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Pflanzenmikrochemie : ein Hilfsbuch beim mikrochemischen Studium pflanzlicher Objekte ; mit 137 Abb.
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Die Zellmembran.

sein. Konz. Kalilauge-Ammoniak wirkt in der Kälte unter Deckglasnur wenig ein. Copernicia (Droge) zeigt innerhalb 24 Stunden keineSeifenbildung. Erst beim Erhitzen in der Lauge scheiden sich schau-mige Tropfen ab, die bei gekreuzten Nicols stark aufleuchten und zumTeil sehr feine Nädelchen erkennen lassen. Die Wachse lassen sichweit schwerer verseifen als die Eette und diese Eigenschaft tritt beimArbeiten am Objektträger noch schärfer als in der Chemie hervor.Mit Kupferazetat konnte am Objektträger (auch beim Erhitzen) keineReaktion erhalten werden.

Chitin.

Chitin (und sein Spaltungsprodukt Chitosan) ist ein höher zusammen-gesetztes, stickstoffhaltiges, am Stickstoff mit Azetylessigsäure verbundenesPolysaccharid. Reines Chitin zeigt keine Eiweißreaktionen, wird von verd.Säuren und alkoholischer Kalilauge angegriffen. Beim Erhitzen mit 50% Kali-lauge auf 160170° bildet sich Chitosan, daneben Essigsäure und Ammoniak.Chitosan enthält über 7% Stickstoff, ist löslich in verd. Salzsäure und verd.Essigsäure, fast unlöslich in verd. Schwefelsäure, gibt mit verd. Jodschwefel-säure Violettfärbung und entfärbt eine verd. Jodstärkelösung. Chitin, wahr-scheinlich gibt es nur ein Chitin, kommt als hautbildende Substanz vielfachbei niederen Tieren (Insekten, Crustaceen, Mollusken) vor. In der Pilzmembranhatten LasS*aigne, Payen (1843) u. a. bereits Stickstoff ermittelt und Grilsonund Winterstein 1 ) fanden in der Membran der Pilze Chitin. Ganz geklärtist die Chitinfrage nicht. Die Annahme einiger Forscher, die jeden Zellulose-gehalt in der Pilzmembran, auch in der jugendlichen, verneinen, erscheint nochfraglich. (Nach Ilkewitsch [Bull. Acad. Petersb., 1908, 571] soll in der Pilz-membran weder Zellulose noch Chitin zugegen sein). Es ist nicht ausgeschlossen,daß Chitin in Bindung mit einem Kohlehydrat vorliegt. Diese Annahme würdeverschiedene Widersprüche der mikrochemischen Befunde erklären. Auch seierwähnt, daß vor kurzem C. Reuter (Z. Kenntn. d. stickstoffhalt. Bestandt. d.Pilze, Diss., Zürich, 1912, Ztschr. phys. Chem., 1912, LXXVIII) aus Boletusedulis und zwar aus dem, nach Behandeln mit Äther (Fett, Phytosterin), Alkohol(Trehalose, Zucker, Basen) und Wasser (Glykogen, Zucker, Basen) verbleibendenRückstand neben 6% Chitin nach 10% amorphes Kohlehydrat erhielt.

Chitinmembranen werden vom Magensafte nicht verdaut; sie finden sichin den Faeces. Hierauf gründete J. Strasburger (Centralbl. f. Gynäkol., 1907)den Nachweis des Mutterkorns bei Abortus. Es scheint aber ein chitin-lösendes Enzym zu geben, denn die Membranen der endotrophen Mykor-rhizen (Peronosporeen) von Podocarpus, die nach K. Shibata (Cyt. Stud. endo-troph. Mykorrhiz , Jahrb. wiss. Bot., 1902, XXXVII, 643) Chitin führen, werdenverdaut.

') Ausführl. Lit. bei: E. Winterstein, Ztschr. phys. Chem., XIX, S. 521,Zellner, Chemie der höheren Pilze, S. 123, D. H. Wester, Studien über dasChitin, Diss., Bern, 1909, Arch. d. Pharm., 1909, CCXLVII, S. 282.