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Pflanzenmikrochemie : ein Hilfsbuch beim mikrochemischen Studium pflanzlicher Objekte ; mit 137 Abb.
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Chitin.

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Therm.

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Bereits den älteren Forschern war es aufgefallen, daß die Mem-branen der Pilze andere Reaktionen zeigen, als die Zellulosewände derhöheren Pflanzen. Die Pilzmembran ist gegen Säuren und Alkaliensehr resistent, gibt mit Jodschwefelsäure oder mit Chlorzinkjod einegelbe bis braune Färbung und ist unlöslich in Kupferoxydammoniak,de Bary 1 ) bezeichnete den membranbildenden Stoff als Pilzzellulose,zumal nach längerer Einwirkung von verd. KalilaugeZellulosereaktionen"zu erzielen waren und Richter 2 ) hat bei einer großen Anzahl vonPilzen nach langer Alkalibehandlung (einige Wochen) ebenfallsZellulose-reaktionen" erhalten. Doch zeigteGilson 3 ), daß es sich um einenbesonderen Membranstoff handelte(Mykosin), der sich mit Jodkalium-lösung, die eine Spur Säure enthält,rosaviolett färbt.

Nachdem nun das Auftretenvon Chitin in den Pilzmembranenmakrochemisch erwiesen ist, wis-sen wir, daß die nach der Alkali-behandlung zu erzielende vermeint-liche Zellulosereaktion mit Jodschwe-felsäure dem Chitosan zukommt,welches aus dem' Chitin durch dieLauge gebildet wird. Hierauf hatvan Wisselingh (Lit. S. 552 i) denmikrochemischen Nachweis gegrün-det. Die Präparate werden in HO °/ 0Kalilauge in kleinen zugeschmolzenenund mit Kupfermäntel geschütztenGlasröhrchen von 7 mm Durchmesserim Ölbade etwa 20 Minuten langauf 160° erhitzt (Apparat Fig. 137). Nach dem Erkalten des Ölbadeswerden die Glasröhrchen geöffnet und die Präparate wiederholt mitAlkohol ausgewaschen, wodurch sie (durch Härtung) vor dem Zerfallbewahrt werden. Nun werden sie einige Stunden vorsichtig mit Wasser

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Fig. 137. Apparat zum Chitinnachweis nachvan Wisselmgh-Wester. Die Schnittekommen mit der Lauge in das an beiden EndenzugcschmolzeneGlasröhrehen (B); dieses, durcheinen Kupferdrahtmantel (B) geschätzt, wirdmittels des gebogenen Kupferdr&htes (K) durcheine Öffnung des Deckels (D) in das Ölbad (G)eingehängt.

') A. de Bary, Morph, u. Biol. d. Pilze, 1884, S. 9.

2 ) K. Richter, Beitr. z. gen. Kenntn. d. ehem. Beschaff, d. Zellmembranbei d. Pilzen, Sitzb. Wien. Ak., 1881, LXXXIII, l, S. 494.

") E. Gilson, Rech, sur la membrane cellulaire des Champignons, LaCellule, 1894, XI, S. 5 und: De la presence de la chitine dans la membr. cell,des Champignons, Compt. rend., 1895, CXX, S. 1000.