien. Akad., i886, XCIII, 1. Abt., S. 228.