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Pflanzenmikrochemie : ein Hilfsbuch beim mikrochemischen Studium pflanzlicher Objekte ; mit 137 Abb.
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Die Zellmembran.

gespeichert worden, so kann die Membran resistent gegen Schwefel-säure sein. Ahnliches gilt von Alkoholmaterial. So berichtet Lidforss(Lit. S. 182, 2), daß bei Primula farinosa (Blütenstandsachse) die Wändegewisser Idioblasten sich in Schwefelsäure und Chromsäure (bei Al-koholmaterial) wie Kork verhielten, während sie sich bei lebendemMaterial in diesen Reagentien auflösten, und Debski (Lit. S. 147, 4) er-wähnt Zellwände bei Blättern der Marantaceen, die sich in frischemZustande leicht in Schwefelsäure lösen, durch Alkohol aber gebräuntund unlöslich in Schwefelsäure werden. Man verwende möglichst kleine,nur wenige Zellen große Präparate und setze die Säure dem trockenunter Deckglas oder doch nur in wenig Wasser liegenden Schnitte zu.Auch ist darauf zu achten, daß die Schwefelsäure wirklich konzentriert

ist (s. S. 11 ob.). Verschiedene (irrtümliche)Literaturangaben über Unlöslichkeit in Schwe-felsäure beruhen auf Benutzung schlecht auf-bewahrter Säure. Im allgemeinen sind nachRussow (Lit. S. 440, 1) Zellulosemembranender Wasserpflanzen resistenter gegen Säureals die von Landpflanzen; Angaben ausneuerer Zeit fehlen hierüber.

Chromsäurelösung, die je nach ihrerKonzentration Zellulose schnell auflöst, wirdnur nebenbei zur Charakteristik herangezogen,da sie verholzte Membranen u. a. ebenfalls löst.Chlorzink-Essigsäureanhydrid (Chlorzinkin der zweifachen Gewichtsmenge Essigsäureanhydridgelöst) soll nach Cross und Bevan 1 ) ebenfallsZellulose lösen. Czapek (Biochemie I, S. 526) undTschirch (Handbuch II, S. 242) geben (irrtümlicherweise) an, daß sich Zellulosein Chlorzinksalzsäure (1 -\- 2) lösen soll. Nachprüfungen an Baumwolle und anGeweben ergaben, daß Chlorzink weder mit Essigsäureanhydrid noch mit Salzsäuremikrochemisch Vorteile bietet. Hanausek 2 ) hat eineLösung mit Salzsäure-Essig-säureanhydrid nicht erzielen können, hält das Reagens aber für geeignet, um diefeineren Strukturverhältnisse der Membran hervortreten zu lassen.

Die während der Lösung auftretenden Bilder sind recht charakte-ristisch; selbst die feinsten plasmatischen Reste (Plasmabeläge derBastfasern und Gefäße) werden sichtbar (Fig. 123). Zum Studium derLösungsvorgänge diente auch Schwefelsäure in Verbindung mit Jod odermit Kaliumdichromat. Die Chromatschwefelsäure (S. 98 u. 454)

Fig. 123. Bastfaser, vor und wah-rend der Einwirkung von kons.

Schwefelsäure; Plasmaschlaucltund Tüpfelfüllungen treten her-vor (Tunmann).

*) Cross und Bevan, Chem. News, LXIII, S. 66.

2 ) T. P. Hanausek, Kleine Mitteilungen IV, Lösungsmittel der ZelluloseChem. Ztg., 1894, XVIII, S. 441.