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Iso- und heterocyklisehe Verbindungen.
Setzt man ammoniakhaltigen Alkohol (1,0 Ammoniak, 10,0 Alkohol)zu, dann gehen Tyrosinkristalle in Lösung, um sich bald in Garbenwieder auszuscheiden. Sie lösen sich in Millons Eeagens mit tiefroterFarbe (Nasse 1 ), ebenso verhalten sich alle Eiweiß-Substanzen [s. d.],die Tyrosin enthalten) und geben die Xanthoproteinreaktion. Bei vor-sichtigem Eindampfen mit Salpetersäure entsteht ein gelber Rückstand,der bei Zusatz von Natronlauge eine gelbrötliche Lösung bildet, ausder sich rote, undeutlich kristallinische Massen abscheiden.
In den Präparaten lassen sich noch folgende Reaktionen benutzen.Beim Erwärmen der Kristalle mit Formalin-Schwefelsäure erfolgt Grün-färbung (Mörner) 2 ). Auch Froehdes Reagens (eine durch Erwärmenfrisch bereitete Lösung von 0,01 g molybdänsaurem Natrium in 1,0 ccmkonz. Schwefelsäure) habe ich brauchbar gefunden; es löst die Kristallemit tiefblauer Farbe, die bald violett wird. Umständlicher, aberschärfer (Empfindlichkeitsgrenze 0,01 fjg) ist Azetaldehyd-Schwefelsäure(rosa bis rote Färbung). Die alkoholische Tyrosinlösung wird miteinem Tropfen Schwefelsäure und mit zwei kleinen Tropfen Azet-aldehyd (5 ccm : 10 ccm Alkohol) versetzt. Aus frischen Präparaten,die einige Tage unter Deckglas in wenig Glyzerin gelegen haben,kristallisiert Tyrosin ebenfalls aus. Es häuft sich in einigen Zellendes Gewebes an (mit Garben und Büschel erfüllte Zellkomplexe). NachLeitgeb 3 ) soll Inulin das Auskristallisieren des Tyrosins in Dahliaknollenverhindern können. In solchen Fällen lassen sich Tyrosinkristalle er-zielen, wenn man in ein kleines Präparatengläschen ein, den Raum desGläschens annähernd ausfüllendes, mindestens 0,5 cm hohes Stück derDahliaknollen stellt und das Gläschen zur Hälfte mit Alkohol füllt.Auf der oberen aus dem Alkohol hervorragenden Schnittfläche sammeltsich Tyrosin in großen Kristallen an, die nach den oben angegebenenMethoden identifiziert werden können.
In, einige Tage alten, Keimlingen (Lupinus luteus u. a.) lassen sichTyrosinkristalle durch Asphyxie erzeugen (Bertel) 4 ). In Wurzelund Hypokotyl erfüllen die bis 10 /j großen, schwach doppelbrechen-den, gelblich-weißen Sphärite die Zellen stellenweise völlig. DieTyrosinregion reicht ununterbrochen vom Hypokotyl bis an die Wachs-tumszone der Wurzel. Die Wurzelhaube ist frei von Tyrosin, hingegen
*) 0. Nasse, Pflüg. Arohiv, 1901, LXXXIII, 8.361.
2 ) Mörner, Ztschr. f. pliysiol. Chem., 1902, XXXVII, S. 86.
8 ) H. Leitgeb, Der Gehalt d. Dahliaknollen an Asparagin und Tyrosin,Mitt. bot. Inst. Graz, 1888, I, S. 215.
*) E. Bertel, Über Tyrosinabbau in Keimpflanzen, Ber. deutseh. bot. Ges.,1902, XX, S. 454.