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Pflanzenmikrochemie : ein Hilfsbuch beim mikrochemischen Studium pflanzlicher Objekte ; mit 137 Abb.
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Wachs.

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im

3 m§

liegenden Präparate schmilzt Wachs infolge seines niedrigen Schmelz-punktes zu Tropfen zusammen. In Schnitten, die mit Fettfarbstoffen(in 50°/ 0 Alkohol) gefärbt sind, speichern die zusammenschmelzendenWachstropfen die Farbstoffe. Verkorkte Membranen (Aloe verrucosa)und mächtige kutinisierte Schichten enthalten bisweilen Wachs ein-gelagert, so daß es nicht ohne weiteres sichtbar ist. Um es sichtbarzu machen, erwärmt man die Präparate unter Deckglas bis nahe zumSieden, wodurch das Wachs in Tröpfchen heraustritt. Hierbei läßtsich (de Bary) zeigen, daß sich das Wachs an dem Aufbau derbetreffenden Membranen beteiligt. Der Durchmesser der Membranwird gemessen. Alsdann werden die Präparate in Alkohol einige Zeitgekocht. Beim nachfolgenden Messen zeigen die Membranen eine Ab-nahme des Durchmessers, die durchdas extrahierte Wachs bedingt ist.

Die Membranwachse sind unterDeckglas im allgemeinen schwer lös-lich in Alkohol. Alkohol löst meistnur Anteile heraus, auch wenn größereMengen zur Wirkung kommen (Fig.135). Äther und Chloroform sindbessere Lösungsmittel. OrientierendeUntersuchungen hatten folgende Er-gebnisse: Sämtliche bis jetzt unter-suchten Pflanzenwachse liefern kristal-linische Sublimate (Tunmann, Nat.Vers. Karlsruhe 1911). Schabt manvorsichtig, ohne Membranteile ab-zuschneiden, eine Spur (wenige mg)

des Reifes der Pflaume oder von dem Stengel von Foeniculum ab undsublimiert man dieselbe, so erhält man bereits deutliche Sublimate. Imallgemeinen besteht das erste Sublimat (etwa bei 150° erhalten) beiallen Wachsen aus isoliert liegenden Stäbchen, die oft gekrümmt sind.Bei höherer Temperatur erhaltene Sublimate führen Sphärokristalleoder Rosetten, die drusenförmig bei gekreuzten Nicols erscheinen, wobeiübrigens alle Bildungen silbergrau aufleuchten (Fig. 136). Die Kristallesind stets in Äther oder in Chloroform löslich, reagieren nicht mitOsmiumsäure, die des Wachses der Pflaume geben mit Chloroform-Schwefelsäure keine Rotfärbung (Phytosterine fehlen), sind in Kalilaugeunlöslich, in Essigsäureanhydrid (kalt) schwer löslich, bei Erwärmenleicht löslich; sie lösen sich auch in Kalilauge-Ammoniak, doch ohneMyelinbildung. Die Myelinbildung scheint nach den bisherigen Be-funden zur Unterscheidung der Wachse von den Fetten geeignet zu

Fig. 136. Kristallformen im Mikrosublimatder Pflanzenwachse. 1 Copernica cen-fera (Handelspulver, bei 150» erhalten),2 Iris germanica, 3 Picea pungensglauca, * Copornioa oerifera (Droge,Stücke, bei 200°) (Tunmann).