Zellulose.
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Die Außenwände der Oscillarien zeigen Netzstruktur (Kolkwitz) erstnach Vorbehandlung und Färbung. Correns 1 ) behandelt das Materialnacheinander mit Pepsin-Glyzerin-Salzsäure, Chromsäure, 2 % Kalilaugeund färbt mit Karbolfuchsin. Bei weit geöffneter Irisblende sieht manein rotes Netz auf farblosem Grunde.
Zellulose.
Zellulose steht unter den membranaufbauenden Stoffen an erster Stelle. Sieist oft, auch in den sog. Zellulosemembranen, mit wechselnden Mengen von Hemi-zellulosen u. a. vereint. Den meisten Pilzen (und Bakterien) fehlt Zellulose, inmanchen Geweben tritt sie stark zurück, in Korklamellen scheint sie zu fehlen.Die chemische Erforschung begann mit Payen, der den Memb'ranstoff benannte.Wir bezeichnen jetzt mit Zellulose jene Membranstoffe, die sich mit verd. Säuren(2%) nicht hydrolysieren lassen und bei Behandlung mit völlig konz. Schwefel-säure Traubenzucker liefern (Dextrozellulose, E. Schulze 1889). Somit zähltZellulose zu den Polysacchariden. Durch Oxydationsmittel gibt sie Oxyzellulose,mit mäßig verd. Schwefelsäure und mit Chlormetallen Hydrozellulose. IhreKonstitution ist noch nicht geklärt, vielleicht liegt ein inneres Anhydrid desTraubenzuckers vor. Payen schreibt C 6 H 10 O 6 , Cross und Bevan treten fürC i»Hjo0 10 ein. Kristallisierte Zellulose hat Gilson dargestellt, unreine Zellulose-präparate erhält man bei der „Rohfaserbestimmung".
Zuweilen erfolgt Bildung von Zellulose innerhalb der Zelle. Hierherzählen: die Bildungen in der Samenschale von Cuphea, die Zellulosebalken inCaulerpa und in den Embryosäcken, die Umhüllung verschiedener Oxalate unddie Klumpenbildung in den von der endotrophen Mykorrhiza befallenen Zellenvon Neottia nidus avis, Psilotum u. a.. In den letztgenannten Fällen wird derZelluloseballen von einer Schicht abgestorbener Hyphen lose umhüllt.
Zellulosemembranen erscheinen bei mikroskopischer Betrachtunghell und schwach lichtbrechend, im polarisierten Lichte doppelbrechend;die ultramikroskopische Prüfung zeigt, daß sie aus parallelen Reihenkleiner und schwach leuchtender Micellen bestehen, zwischen denen sichoptisch leere Reihen finden. Gaidukov (Lit. S. 439) hat Ramiefasern,leere Zellen von Oedogonium u. a. näher ultramikroskopisch untersucht.
Beim mikrochemischen Nachweis der Zellulosemembranen stehenan erster Stelle die Reaktionen mit Kupferoxydammoniak und mit Jod-Schwefelsäure. Lösungsreaktionen werden mit Kupferoxydammoniak,Schwefelsäure und mit Chromsäure ausgeführt.
Die Reaktion mit Kupferoxydammoniak wurde von Schweizer 2 ) 18o7aufgefunden; er stellte sein Reagens in der Weise her, daß er aus einer Kupfer-
') «'.Correns, Über die Membran und die Bewegung der Oscillarien, Ber.deutsch, bot. Ges. 1897, XV, S. 139.
2 ) E.Schweizer, Journ. prakt. Chem., 1857, LXXVI, S. 109.
Tuiimanii, Pflanzonmikroehemie. 35