Die Zellmembran.
Kochsalz, Wasser, Belichtung). Berlinerblaureaktion: die gut ausge-waschenen Schnitte werden bei 100° getrocknet, dann 10 % Ferrocyan-kalium (einige Min.), oberflächliches Abwischen, verd. Eisenchlorid(einige Sek.), Austrocknen, Kanadabalsam.
Beruhen Membrandifferenzierungen auf chemischen Ursachen, sobleiben Streifen und Schichten nach dem Austrocknen in gleicherSchärfe sichtbar. Zur Färbung kann Bismarckbraun dienen (konz.Lösung in 70° /0 Alkohol, Einwirkung 20—30 Min., abs. Alkohol, Xylol,Balsam). Meist wird zugleich mit chemischen Differenzen ein ungleicherWassergehalt verbunden sein. Durch beide Faktoren kommt nachCorrens die Querlamellierung der Bastfasern zustande. Die radiallaufenden Lamellen sind gewöhnlich stark lichtbrechend und bleibenin Methylenblau farblos, während sich die übrige Membran starkfärbt. Durch Kaliumchlorat-Salpetersäure wird die starke Lichtbrechungder Querlamellen aufgehoben und die Membran nimmt Methylenblaunun gleichmäßig an. Wahrscheinlich ist der, die Lamellierung bedin-gende Stoff durch das Mazerationsgemisch herausgelöst worden. DieStreifung der Epidermiswände bei Hyacinthus und Ornithogalum nutanssowie die schräge Streifung der Bastfasern 1 ) soll nach Correns aufeinem ungleichen Wassergehalt der einzelnen Schichten beruhen. MancheBastfasern besitzen eine feine spiralige Streifung, die aber beim Aus-trocknen deutlicher hervortritt. Ähnliches sehen wir bei Trichomen(Pennewar Djambi). Werden ausgetrocknete Haare mit der Nadelverletzt, dann reißt die Membran in der Richtung der Streifen einund die gesamte Wand rollt sich spiralig auf. Die gleiche Erscheinungerzielt man mit konz. Kalilauge oder mit anderen stark quellendwirkenden Reagentien. Hier zeigt die Streif ung die Richtung derspiralartig angeordneten Membranlamellen an (Tunmann, Lit. S. 94, »).
Derartige Erscheinungen lassen sich diagnostisch verwerten.Weizenhaare zeigen beim Einlegen in konz. Salzsäure (spez. Gew.1.19) oder in 50% Kalilauge Spiralbildung, nicht aber die Haarevon Roggen, Einkorn und Gerste. Rosenthaler 2 ) führt diese Eigen-schaft bei Triticum auf chemische Ursachen zurück. Anderseits kannvorhandene Streifung durch Einwirkung ganz bestimmter Reagentienzum Schwinden gebracht werden, die Streifung der Fasern von Pouzolziaverschwindet nur bei Einwirkung von Kupferoxydammoniak, dieder Boueafasem nur durch Kalilauge (Aisslinger, Lit. S. 540, s)-
*) Diagnostisch wichtig. Bei Linum bilden die Streifen mit der Längsachseder Faser einen Winkel von 10°, 21, bei Cannabis nur von 8°, 66 (P. Sonntag,Ber. bot. Ges., 1911, XXIX, 669).
") L. Rosenthaler, Verhalt, d. Haare einig. Getreidearten gegen Salzsäure,Ber. deutsch, pharm. Ges., 1910, XX, S. 369.