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Pflanzenmikrochemie : ein Hilfsbuch beim mikrochemischen Studium pflanzlicher Objekte ; mit 137 Abb.
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Die Zellmembran.

ausgewaschen, alsdann gelangen sie auf den Objektträger und unterDeckglas wird 0,5 °/ 0 Jodlösung durchsaugt. Nachfolgender Zusatzvon l°/ 0 Schwefelsäure bedingt Violettfärbung. 3% Essigsäure, unterDeckglas zugesetzt, löst die Präparate mehr oder weniger völlig auf.Membranfarbstoffe, die die Violettfärbung der Jodschwefelsäure ver-decken können, entfernt man zuvor mit verd. Chromsäure. Das Liche-nin der Flechtenpilze, welches mit Jod ebenfalls blau wird, muß ausden Schnitten zuvor durch Erhitzen mit Glyzerin auf 300° (im zu-geschmolzenen Rohr) entfernt werden. Mit der Zellulose teilt Chitindie Eigenschaft, sich beim Erhitzen in Glyzerin auf 300° nicht zuverändern.Läßt eine Zellwand bei Erwärmung in Glyzerin keinenÜberrest zurück, so ist dies ein Beweis, daß dieselbe kein Chitin undauch keine Zellulose enthält" (van Wisselingh, 1. c. S. 643).

Auch andere Jodreagentien reagieren mit Chitin, sind jedoch nichtso brauchbar wie die obenerwähnte schwache Jodschwefelsäure.NachBehandlung mit Jodjodkaliumlösung werden Chitinmembranen durcheine schwache Chlorzinklösung rötlich violett gefärbt; Hinzufügungeiner stärkeren Chlorzinklösung, z. B. eine, welche 40, 50 oder 60%Chlorzink enthält, bewirkt eine blauviolette oder blaue Verfärbung,eine noch stärkere (70°/ 0 ) Entfärbung" (van Wisselingh). UndBenecke 1 ) zeigte, daß Chitin mit konz. Chlorzinkjod behandelt, sichbei nachfolgendem Zusatz von größeren Wassermengen violett färbt.

Die Ölbadmethode erscheint auf den ersten Blick umständlich.Sie ist aber recht einfach, wenn man sich erst mit der nötigen Appa-ratur versehen hat und verlangt nur ein vorsichtiges Umgehen der mitder Lauge behandelten Präparate. Die Färbungen der Chitosanreaktionfallen selbst an dem gleichen Präparate verschieden aus (von Schwarz-,Rot- bis Braun violett). Es erscheint aber fraglich, ob man hierfür mitKindermann 2 ) einen verschieden hohen Chitingehalt verantwortlichmachen kann, zumal viel von der Dauer der Laugenbehandlung undvon dem Material abhängt. Bei sehr vielen Pilzen wurde die Chito-sanreaktion von van Wisselingh ausgeführt und von West er anvielen tierischen und pflanzlichen Objekten.

Bei den höheren Pilzen kommt fast ausschließlich Chitin vor. Esist beachtenswert, daß die normalen Hyphen von Polyporus officinalis(Agaricus-Droge) Chitin führen, aber nicht die Membranreste der Harz-hyphen (Tunmann, Lit. S. 152, 2 ). Unter den Myxomyceten hatsich bisher nur Plasmodiophora brassicae als chitinhaltig erwiesen

') W. Benecke, Bot. Ztg., 1905, LXIII, S. 227.

2 ) Kindermann, Die Fruchtkörper von Stereum sanguinolentum, Ost. bot.Ztschr., 1901, LI, S. 32.