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Pflanzenmikrochemie : ein Hilfsbuch beim mikrochemischen Studium pflanzlicher Objekte ; mit 137 Abb.
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Methanderivate.

in Wasser, unlöslich in Glyzerin und Alkohol, färbt sich nicht mitJodreagentien, reduziert ammoniakalisches Silbernitrat, aber nichtFehlingsche Lösung und gibt bei der Hydrolyse und bei Einwirkungdes Enzyms Inulase (Green, Lit. s. S. 198, 2 ) Fruktose.

Inulin ist in der lebenden Zelle im Zellsaft gelöst, es vermag also direktzu wandern. Es findet sieh namentlich in Compositen und in den diesen nahe-stehenden Familien, Campanulaceen, Lobeliaceen, Goodeniaceen, Stylidiaceen,ferner in Violaceen (Jonidium ipeeacuanha, bei der Bestimmung falscher Ipeca-cuanha diagnostisch wichtig) und in einigen Monokotylen (Leucojura, Galanthus,Allium, Hyacinthus, Narcissus). Das Inulin verschiedener Kleinia-Arten wurdevon Kahns 1 ) studiert. Nägeli 2 ) und Cramer 8 ) gaben Inulin im Zellsafte einigerAlgen an (Botryophora occidentalis, Acetabularia, Polyphysa), was noch nachzu-prüfen wäre. Es vertritt vollkommen die Stärke, häuft sich ebenso wie diese inden unterirdischen Reservestoffbehältern im Herbste an, um im Frühling ver-braucht zu werden. So fand sich in Kad. taraxaci 4 ) im Herbst 24%, im März1,74%, in Rad. pyrethri im Herbst 57,7%) im Frühling 19% Inulin. Demgemäßschwankt der Gehalt in Drogen je nach der Zeit der Einsammlung. Rundquist 5 )gibt folgenden Prozentgehalt an: Rad. artemisiae 9,00, Rad. bai'danae 40,25, Rad.carlinae 17,87, Rad. cichorii 18,50, Bad. favfarae 17,40, Rad. helenii 35,10, Rad.pyrethri germ. 20,11), Rad. pyrethri roman. 35,00, Rad. scorzonerae 31,64, Rad.taraxaci 39,65, Rhiz. arnicae 5,55. Zur Blütezeit schwindet Inulin fast ganz 6 ).

Auch in den oberirdischen Teilen dieser Pflanzen trifft man Inulin an, soin Blättern (Tussilago farfara')), in Blütenköpfchen (Cynara scolymus). Dochführen Chlorophyllkörner, Schließzellen der Spalten, Siebröhren und Stärkescheidennach Kraus stets Stärke. Im Samen ist inulin mit Sicherheit nicht ermitteltworden 6 ). Nach Behrens und G. Meyer 8 ) soll es im Topinamburstengel inden Gefäßen vorkommen und in diesen zu den Knollen herabwaudern. Die An-sieht de Candolles, nach der Helianthus tuberosus in den Tropen statt InulinStärke bilden soll, trifft nach Kraus 9 ) wenigstens bei in .lava kultiviertenPflanzen nicht zu.

In den lebenden Zellen ist Inulin nicht wahrnehmbar, da es imZellsaft gelöst ist. Ist es aber in sehr beträchtlichen Mengen zugegen,

') H. Kahns, Zur Kenntnis der physiologischen Anatomie der GattungKleinia, Kieler Dissertation, 1909.

2 ) C. Nägeli, Sitzbr. bayr. Akad., 1802.

") C. Cramer, Denkschr. Schweiz, nat. Ges., 1887, XXX, S. 16.

4 ) Dragendorff, Materialien zu einer Monographie des lnulins. Peters-burg, 1870.

6 ) C. Rundquist, Farmac. Notisblad, 1904.

e ) K. Prantl, Das Inulin, München 1870.

') W. Mitlaeher, Pharm. Post, 1902, XXXV, S. 377.

«) G. Meyer, Über Inhalt und "Wachstum der Topinamburknollen, Ber. d.bot. Ges., 1895, XIII, S. 184.

») G. Kraus, Botanische Notizen, Ztschr. f. Bot., 1909, 1, S. 526.