Druckschrift 
Pflanzenmikrochemie : ein Hilfsbuch beim mikrochemischen Studium pflanzlicher Objekte ; mit 137 Abb.
Entstehung
Seite
204
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

204

Iso- und heterocyklische Verbindungen.

Natronlauge ( n / ]0 ), dann scheiden sich auf Zusatz eines kleinen TropfensSalzsäure (spez. Gew. 1,092) sofort langgestreckte Kristallfelder ab,die aus vielen annähernd in gleicher Richtung aneinandergereihtenrektangulären Lamellen bestehen" (Haushofer) 1 ). Die Kristalle derBenzoesäure lösen sich in Ammoniak; die ammoniakalische Lösunggibt nach dem Eintrocknen auf Zusatz von verdünnter Eisenchlorid-lösung einen roten Niederschlag (Ferribenzoat). Die verdünnte Lösungeines benzoesauren Salzes (benzoesaures Natrium) gibt mit Silbernitratcharakteristische Kristalle von Silberbenzoat (sehr dünne, gerade aus-löschende Lamellen und scharfkantige Prismen (Fig. 53b). Sie könnenmit heißem Wasser umkristallisiert werden. Aus Lösungen von freierBenzoesäure scheidet sich Silberbenzoat auf Zusatz von Silbernitrat

und Natriumazetat aus.

Mit Hilfe der direkten Sublimationwies N e s 11 e r Benzoesäure nach in Preißel-beeren (Fig. 53a), Moosbeeren, Benzoeharzund Tolubalsam. Zum Nachweis genügteine einzige getrocknete Preißelbeere, dieetwa 0,0001 g Benzoesäure führt. In derPreißelbeere ist die Benzoesäure in derWachsschicht enthalten, denn wenn mandas Wachs in Äther löst (durch ganz flüch-tiges Übergießen der Früchte mit Äther),so erhält man aus dem ÄtherrückstandBenzoesäuresublimate. Es fragt sich aber,ob die Säure in das Wachs nicht erst beim Trockenprozeß gelangt ist.Sie läßt sich ferner durch direkte Sublimation ermitteln in der Epidermis(der vom Wachs befreiten Früchte) und im Fruchtfleisch, im Samenaber erst in dem Ätherauszuge von etwa 50 zerkleinerten Samen.

Bei Pinguicula vulgaris legt Marpmann 2 ) auf eine Glimmer-platte von 30 X 80 mm Größe und 0,20,3 mm Dicke einen Metallringvon 15 mm Höhe und 15 20 mm Durchmesser, füllt die zerriebeneSubstanz ein, bedeckt mit dem Objektträger, stellt die beschickteGlimmerplatte auf eine Metallplatte und erwärmt. Marpmann meint,daß man bei Benutzung eines heizbaren Objekttisches die Sublimationunter dem Mikroskop verfolgen kann. Da Benzoesäure sehr leichtflüchtig ist, so wären Versuche in dieser Hinsicht nur zu empfehlen.Auch bei der Sublimation einer Spur Perubalsam oder Styrax auf

Pig 53. Benzoesäure: d) Kristallt'ormen

im Sublimat von Vareinium myr-

tillus, bei b) in benzoesaures Silber

übergeführt (Tunmann).

*) K. Haushofer, Mikroskopische Reaktionen, Braunsehweig 1885, S. 72.*) Gr. Marpmann, Über Befunde von Benzoesäure in Pinguicula vulgaris,Ztschr. f. angew. Mikr., 1908, XIV, S. 1.