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Die Zellmembran.
sulfatlösung mit verd. wässer. Natronlauge Kupferoxydhydrat ausfällte, dieses mitWasser gut auswusch und dann in konz. Ammoniak auflöste. Die von de Toni 3 )gegebene Vorschrift liefert kein wesentlich besseres Reagens, ist aber einfacher inder Ausführung. Man mischt 10.0 g fein zerriebenes reines Kupfersulfat mit 2.0 gkaustischer Soda (Natriumhydroxyd) und einigen Tropfen Wasser, fügt 25 bis 40 ccmkonz. Ammoniaklösung zu und nitriert durch Glaswolle. Fitting 8 ) änderte dieVorschrift von Schweizer etwas ab. Kupferhydrat wird aus Kupfersulfatlösungmit Ammoniak ausgefällt, gesammelt, gut mit Wasser ausgewaschen und alsdannin möglichst wenig Ammoniak gelöst. Eine derartige Lösung soll mehrere Wochenbrauchbar bleiben. Die Lösung kann ferner aus Kupferoxyd hergestellt werden.Man übergießt Kupferspäne mit starkem Ammoniak, so daß die Späne geradebedeckt sind, und läßt die Flüssigkeit in geöffneter Flasche einige Stunden stehen(W. Behrens, Tabellen, Braunschweig, 1887, S. 55). Hierbei ist Zusatz von etwasAmmonium chloratum vorteilhaft. — Das Reagens besitzt seine volle Wirksamkeitselbst bei sachgemäßer Aufbewahrung (Lichtabschluß) nur wenige Wochen und istbrauchbar, wenn es Baumwolle in kurzer Zeit auflöst. Nimmt man den Lösungs-versuch unter Deckglas vor, so muß das Reagens wiederholt durchgesaugt werden.
Nur wenn Membranen vorliegen, die fast ganz aus Zellulose be-stehen und die nicht von derben Kutikular- oder Korkschichten ge-schützt werden, kann man an zarten Präparaten, die aus wenigen Zellenbestehen, die Reaktion (öfteres Durchsaugen) unter Deckglas ausführen.Es ist bei Geweben jedoch vorteilhafter, die Schnitte in einem be-deckten Schälchen zu mazerieren. Derart läßt sich bei dünnen Schnittenaus parenehymatischen Geweben in 2 bis 4 Tagen, aus verholztenElementen in einer Woche sämtliche Zellulose entfernen. Bei Mem-branen, die überwiegend aus Zellulose bestehen, zeigen Vergleichs-präparate ohne weiteres die Wirkung des Reagens. Sind in einerMembran neben der Zellulose Pektine, Hemizellulosen u. dergl. starkvertreten, oder ist die Membran verholzt, so kann man bei optischerBetrachtung von einer Lösung der Zellulose oft nichts erkennen. Manmuß durch weitere Reaktionen die Abwesenheit der (herausgelösten)Zellulose feststellen. Aus den mazerierten Schnitten wird das Kupfer-salz durch gutes Auswaschen mit 4- 5°/ 0 Essigsäure entfernt. Die fürZellulose charakteristischen Jodreaktionen und Färbungen (s. unten)müssen nun negativ ausfallen. Vergleichspräparate gestatten sofortein sicheres Urteil.
Nach Gilson 3 ) läßt sich die Zellulose aus ihrer Kupferoxyd-ammoniaklösung durch 20—23°/ 0 Ammoniak kristallinisch ausfällen.
») G. B. de Toni, Acci Ist. Ven. Sc. Lett. ed Art., 1906, LXV„ S. 593.
2 ) H. Fitting, Bau u. Entwickl. d. Makrosporen v. Isoetes u. Selaginella u.ihre Bedeut. für d. Wachst, pflanzl. Zellmembr., Bot. Ztg., 1900, LVIII, S. 107.
8 ) E. Gilson, La cristall. de la cellulose et la composition chimique de lamembrane cellulaire vegetale, La Cellule, 1893, IX, S. 397.