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Pflanzenmikrochemie : ein Hilfsbuch beim mikrochemischen Studium pflanzlicher Objekte ; mit 137 Abb.
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Zellulose.

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Diese Eigenschaft wurde zum mikrochemischen Nachweis (auch zurmakrochemischen Gewinnung) kristallinischer Zellulose herangezogen.Der mikrochemische Nachweis wird dadurch ermöglicht, daß die Zellu-loselösung nicht durch die pektinhaltigen Mittellamellen diosmierenkann. Die Versuche sind langwierig und gelingen nicht immer gleich.Sie wurden von Johnson 1 ), Love 2 ) und van Wisselingh bestätigt.Man benutzt möglichst stärkefreie oder doch stärkearme Parenchym-gewebe krautartiger Stengelteile oder Wurzeln. Von den Zellinhaltenwerden die Präparate durch Behandeln mit Eau de Javelle befreit.Vom Eau de Javelle müssen die Schnitte durch gutes Auswaschen be-freit werden. Fette sind durch Alkohol-Äther zu entfernen. Die vor-behandelten Präparate kommen auf 612 Stunden in einem hermetischverschlossenen Gefäße in Kupferoxydammoniak. Die Flüssigkeit wirdnach genügender Einwirkung vorsichtig abgegossen und durch 10°/ 0Ammoniak ersetzt. Das Ammoniak wird wiederholt durch neues (jetzt20<>/ 0 ) ersetzt. Schließlich werden die Schnitte, die leicht auseinander-fallen und daher vorsichtig zu behandeln sind, mit Wasser nachge-waschen. Sie sind nun farblos, zeigen im Zelllumen kleinkörnige,krümelige oder dendritische Kristallmassen, die sich in Kupferoxyd-ammoniak lösen, unlöslich in verd. Alkalien und Säuren sind und sichmit Kongorot rot färben. Mit Chlorzinkjod werden sie blau, besondersnach Vorbehandlung mit verd. Salzsäure. Durch verd. Säuren werdendie Präparate wesentlich aufgehellt, die Kristalle treten weit deutlicherhervor. Johnson bezeichnet sie als Kristallite, da sie auf das polari- sierte Licht nicht einwirken. Die Kristallform ist abhängig von derKonzentration des zum Auswaschen benutzten Ammoniaks. Bei Ver-wendung von 5°/ 0 Ammoniak entstehen überwiegend kleine Spharo-kristalle, bei stärkerem Ammoniak (20%) erhält man die größten

Kristallaggregate. , , A

Zellulose löst sich in konzentrierter Schwefelsaure oderrichtiger, die Zellulose wird durch Schwefelsäure in Traubenzuckerübergeführt. Diese Reaktion ist weniger charakteristisch, da sichgleichzeitig Hemizellulosen, Pektine und oft verholzte Membranen mSchwefelsäure lösen, während in Kupferoxydammoniak S1 ch nur dieZellulose löst. Der Einwirkung der Schwefelsäure wird in zweifel-haften Fällen eine Mazeration oder ein Aufkochen mit Wasser voran-zugehen haben. Sind in abgestorbenen oder getrockneten Gewebenvon den Membranen Gerbstoffe oder Phlobaphene in großer Menge

«) D. S.Johnson, The eristallization of cellulose, Bot. Gazette, W^*--) E. G. Love, Note on the staining of cellulose, Journ. New-York Microsc,1894, X, S. 70. '