Tyrosin.
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der Asbestplatte erhalten wir besonders in den ersten SublimatenBenzoesäure und Ester derselben, während die, bei höherer Temperaturgewonnenen, letzten Sublimate Zimtsäure (s. d.) führen. In den beihöherer Temperatur gewonnenen Sublimaten der Cocablätter trifft manzuweilen ebenfalls Benzoesäure an.
Tyrosin (und Homogentisinsäuro).
Tyrosin (Paraoxyphenylalanin), ein weit verbreiteter Baustoff der pflanzlichenEiweißkörper, findet sich auch im Tierreich (Kiise, Milz, Pankreasdrüse). Es bildetfeine Nadeln, die zu Garben vereinigt sind, sich schwer in kaltem Wasser, leichtin heißem Wasser und in Alkalien, nicht in Alkohol und in AI her lösen. Tyrosinist aufgefunden in Kartoffeln (Schulze), in Apium (Bamberger), in derZuckerrübe (von Lippmann), in Knollen von Dahlia (Leitgcb) und Staehystuberifera (Planta), in Schößlingen japanischer Bambusen (Shibata), im Safteder Holunderbeeren (Tollens), in Trifolium (Orloff), in Keimlingen (mikro-chemische Versuchsobjekte) von Lupinus, Vicia, Cucurbita u. a. Es tritt vorzugs-weise in den ersten Keimungsstadien auf, wird aber bald durch die Tyrosinase,die am Wurzelhals und in den basalen Teilen des Hypokotyls ihren Sitz hat,weiter verändert. Hierbei entsteht unter Sauerstoffaufnahme und unter Am-moniakabspaltung stickstofffreie Homogentisinsäure, (Gonnermann, Bertel),die in weitere Oxydationsprodukte übergeht. Aus den Samenprotoiden wird es ineiner Ausbeute bis zu 3 % erhalten. Tyrosin kommt auch in Pilzen vor (Basi-diomyceten, Seeale cornutum). Verschiedentlieh wurde es in den Membranen an-gegeben, in neuerer Zeit noch von Saito (s. Zellmembran). Bei Fäulnisprozessenwird es zersetzt; die Sehwarzfärbung der Bohnenhülsen soll auf Tyvosinowdationberuhen (Bourquelot).
Der mikrochemische Nachweis des Tyrosins ist leichter zu er-bringen, als der anderer Amidokörper. Man legt die aus frischemMaterial hergestellten Schnitte auf dem Objektträger in einige TropfenAlkohol; nach dem Verdunsten des Alkohols scheidet sich Tyrosin infeinen doppelbrechenden Nadeln aus, die zu Garben und Büscheln ver-einigt sind (Borodin) 1 ), sowie oft in Doppelpinselform auftreten 2 ).Die sich hierbei in verschiedenen Objekten gleichzeitig bildenden Kri-stalle von Asparagin (S. 176), Kaliumnitrat (S. 85), Leucin (S. 174) sindniemals Nadeln sondern Blättchen. Diese Blättchen lösen sich über-dies sehr leicht in Wasser, ebenso die in Nadeln sich abscheidendenGlutaminkristalle (S. 179) in Cucurbita, sowie Mannitkristalle (S. 131).
') Borodin, Üb. d. phys. Rolle u. die Verbr. d. Asparagins im Pflanzen-reiche, Bot. Ztg., 1878, XXXV, S. 816, u. Über einige b. Bearbeit. v. Pflanzen-schnitten mit Alkohol entstellende Niederschi., Bot. Ztg„ 1882, XXXIX, S. 591.
2 ) K. Shibata, Beiträge zur Wachstumsgeschichte der Bambusgewächse,Journ. College of Sei. Tokyo, 1900, XIII, S. 427.